Stillstand

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Du bist nicht allein! SÜDTIROL/VINSCHGAU Unter dem Namen „Psychohilfe Covid19“ bietet ein Netzwerk von Fachleuten auf Initiative des Südtiroler Sanitätsbetriebes Hilfe für alle, die in diesen Wochen starken Belastungen ausgesetzt sind. Zu Hause bleiben in diesen Tagen - fern von anderen Menschen, sozialen Kontakten und Zerstreuungen - bedeutet für viele Menschen Druck, Einsamkeit, Traurigkeit, Langeweile, aber auch Zukunftssorgen. Gleichzeitig sind sehr viele Menschen in Krankenhäusern, Altersheimen und Sozialdiensten sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Besonders Menschen, die sich zurzeit in Isolation oder Quarantäne befinden, also das Haus nicht einmal für einen kurzen Spaziergang oder den Einkauf verlassen dürfen, fällt derzeit oft die Decke auf den Kopf. Kommen noch räumliche Enge dazu oder die Sorge über liebe, vielleicht ältere oder vorbelastete Angehörige oder Freunde, reicht oft schon wenig, um zu verzweifeln. Das Netzwerk „Psychohilfe Covid19“ bietet Hilfe und Unterstützung an. Allen Institutionen, die im Bereich der psychischen Betreuung und Beratung arbeiten, war es ein Herzensanliegen, klare und gesammelte Tipps und Informationen zu geben, an wen man sich wenden kann. Diese können ab sofort unter der neuen Webseite www.dubistnichtallein.it eingesehen werden. Das Angebot gliedert sich in drei Bereiche: Zum einen die Notfalldienste, die pausenlos erreichbar sind und für Dringlichkeiten aller Art zu jeder Tageszeit zur Verfügung stehen. Zweitens die klinischen Anlaufstellen, die spezialisierte Therapie und Beratung zu Bürozeiten anbieten. Und drittens die niederschwelligen Beratungsdienste, die allen Interessierten und Bedürftigen offen stehen, die im Zusammenhang mit Covid 19 in psychischen Schwierigkeiten stecken. Am Netzwerk beteiligt sind alle öffentlichen Dienste der psychischen Gesundheit, Südtirols Psychologenkammer, private soziale Organisationen wie Familienberatung, Caritas, EOS, telefono amico, Young and direct, Forum Prävention, italienisches Rotes Kreuz und Initiativen wie die europäische Allianz gegen RED Depression.

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DER VINSCHGER 12-13/20

Digitales Lehren … … und Lernen in der Corona-Zeit VINSCHGAU - Am 4. März hieß es plötzlich: Sehr wahrscheinlich müssen die Schulen auf Staatsebene geschlossen werden wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Die Schüler*innen freuten sich zunächst. Niemand konnte an jenem Märztag ahnen, was dies aber tatsächlich bedeutete, nicht nur für den schulischen Alltag. Reines digitales Unterrichten war wohl den wenigsten Lehrern und Schülern bewusst, sind doch nur wenige ganze „Tabletklassen“ landesweit eingerichtet. Zum Glück gibt es an mehreren Schulen das digitale Klassenbuch. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: WhatsApp, Skype, Zoom, Dropbox, Microsoft-Teams. der Vinschger hat sich bei drei Schulführungskräften umgehört, wie sie den sogenannten Fernunterricht sehen:

Lernstoffe, die Übungen und Vertiefungen der außergewöhnlichen Situation angepasst zu gestalten.“

Auch die Schüler*innen mussten sich von einem Tag auf den anderen ganz auf das digitale Lernen umstellen, teils mit großen Schwierigkeiten.

