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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wohnen und Bauen in Latsch Nach dem „Stecherhaus“ in Tarsch hat die Gemeinde nun auch den „Hallerhof“ in Latsch erworben. Weitere Schritte zur Nutzung alter Bausubstanz sollen folgen. LATSCH - Mit 5.222 Einwohnern (Stand 22. Juli 2020) gehört die Marktgemeinde Latsch zu den größten im Tal. Entsprechend groß ist der Bedarf an Wohnraum. Dass in der Gemeinde rege gebaut wird, zeigt schon allein die Anzahl der ausgestellten Baukonzessionen. Seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Helmut Fischer im Jahr 2014 bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes für Raum und Landschaft am vergangenen 1. Juli waren es ganze 787. Damit die Bautätigkeit nicht abflaut und den Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft die Möglichkeit geboten wird, zu relativ günstigen Konditionen zu Wohnungen zu kommen und sich eine Existenz aufzubauen, hat man laut Helmut Fischer versucht, die Hebesätze der Eingriffsgebühr sehr niedrig zu halten. Die mit dem Gesetz Raum und Landschaft eingeführte Eingriffsgebühr umfasst nicht nur Den „Hallerhof“ hat die Gemeinde erst kürzlich gekauft. Die Baumasse die Baukostenabgabe, sondern ist für den geförderten Wohnbau zweckgebunden. auch die primären und sekundären Vorjahr für 226.000 Euro erworben, „Hallerhof“ eine Studie in Auftrag Erschließungskosten. den „Hallerhof“ erst am vergan- gegeben, die demnächst vorliegen genen 15. Juli zu einem Preis von soll. „Wir möchten mit der Studie Nutzung alter Bausubstanz 334.000 Euro. Sowohl in Tarsch als erreichen, dass die interessierten Stets im Auge hat die Verwal- auch in Latsch entstehen nach dem Bauwerber eine konkrete Vorsteltung auch das Ziel, bei der Schaf- Abriss der bisherigen Gebäude je lung davon bekommen, wie die fung von Wohnraum leerstehende drei geförderte Wohneinheiten. neuen Wohnungen ausschauen Bausubstanz zu nutzen. Zwei Bei- Während sich die drei Bauwerber könnten“, so Helmut Fischer. Es spiele dafür sind das „Stecherhaus“ in Tarsch darauf geeinigt haben, handle sich nicht eine definitive in Tarsch und der „Hallerhof“ in gemeinsam einen Planungsauf- Planung, sondern mehr um ander Hofgasse in Latsch. Das „Ste- trag an ein Architektenteam zu schauliche Vorschläge, die auch cherhaus“ hat die Gemeinde im erteilen, hat die Gemeinde für den abgeändert werden können.

Anstelle des „Stecherhauses“ in Tarsch werden drei geförderte Wohneinheiten geschaffen.

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DER VINSCHGER 26/20

Drei Vorteile für die Bauwerber Die drei wesentlichen Vorteile, mit denen die Bauwerber aufgrund der Bestimmungen des Wohnbauförderungsgesetzes bzw. der Regeln in Bezug auf die Nutzung alter Bausubstanz rechnen können, fasst der Gemeindesekretär Georg Schuster so zusammen: „Die Bauwerber erhalten den Baugrund de facto kostenlos, sie zahlen keine Baukostenabgabe, weil die Kubatur schon besteht, und es fallen auch keine Erschließungskosten an.“ Mit den Beiträgen, welche die Gemeinde vom Land bekommt, können die Kosten des Ankaufs der zwei Gebäude vollständig gedeckt werden. Die gesamte bestehende Baumasse des „Stecherhauses“ (1.700 Kubikmeter) ist für den geförderten Wohnbau zweckbestimmt. Dasselbe gilt auch für den „Hallerhof“ (1.806 Kubikmeter). Das Beispiel Glurns Bei den Projekten für die Nutzung alter Bausubstanz hat sich die Gemeinde Latsch an vorbildhaften Beispielen in Glurns orientiert. Helmut Fischer: „Einmal waren wir sogar mit der gesamten Baukommission in Glurns, um uns von Bürgermeister Luis Frank in die Materie einführen zu lassen.“ Wie sein Glurnser Amtskollege sei auch er der Ansicht, dass es Beides braucht: „Wohnraum in

Das Haus und der Stadel an der Ecke Hauptstraße/Hofgasse werden abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen.

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