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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Zahlreiche Zuhörer waren zur Podiumsdiskussion gekommen.

Gesundheitswesen auf dem Prüfstand Fachkräftemangel, fehlende Deutschkenntnisse und die Einmischung des Staates: In Schlanders wurde über Südtirols Gesundheitssystem diskutiert.

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SCHLANDERS - „Das Gesundheitssystem kommt einfach nicht zur Ruhe“, betonte Arno Rainer, Bezirksmajor der Schützen im Vinschgau. Damit eröffnete er vergangenen Freitag eine seitens der Vinschger Schützen organisierte Podiumsdiskussion im Kulturhaus Schlanders. „Ist unser Gesundheitssystem krank?“, lautete dabei die Frage, die es zu erörtern galt. Schnell wurde den Zuhörern, die in Massen gekommen waren und den Saal bis auf den letzten Platz füllten, bewusst: Hier ist sich ein Großteil der deutschsprachigen Oppositionsparteien und teils auch die Regierungspartei in vielen Punkten einig. Das Gesundheitssystem in Südtirol sei nicht krank. Und auf alle Fälle noch zu retten. Aber: Man müsse sich bestimmten Herausforderungen stellen. Und dies werde nicht einfach. Als „nicht krank, aber auch nicht effizient“ bezeichnete Franz Ploner das System. Der Landtagsabgeordnete vom Team K ist einer, der sich in der Sanität bestens auskennt.

wir uns die Frage stellen, warum das so ist“, meinte Knoll. Herausragende Mitarbeiter, von Krankenpflegern bis hin zu Ärzten seien im Südtiroler Gesundheitswesen beschäftigt. „Aber das System wird krank gemacht. Auch aufgrund staatlicher Bestimmungen“, kritisierte Knoll. Dass Südtirol nach wie vor nicht die primäre Zuständigkeit in der Sanität habe sei ein Problem. Knoll betonte, dass man sich, auch wenn es derzeit mal weniger schlecht laufe, nicht auf Italien verlassen könne. „Südtirol zahlt sein Gesundheitssystem selbst. Deshalb braucht Italien uns „System wird krank gemacht“ auch nicht dreinzureden“, betonte der LandSven Knoll, der Landtagsabgeordnete tagsabgeordnete. Er forderte eine autonome der Süd-Tiroler Freiheit betonte in seinen Gesundheitsversorgung. „Wir müssen uns in einleitenden Worten, dass das Vertrauen diesem Bereich selbst verwalten“, so Knoll. der Bürger in das Gesundheitswesen in Auch Andreas Leiter Reber von den Freiden vergangenen Jahren stark gelitten habe. heitlichen schätzte das System nicht als Insbesondere die „Ära Schael“ sei eine krank ein. „Aber es gibt viele Probleme. Vor schwierige gewesen. „Ein großes Problem allem der Mangel an Ärzten und Pflegekräfist zudem, dass junge Mediziner nicht mehr ten. In Zukunft wird uns dies vor noch grönach Südtirol zurückkehren. Da müssen ßere Herausforderungen stellen. Das System

Sven Knoll

Sepp Noggler

DER VINSCHGER 02/20

Andreas Leiter Reber

Jahrzehntelang war er als Arzt tätig, unter anderem arbeitete der Brixner in leitender Funktion im Krankenhaus Sterzing. In dieselbe Kerbe schlug Hanspeter Staffler von den Grünen. Das System an sich sei nicht krank. Aber: „Vor allem der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Die Gesellschaft wird immer älter. Es kommen immer weniger junge Fachkräfte nach. Dies ist jedoch kein hausgemachtes Problem, sondern ein demografisches“.

Franz Ploner

Hanspeter Staffler

Jürgen Wirth Anderlan