men. In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen und besonders bei den Elternvertretern*innen für die gute Zusammenarbeit Doris Schönthaler ist die und wünsche uns ein baldiges Schulführungskraft der Schul- Wiedersehen an der Schule.“ sprengel Mals und Schluderns: „Es ist nun schon bald ein Monat, Werner Oberthaler ist Schuldass wir nicht mehr gemeinsam führungskraft am Oberschulan der Schule lernen. Aber Not zentrum Mals: „Der digitale Fernmacht erfinderisch und ich sehe unterricht kann den regulären mit Freude, mit wieviel Einsatz Unterricht nicht ersetzen. Wir Lehrpersonen und Schüler*in- haben am OSZ Mals, speziell nen dabei sind, sich mit neuen an der Sportoberschule und inLernwegen vertraut machen und zwischen teilweise auch an der auf unterschiedlichen Kanälen FOWI und am SOGYM, in den (Homepage, E-Mail, OneNote, letzten Jahren digitale Modelle WhatsApp, Zoom) miteinander ausprobiert und fahren inzwikommunizieren. Der Fernunter- schen recht gut damit. Das heißt richt kam sehr überraschend und in den Klassen, wo Online-Lernen wir haben versucht so schnell und und Online-Coaching wie z.B. so gut es geht darauf zu reagie- über Microsoft- Teams bereits ren. Die Lehrpersonen am SSP stattgefunden hat, läuft der FernSchluderns und am SSP Mals er- unterricht problemlos. Wir nütstellen Wochenaufgaben, die auf zen an unserer Schule natürlich der jeweiligen Homepage abruf- auch das seit Jahren bewährte bar sind. Wir versuchen verschie- digitale Klassenbuch. Es liegt wedene Lernangebote zu machen, sentlich im Ermessen der Lehrum den unterschiedlichen, z.B. person, über welche Kanäle sie technischen, Voraussetzungen ihre ‚didattica a distanza’ gestaltet. zu Hause Rechnung zu tragen. Wir bemühen uns, den regelmäDie Rückmeldungen der Schü- ßigen Austausch mit den Schüleler*innen und Eltern sind gerade rinnen und Schülern zu pflegen, in dieser Zeit sehr wertvoll, um Unterstützung zu bieten, auch den ‚Fernunterricht’ weiterzuent- psychologischen Support, dem wickeln und noch besser auf die Lernalltag eine klare Struktur zu jeweiligen Bedürfnisse abzustim- geben und die Bearbeitung der

Verena Rinner ist Schulführungskraft am Oberschulzentrum Schlanders: „Die Lebensweisheit ,Wir alle wachsen an den Herausforderungen, die uns das Leben stellt’, trifft die derzeitige Ausnahmesituation für uns alle sehr gut. Wir sind als OSZ Schlanders ein relativ kleines Oberschulzentrum, die Lehrpersonen kennen die Schüler*innen und oft auch die zum Teil schwierigen Situationen zuhause. Und wir alle, die Lehrpersonen, Schüler*innen, Eltern, die Sekretariate und Schulwarte und auch ich, bemühen uns von Tag zu Tag, von Woche zu Woche uns abzustimmen und weiterzuentwickeln. Zu viele Arbeitsaufträge, zu wenige, WhatsApp-Gruppen, Dropboxen usw. Wir alle wachsen mit dieser Herausforderung „Fernunterricht“ und ich bin mir sicher, wir alle nehmen sehr viele wertvolle Erfahrungen aus dieser Zeit mit. Ich möchte mich von Herzen bedanken bei allen Lehrpersonen, Schüler*innen, Eltern und den Mitarbeitern in den unterschiedlichen schulischen Bereichen – für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen vor allem jetzt in dieser Zeit. Vergelt‘s Gott.“ Ich darf abschließend auch noch einen persönlichen Gedanken anfügen als Lehrerin am OSZ Schlanders: Ich vermisse meine Schüler*innen, meine Kollegen und Kolleginnen, den Kontakt und den zwischenmenschlichen Austausch. Es ist nicht das Gleiche, ob ich mit ihnen beispielsweise per WhatsApp -Videoanruf oder persönlich spreche. Es ist anders. Ganz anders. DANIELA DI PILLA