Im Zeichen der Beregnung

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VINSCHGER THEMA

Gottfried Niedermair im Interview.

Flexibilität. „Man ist unabhängig in der Bewässerungstätigkeit, muss nicht auf Wind und Feuerbrand achten“, sagt Niedermair. Jeder Bauer könne Größtenteils selbst entscheiden, ob er sein Feld im Rahmen des Turnusbetriebs bewässern möchte oder nicht. Ohnehin werde die Tropfberegnung im modernen Obstbau immer wichtiger. Dadurch dass eine Tropfberegnung den Boden direkt bewässert und nicht die Bäume selbst, garantiert sie eine größere Wassernutzungseffizienz und verringert gleichzeitig die Infektionsgefahr gegenüber Pilzen und Bakterien. Damit könne man auch das Anbringen von Pflanzenschutzmitteln verringern. Die Investitionen seien beachtlich. „Beitragsmäßig schaut es jedoch

nicht mehr so rosig aus“, sagt Niedermair. Man setze vermehrt auf europäische und staatliche Förderungen. Je mehr Beiträge zur Verfügung stehen, desto mehr Investitionen können getätigt werden. Über die Investitionen werde in Vollversammlungen für das jeweilige Einzugsgebiet entschieden. Stehen keine oder nicht ausreichend Beiträge für die Aufwendungen zur Verfügung, teilen sich die Bauern des betroffenen Einzugsgebiets die Kosten. Keine konkreten Vereinbarungen mit Gemeinden Was private Gartenanschlüsse betreffe sei nach wie vor jeder auf sich selbst gestellt.

In den vergangenen Jahren habe es zwar immer wieder Versuche gegeben, hierbei Regelungen zu finden, doch konkret habe sich diesbezüglich bisher nichts getan. Viele Gartenbewässerungssysteme sind nach wie vor an nahegelegene Beregnungsanlagen angeschlossen. Der Gewässernutzungsplan sehe zwar die Möglichkeit vor, dass das Bonifizierungskonsortium Vinschgau mit Gemeinden Vereinbarungen eingehe, dies sei aber noch nirgends der Fall, da die Durchführungskriterien von Seiten des Landes noch ausständig sind. MICHAEL ANDRES

Zahlen und Fakten zum Bonifizierungskonsortium SCHLANDERS - Das Bonifizierungskonsortium Vinschgau ist das größte dieser Art in ganz Südtirol. Über 70 Beregnungsanlagen befinden sich im Einzugsgebiet zwischen Burgeis und Plaus. 5500 Mitglieder sind dem Konsortium angeschlossen. Insgesamt werden rund 8500 Hektar (von insgesamt 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche) vom Bonifizierungskonsortium Vinschgau beregnet, rund 2000 Hektar davon sind Paul Wellenzohn mit einer Tropbewässerung im Obstbau ausgestattet. Gegründet wurde dieses üb- Gottfried Niedermair als Geschäftsführer. rigens im Jahre 1962. Seit 2006 fungiert Den Verwaltungsrat in der Amtsperiode

2016 bis 2020 bilden Präsident Paul Wellenzohn (Kortsch), Vizepräsident Armin Bertagnolli (Vizepräsident), Rechnungsrevisor Günther Bernhart (Schlanders) sowie Thomas Gurschler (Staben), Helmut Kiem (Tschars), Martin Franz Josef (Raffeiner), Armin Trafoier (Latsch) und Konrad Tscholl (Laas). Am Freitag, 17. Jänner, findet am Vormittag in der VI.P eine interne Tagung des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau statt. Dabei geht es unter anderem um die Wassernutzung sowie den Gewässerschutzplan. AM DER VINSCHGER 01/20

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