„Hände weg von Langtaufers!“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT wurden nachweislich 17 Schafe bzw. Ziegen und u.a. zwei Schutzhunde angekauft. Er von Wölfen gerissen, 2018 waren es 120. sieht den Herdenschutz als eine mögliche Im Vergleich dazu kamen im selben Jahr ca. Alternative. Gäbe es diese nicht, „würde ich 5.000 Schafe bzw. Ziegen durch Unwetter den Stall zusperren.“ Problemlos lassen sich und Krankheiten um. Europaweit dürften Herdenschutzmaßnahmen allerdings nicht derzeit ca. 17.000 Wölfe leben. umsetzen. So stelle sich etwa die Frage der Haftung, falls Schutzhunde Menschen angreifen. Bei der Behirtung und bei gezielten 135.000 Goldschakale in Europa Weideführungen komme die Kostenfrage Oft vergessen und unterschätzt werde dazu. Rein wirtschaftlich gesehen brächten der dem Wolf ähnliche Goldschakal, dessen die Schafe wenig ein. Um diese Situation zu Anzahl in Europa auf 135.000 geschätzt wird. verbessern, sei mit der Tourismusbranche Ein grundsätzliches Problem ortet Rossberg in seiner Heimat und mit dem Skigebiet verdarin, dass es nicht so sehr um den Konflikt einbart worden, Lämmer und Kitze regional Mensch-Wolf gehe, sondern mehr um den zu vermarkten. Das erste Jahr sei in diesem Konflikt Mensch-Mensch: „Für die einen ist Sinn erfolgreich gewesen. Schranz verwies der Herdenschutz ein gangbarer Weg, für die auch auf die Bedeutung der Beweidung und andern kommt er überhaupt nicht in Frage. Pflege der Almen für den Erosions- und Es gibt zu diesem Thema keine einheitliche Katastrophenschutz. In punkto Behirtung Linie, auch nicht innerhalb der Bauern.“ sei es von Vorteil, Schafherden zusammenGegensätzliche Positionen in der Politik, in zuführen und für die Beweidung gute Hirten Umweltschutzkreisen und in der Gesellschaft zu verpflichten. kommen hinzu. Rossberg: „Solange untereinander gestritten wird, kommen wir nicht Herdenschutzberater weiter und wir werden in 5 oder mehr Jahren dort sein, wo wir heute sind.“ Max Rossberg informierte auch über ein auf 5 Jahre ausgelegtes und von der EU mit 5 Millionen Euro gefördertes Aus- und Gezielte Weideführung Weiterbildungsprojekt zum Thema HerdenGlücklich zeigte sich der Bauer Thomas schutz in Bayern, Österreich und Südtirol. Schranz aus Tösens, der u.a. knapp zwei Federführender Projekt-Partner sei Bio Dutzend Schafe hält, mit dem Auftreten Austria. Es sollen u.a. in 5 Jahren 350 Herdes Wolfs zwar keineswegs, aber er habe denschutzberater ausgebildet sowie 1.000 sich für Herdenschutznahmen entschieden Bauern - sofern sie es wünschen - gezielt mit

dem Thema Herdenschutz vertraut gemacht werden. Ziel des Projektes und weiterer damit zusammenhängender Maßnahmen sei es nicht, den Herdenschutz als einzige mögliche Lösung zu propagieren, „sondern herauszufinden, was mit Herdenschutz machbar ist und was nicht.“ Harsche Kritik Alles eher als auf Gegenliebe stießen die aufgezeigten Herdenschutzmaßnahmen bei Schafbauern und Bauernvertretern aus Tschengls, Ulten und anderen Orten. Wie es mehrfach hieß, sei Herdenschutz auf Almen in Südtirol schon aufgrund des Geländes kaum möglich. Die Südtiroler Almlandschaft sei mit „flachen Gegenden“ in Deutschland nicht vergleichbar. Hinzu kämen die hohen Kosten und der Arbeitsaufwand. Außerdem seien in Südtirol in der Regel nicht große Schafherden anzutreffen, sondern eher kleinere Herden, die in Gruppen auf den Almen weiden. „Der Herdenschutz ist nicht der Problemlöser. Das Problem ist der Wolf. Es ist der Wolf, der weg muss“, brachte Lorenz Müller, der Obmann des Verbandes Südtiroler Kleintierzüchter, seine Ansicht auf den Punkt. Ein weiterer Diskussionsteilnehmer warf ein, dass es realitätsfremd sei, zu glauben, dass sich das Problem mit Herdenschutzmaßnahmen lösen lasse. Zum Handkuss kam bei der Diskussion nicht zuSEPP letzt auch die Politik.

Diese Schule macht fit KORTSCH - Der Tag der offenen Tür an der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung ist ein Anziehungspunkt, der neben Familie und Freunde der Schülerinnen und Schüler auch sehr viele interessierte Besucher nach Kortsch führt. In diesem Jahr wurde wiederum eine Fülle von Thema gezeigt, die während des Schuljahres als Projekte, Werkstatt- oder Facharbeiten behandelt wurden. Zwischen Genuss und Gewissen – Kaffee, Schokolade, Alkohol, Essen und Psyche, die Strahlenbelastung, Soziale Netzwerke, zeitgemäße Reinigung, Modellbau und die Gestaltung von Räumen, Geschenkideen aus der Nähwerkstatt waren einige der interessanten Themen. In einem Schauraum für den Gast wurden das fachgerechte Obstfilettieren, das Garnieren von Cocktails, der richtige Käseservice, Marzipanfiguren und Spezialbestecke gezeigt. INGE

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