Der Klimaspiegel

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Neue Bleibe für Tierheim gesucht Präsidentin Silvia Piaia: „Ende Juni müssen wir das derzeitige Heim verlassen.“ NATURNS - Schon seit einiger Zeit durchlebt der Verein Tierheim Naturns höchst unruhige Zeiten. Schon seit Monaten sieht sich der Verein außerstande, neue Tiere aufzunehmen. Derzeit werden nur noch 8 Hunde und 8 Katzen im Heim in Naturns gepflegt und versorgt. „Wir sind verzweifelt auf der Suche nach einem alternativen Standort, denn mit Ende Juni müssen wir das derzeitige Heim verlassen“, sagt die Vereinspräsidentin Silvia Piaia. Die Kündigung war dem Verein im Mai 2019 von der Besitzerin des Gebäudes mitgeteilt worden. Der Verein habe zwar versucht, die Immobilie käuflich zu erwerben, doch das sei nicht gelungen. Die monatelangen Bemühungen, einen alternativen Standort ausfindig zu machen, seien bisher erfolglos geblieben. Die Präsidentin erinnert daran, „dass der Verein seit 2008 immerhin eine sehr hohe Jahresmiete hinblättert.“ Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für die Führung des Tierheims auf fast 200.000 Euro pro Jahr. Im Heim arbeiten zwei Angestellte. Mehrere Freiwillige kommen dazu. Vom Land bekommt der Verein für die Führung der Struktur jährlich ca. 54.000 Euro. Den Rest bestreitet der Verein mit Spenden und Einkünften aufgrund der sogenannten 5-Promille-Regelung. Das wirkliche Problem des Weiterbestandes ist laut der Präsidentin nicht die Frage der Finanzierung, sondern die Suche nach einem neuen Standort: „Wir brauchen

Zusammenarbeit mit dem tierärztlichen Dienst und weiteren Organisationen ist laut Piaia sehr gut. Auch mit dem Tierschutzverein Vinschgau arbeite man gut zusammen. Das dringlichste Anliegen sei derzeit natürlich ein alternativer Standort für das Tierheim. Zumal das Tierheim Naturns das einzige in der westlichen Landeshälfte ist, „wäre es undenkbar, dass es in Zukunft im Westen keines mehr gibt.“ Die Präsidentin hofft daher auch auf die Mithilfe der Gemeinden der westlichen Landeshälfte, damit ein neuer Standort gefunden werIm Tierheim Naturns können derzeit keine weiteren Tiere mehr aufgenommen den kann. Was die Unterstützung werden. Zurzeit werden dort noch 8 Katzen und 8 Hunde gepflegt; im Bild die 10-jährige Saarlooswolfhündin Shanti, seitens des Landes betrifft, bedie schon seit vielen Jahren auf ein neues Zuhause wartet. stätigte Landesrat Arnold Schuler dem der Vinschger, dass das vor allem die Mithilfe und ein Land nach wie vor hinter dem Entgegenkommen bei der StandGrundsatz stehe, je ein Tierheim ortsuche und bei der Bewältigung in der östlichen und westlichen der bürokratischen Hürden.“ Dem Landeshälfte zu unterstützen. NeVorstand, der ehrenamtlich arbeiben den zwei privaten Tierheimen tet und dem sie seit dem SeptemObervintl und Naturns gibt es in ber 2017 als Präsidentin vorsteht, Südtirol noch das Landestierheim Sill in Bozen. Silvia Piaia und ihr habe in den vergangenen Jahren Vorstand hoffen daher trotz aller viel und hart gearbeitet, um das Tierheim auf Vordermann zu Schwierigkeiten, dass sich eine bringen. Es wurde u.a. eine neue Alternative als neuer Standort finden werde. „Wir werden unseHundeküche errichtet sowie ein großzügiges Katzenhaus mit eigere Mitglieder und Unterstützer nen Boxen und Garten. Zudem termingerecht auf unserer Homewurden interne Kleintierzimmer Silvia Piaia page www.tierheimnaturns.org für Hunde und Katzen sowie und auch über die Medien am Quarantänestationen eingerich- lässigte, ausgesetzte und/oder Laufenden halten und über die tet. Auch moderne Hundebo- misshandelte Tiere zu kümmern neuen Entwicklungen informiexen mit Bodenheizungen und und ihnen ein sicheres und liebe- ren. Falls jemand ein geeignetes fließendem Wasser kamen dazu. volles Zuhause zu bieten, in dem Grundstück kennt, kann er uns Die Hauptaufgabe des Vereins ist sie medizinisch und tierärztlich jederzeit gerne kontaktieren“, so es, sich um verlassene, vernach- betreut und versorgt werden. Die die Präsidentin. SEPP

Die Katzen fühlen sich im Katzenhaus rundum wohl.

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DER VINSCHGER 08/20