Rot und süß

Page 22

VINSCHGER GESELLSCHAFT

FF-Halle auf Siller-Areal Gemeinderat genehmigt Raumordnungsvertrag.

Auch die Ratssitzung vom 29. Juni fand coronabedingt im Josefshaus in Laas statt.

Der private Vertragspartner muss der Gemeinde die vereinbarten 2.550 Quadratmeter des Siller-Areals frei von Baulichkeiten und aufgeräumt übergeben.

LAAS/EYRS - Nach jahrelangen Verhandlungen, Gesprächen und Rechtsstreitereien wurde nun in der Frage der Nutzung des Siller-Areals in Eyrs, wo im März 2015 ein Feuer im Trachtenoutlet ausgebrochen war, ein Schlussstrich gezogen. Das Kernstück des Raumordnungsvertrages, den der Gemeinderat am 29. Juni bei nur einer Gegenstimme genehmigte, ist die kostenlose Abtretung seitens der Firma Siller einer Fläche von 2.550 Quadratmeter an die Gemeinde. Auf dieser Fläche soll die neue Halle der Freiweilligen Feuerwehr Eyrs entstehen, die am derzeitigen Standort schon längst aus allen Nähten platzt. Auch ein Parkplatz soll errichtet werden sowie eine Erschließungsstraße. Im Gegenzug wird die Restfläche des Areals, das insgesamt über 8.000 Quadratmeter umfasst, von Gewerbegebiet in eine Wohnbauzone C1-Erweiterungszone umgewidmet, wobei Handels- und Dienstleistungs-

ein zweites großes Geschäft entsteht.“ Auch mehrere Räte gaben zu bedenken, dass in einem solchen Fall der Weiterbestand des bestehenden Geschäftes im Dorf Eyrs gefährdet werden könnte. Bei der Abstimmung sprach sich Muther gegen den Raumordnungsvertrag aus, alle 15 weiteren anwesenden Räte waren dafür. Als voraussichtlicher Baubeginn wird im Vertrag der September 2021 genannt. Zugestimmt hat der Gemeinderat auch der entsprechenden Abänderung des Flächenumwidmungsplanes sowie dem Durchführungsprogramm.

tätigkeiten möglich sind. Wie der Bürgermeister Andreas Tappeiner und der Gemeindereferent Benedikt Zangerle ausführten, darf die Fläche für den Detailhandel die 499-Quadratmeter-Grenze nicht überschreiten. Zangerle, der den Raumordnungsvertrag als eine insgesamt gute Lösung wertete, sieht in dieser Beschränkung eine Möglichkeit, „die Ansiedlung eines Großverteilers der Lebensmittelbranche zu verhindern.“ Der Vertrag sieht auch vor, alle Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Einig war sich der Rat darin, dass es für den Bau einer neuen Halle für die Feuerwehr Eyrs höchste Zeit sei und dass es angebracht sei, die gerichtlichen Auseinandersetzungen zu beenden. Das sieht zwar auch der Gemeindereferent Ralf Muther so, aber der Möglichkeit, auf bis zu 499 Quadratmetern Detailhandel zu betreiben, könne er nicht zustimmen: „Unter den Handelstreibenden wird befürchtet, dass in Eyrs möglicherweise

zu realisieren, deren Notwendigkeit wir in keiner Weise sehen.“ Zusätzlich zu den Änderungen bezüglich des Siller-Areals stimmte der Gemeinderat noch vielen weiteren Bauleitänderungen und Umwidmungsanträgen zu. „Mir kommt vor, dass jetzt trotz Corona alles noch schneller geht“, meinte Markus Riedl. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die meisten Anträge bereits vor der CoronaZeit vorgelegt worden seien. Im Dringlichkeitsweg genehmigt hat der Gemeinderat wenige Tage vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes Raum und Landschaft die Verordnung über die Festsetzung und Einhebung der EingriffsgeBefürchtungen der Handelstreibenden bühr (bisher Baukostenabgabe und Erschließungskosten) sowie hds-Ortsobmann Dietmar die Verordnung über die OrganiSpechtenhauser hatte sich schon sation der Verwaltungsverfahren vorab in einer Stellungnahme und Einrichtung der Servicestelle gegen die Umwidmung des Areals für Bau- und Landschaftsangeleausgesprochen, „denn damit wür- genheiten. Die Höhe der bisheride dem Eigentümer die Möglich- gen Tarife und Gebühren bleiben keit geboten, auch Handelsflächen nahezu unverändert. SEPP

Konzert auf dem Tartscher Bühel: „musica viva Vinschgau“ ist wieder da! TARTSCH - Die Coronakrise er-

laubte die Abhaltung von Konzerten nicht. Der Konzertverein „musica viva Vinschgau“ musste auf Aufführungen verzichten oder solche auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Nun meldet sich der Verein wieder 22

DER VINSCHGER 22/20

zurück. Die derzeit verordneten Vorsichtsmaßnahmen - Abstand mindestens ein Meter oder Gesichtsmaske - müssen eingehalten werden. Deshalb findet dieses Konzert - sofern die Witterung es zulässt – im Freien auf dem Tartscher Bühel statt. Die Aus-

führenden sind Musiker aus Südtirol und Österreich, und zwar Priska Comploi (Flöte und Oboe), Georg Fritz (Oboe) und Franziska Romaner (Violoncello). Vorgetragen werden Werke von Antonio Vivaldi (Konzert für Flöte, Oboe und B. c., Triosonate in g-Moll

für zwei Oboen und B. c.), Georg Friedrich Telemann (Sonate in C-Dur für Flöte und B. c., Triosonate in e-Moll) und Giuseppe Sammartini (Sonate in G-Dur). Das Konzert findet am Sonntag, 26. Juli 2020 um 18.00 Uhr statt. HS Der Eintritt ist frei.