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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wir sind dabei! LATSCH - Das ist das Motto, mit dem die unabhängige Bürgerliste MITANOND-INSIEME bei den Gemeinderatswahlen am 20. und 21. September in Latsch antritt. Wie die Liste in einer Aussendung schreibt, verdiene sich die Marktgemeinde mit dem Hauptort Latsch und den Fraktionen Goldrain, Morter, Tarsch und St. Martin im Kofel einen bürgernahen Gemeinderat. Gegründet wurde eine parteiunabhängige Bürgerliste, „weil wir nicht für eine Partei, sondern für die Bürgerinnen und Bürger und deren Anliegen arbeiten wollen, weil wir Sachpolitik betreiben wollen und uns diese Gemeinde zu wertvoll ist, um sie einem parteigesteuerten Gemeinderat zu überlassen.“ Die „dynamische Gruppe“ trete für gleiche Rechte und Chancen für alle Menschen ein und sei für alle offen, „die an einem nachhaltigen, gesunden, lebenswerten, die Menschlichkeit und das ‚Mitanonder’ förderlichen Zusammenleben ohne ideologische oder ethnische Grabenkämpfe interessiert sind.“ Bereits in der Gründungsphase habe man sich darauf geeinigt, „allgemeine ethische Grundsätze sowie Parteifreiheit als gemeinsame Basis vorzugeben, um die Vielfalt der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde auch in der Gruppe zu leben.“ Ziel sei es, „durch die gemeinsame Arbeit unser Lebensumfeld positiv zu beeinflussen und lebenswerter zu gestalten. Dabei wollen wir den Willen zur Kooperation über das Trennende stellen.“ Angeführt wird die Liste von folgenden Personen: Michele Modica (Goldrain; Geometer), Agnes Steger Trafoier (Latsch; Bäuerin), Josef Kofler (Latsch; Unternehmer), Georg Pegger (Latsch; Freiberufler), Christoph Alber (Morter; Pflegedienstleiter), Claudia Gunsch Haller (Morter; Arbeitnehmerin), Georg Frank Johann „Hansjörg“ (Latsch; Plegehelfer), Jasmin Runggatscher (Latsch; Unternehmerin), Walter Auer (Goldrain; Arbeitnehmer in RED Ruhestand). 

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DER VINSCHGER 26/20

„Sehr unglücklich in der Formulierung“ BM Heidegger entschuldigt sich für einen Brief an „Unterzeichnergruppe“ aus Staben. STABEN/NATURNS - Dass auch etliche Bürger aus Staben der jüngsten Ratssitzung in Naturns beiwohnten, war kein Zufall. Schon zu Sitzungsbeginn verwiesen Ratsmitglieder der Opposition („Zukunft Naturns“ und Süd-Tiroler Freiheit), sowie auch der SVP auf einen Schriftverkehr zwischen einer „Unterzeichnergruppe“ aus Staben und der Gemeinde, und verlangten Aufklärung. Zur Vorgeschichte: nachdem in Staben Anfang Juni das Gerücht aufgekommen war, dass die Ortsgruppe Staben/Naturns des Motorrad-Clubs Red Lion´s das Holzhaus beim Sportplatz in Staben, wo sich u.a. auch ein Kinderspielplatz befindet, für Vereinsaktivitäten pachten wolle, stieß diese Absicht sofort auf heftige Kritik, vor allem bei besorgten Müttern. Am 21. Juni wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. Laut Stefan Lamprecht kamen bis zum 26. Juni 65 Unterschriften gegen das Club-Haus zusammen. Die Unterschriften wurden am 26. Juni im Rathaus hinterlegt. Wenige Tage nachher hat der Gemeindeausschuss den Red Lion´s-Antrag abgelehnt. Das Thema war somit im Sinne der „Unterzeichnergruppe“ abgehakt. Was diese Gruppe aber gehörig auf die Palme brachte, war ein Brief der Gemeinde, den die Unterzeichnenden am 22. Juli erhalten haben. Darin teilten der Bürgermeister Andreas Heidegger und die Gemeindereferentin Astrid Pichler der Gruppe einerseits mit, dass der Antrag abgelehnt wurde. Andererseits zeigten sie sich verwundert über die Unterschriftensammlung, zumal der Erstunterzeichnerin Margarete Weiss mehrmals von Astrid Pichler klar zugesichert worden sei, „dass vor einer Entscheidung alle interessierten Parteien und Anrainer - so wie das in Naturns üblich ist - zu einem

Dieses Holzhaus beim Sport- und Kinderspielplatz in Staben wird nicht an den Red Lion´s verpachtet.

Treffen eingeladen und angehört werden.“ Wie Astrid Pichler bei der jüngsten Ratssitzung ausführte, hätte sich das Problem bei einer gemeinsamen Aussprache sicher im Sinne der Unterzeichnergruppe lösen lassen. Mit den 4 Red Lion´s-Mitgliedern, die in Staben wohnen, hätte sie übrigens schon vorab ein Gespräch geführt. Sie hätten ihr zugesichert, vom Antrag abzusehen, falls es Widerstand geben sollte. Wie es im Brief weiter heißt, ist die Unterschriftensammlung erfolgt, „bevor es zu einer Aussprache kommen konnte.“ Die Aktion sei daher unbegründet und verfrüht erfolgt. Zudem enthalte das Schreiben der Gruppe eine Reihe von „zweifelhaften und despektierlichen Mutmaßungen, die jeder Grundlage entbehren.“ Diese Vorgangsweise entspreche nicht der Vorstellung der Gemeindeverwaltung eines „respektvollen und transparenten Umgangs mit den Anliegen, die von der Naturnser Bevölkerung – egal von welchen Gruppen und zu welchem Thema auch immer – vorgebracht w e r d e n .“ Wie Stefan Lamprecht (im Bild) und weitere Vertreter aus

Staben bei der Sitzung sagten, sei das Schreiben der Gemeinde in Staben von vielen als eine Art Droh- und Schimpfbrief, ja als Einschüchterungsversuch empfunden worden. Laut Lamprecht sei die Aktion weder verfrüht noch unangebracht gewesen. Der Bürgermeister räumte ein, dass das Schreiben zum Teil „sehr unglücklich in der Formulierung“ gewesen sei, sodass er sich von bestimmten Passagen distanziere und sich auch in aller Form dafür entschuldige. In keinem Fall sei es im Sinne der Verwaltung, Formen der aktiven und demokratischen Bürgerbeteiligung in irgendeiner Weise zu beschneiden bzw. einzuschränken. Heidegger kündigte an, ein Folgeschreiben an die Unterzeichnergruppe aufsetzen zu wollen, sobald rechtlich geklärt sei, ob die Gemeinde auf die Adressen der Unterzeichnenden zugreifen kann. Seitens der Gruppe war der Gemeinde nämlich auch vorgeworfen worden, beim Versand des ersten Briefes gegen die Datenschutzbestimmungen verstoßen zu haben, denn es sei laut Stefan Lamprecht nicht erlaubt, sich lediglich aufgrund der Namen der Unterzeichnenden die Adressen herauszusuchen. Der Vize-BM Helmut Müller hatte sich schon vorab vom „famosen“ Brief der Gemeinde distanziert. Laut Heidegger hätten im Ausschuss nur er und die Referentin Pichler vom Brief gewusst. Laut Zeno Christanell sei es nicht angebracht, diese „Geschichte“ hochzupeitschen, „denn sie basiert im Wesentlichen auf Kommunikationsproblemen.“ SEPP 

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