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VINSCHGER THEMA

Blaues Gold: Wasser Neues Beregnungs-Abkommen zwischen Bonifizierungskonsortium und Alperia als Fundament in Sachen Frostberegnung. Gewässerschutzplan sorgt für Unstimmigkeiten. SCHLANDERS - „In den vergangenen Jahren kam es zu intensiven Frostnächten mit großen Schäden“, blickt der Vetzaner Gottfried Niedermair im Gespräch mit dem der Vinschger zurück. Niedermair ist Geschäftsführer des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau und konnte kürzlich einen Coup vermelden. Nach zweijährigen Verhandlungen wurde in den vergangenen Wochen mit dem Südtiroler Energiedienstleister Alperia ein neues Abkommen beschlossen, was eine Vielzahl von Bauern im Vinschgau aufatmen lässt. Der Deal: Das Bonifizierungskonsortium Vinschgau bekommt die für die Frostberegnung notwendigen Wassermengen von den Alperia-Kraftwerken in Kastelbell, Laas und Glurns. Ältere Vereinbarungen gab es bereits mit der Montecatini in den 1960er Jahren sowie mit der Edison aus den 90er-Jahren. Diese wurden nun im neuen Abkommen mit der Alperia zusammengefasst, erneuert und dem modernen Bedarf angepasst. Unter anderem wurden dabei die Wassermengen um ein Drittel aufgestockt. 20.000 Sekundenliter, also 20 Kubikmeter Wasser in der Sekunde, stehen zur Verfügung. „Eine riesige Menge“, freut sich Niedermair. Das Wasser werde ohne Mehrkosten für das Bonifizierungskonsortium bzw. den landwirtschaftlichen Grundstücken zur Verfügung gestellt. Damit können die bestehenden Frostberegnungsanlagen in den nächsten Jahren weiter mit dem notwendigen Wasser versorgt werden und auch Erweiterungen der Anlagen in Angriff genommen werden. Der Energiedienstleister wisse seit jeher die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft im Vinschgau zu schätzen. „Die Frostberegnung ist ein bewährtes Rezept gegen Frostschäden. Im Gegensatz zur Trockenberegnung muss diese jedoch in einem ganzen Gebiet gleichzeitig angewandt werden, um Schäden zu vermeiden. Solche Wassermengen hatten wir bisher aber nicht zur Verfügung“, erklärt Nieder-

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DER VINSCHGER 01/20

mair. Bis dato wurde die Frostberegnung auf rund 1.800 Hektar angewandt, in Zukunft kann diese auf bis zu 2300 Hektar ausgedehnt werden. In kritischen Zeiten könne das Wasser der Alperia bei Bedarf auch für die Trockenberegnung verwendet werden. Dies wird sich vor allem in den extremen Zeiten des Klimawandels bewähren. Aufatmen bei den Bauern Zu großen Frostschäden war es in den letzten vier Jahren gleich dreimal gekommen, und zwar 2016, im April 2017 und teils im Mai 2019. Freilich, in vielen Fällen decken Versicherungen einen Teil der Schäden ab. Aber eben nicht immer. Und: Alleine schon was die Planung der Landwirte betrifft, dürfte aufgrund der Errungenschaften des Bonifizierungskonsortiums ein kollektives Aufatmen durch den Berufsstand gehen. Denn, Investitionen können somit sicherer geplant werden. „Im Obstbau und vor allem bei neuen Sorten ist eine vollumfassende Frostberegnung dringend nötig. „Auch wenn die Anzahl der Frosteinsätze generell abnimmt, so sind einzelne extreme Frostnächte für enorme Ernteausfälle verantwortlich“ erklärt Niedermair Probleme mit dem Gewässerschutzplan Doch gibt es für die heimische Landwirtschaft auch weniger gute Neuigkeiten. „Der Gewässerschutzplan ist so für uns nicht ideal“, gesteht Niedermair. Den Entwurf dazu hat die Landesregierung Ende des vergangenen Jahres gutgeheißen und er betrifft sämtliche Bereiche des Gewässerschutzes. Der Gewässerschutzplan soll dabei helfen, sensible Bereiche auszumachen und gezielte Schutzmaßnahmen zu setzen, heißt es vonseiten der Landesregierung. „Für uns in der Landwirtschaft bedeutet dies jedoch einige Einschnitte“, erklärt der Geschäftsführer des Bonifizierungskonsortiums.

„Genehmigungen, um etwa einen Bach in einem für die Beregnung nutzen zu können, könnten teilweise eingeschränkt werden“, befürchtet Niedermair. In Berggebieten, wo in bestimmten Zeiten Wasserknappheit herrscht, dürfte es deshalb schwierig werden, die notwendige Wassermenge abzuleiten und dabei alle Vorschriften einzuhalten. „Alternativen dazu gibt es leider kaum oder die notwendigen Investitionen in die Speicherung wären verhältnismäßig groß“, gesteht Niedermair. In den kommenden Monaten wolle das Bonifizierungskonsortium jedoch diesbezüglich intervenieren. Bisher sei es so gewesen, dass durch die früheren Wasserkonzessionen eine gewisse Menge sowie ein bestimmter Zeitraum für die Beregnung zur Verfügung standen, unabhängig von Einschränkungen und Auflagen aufgrund ökologischer Gegebenheiten. Man sei sich zwar bewusst, dass es mittlerweile auch ökologische Gewässerschutzmaßnahmen braucht und dass diese sinnvoll sind, „aber man kann nicht generell alle Gewässereinzugsgebiete in Südtirol mit den gleichen Kriterien einstufen und bewerten“, sagt Niedermair. Dass der Vinschgau ein seit je her ein niederschlagsarmes Gebiet ist, sei bekannt und Landwirtschaft werde auch in Zukunft ohne Bewässerung nicht möglich sein. Das Bonifizierungskonsortium hat diesbezüglich in den letzten Jahren bereits Millionen Euro in wassersparende Maßnahmen, wie Speicherbecken, Tropfbewässerungsanlagen und automatisierten Anlagen investiert. Große Investitionstätigkeiten – weniger Beiträge Auch in Sachen Investitionen tut sich beim Bonifizierungskonsortium Vinschgau so einiges. Unter anderem was die Tropfberegnung betrifft. Diese erfreue sich immer größerer Beliebtheit aufgrund ihrer

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Im Zeichen der Beregnung  

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