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VINSCHGER THEMA

Selbstständig, aber nicht allein Seniorenresidenz offiziell eröffnet. 10 von 12 Wohnungen sind vergeben. SCHLANDERS - Man hört es fast alle Tage: das Durchschnittsalter der Menschen nimmt stetig zu. Der demografische Wandel führt auch dazu, in der Begleitung und Betreuung älterer Menschen neue Wege zu gehen. Der Wunsch der meisten Seniorinnen und Senioren ist es, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Zwischen dem Zuhause und dem Einzug in ein Wohn- und Pflegeheim können aber Welten liegen. So gibt es etwa immer mehr ältere Menschen, die grundsätzlich noch sehr selbstständig sind, aber doch ein Mindestmaß an Begleitung brauchen bzw. sich eine solche wünschen. Genau für diese Gruppe von Menschen hat die Gemeinde Schlanders eine neue Struktur geschaffen. Es ist dies die Seniorenresidenz. Die ersten Bewohner sind vor fast einem Jahr eingezogen. Mittlerweile sind 8 der insgesamt 12 Kleinwohnungen besetzt, 2 sind vergeben und die restlichen 2 werden auch nicht mehr lange unbewohnt bleiben.

für Senioren bei, 340.000 Euro stammten aus dem Rotationsfonds und den Rest (740.000) stemmte die Gemeinde mit Eigenmitteln. Für die Ausgaben der Einrichtung setzte die Gemeinde 225.000 Euro Eigenmittel ein. 120.000 Euro kamen vom Amt für Senioren. Den Ankauf des Gebäudeanteils bzw. des Bauvolumens hatte die Gemeinde ebenfalls mit Eigenmitteln (600.000 Euro) Richard Klotz (links) lebt seit Februar 2019 in bestritten. Pinggera dankte allen, die dazu der Seniorenresidenz. Er fühlt sich dort ebenso beitragen hatten, das Vorhaben zu verwirkwohl wie Walter Tröger (rechts) und die weiteren lichen, im Besonderen der Familie WielanBewohner und Bewohnerinnen. der, dem Architekten Lukas Wielander, den Technikern, Handwerkern und Betrieben, begleitetes Wohnen zu schaffen. Schon 2011 den Nachbarn, dem früheren Referenten hatte sich die Gemeinde auf Initiative des Heinrich Fliri, seiner Nachfolgerin Monika damaligen Gemeindereferenten Heinrich Wielander Habicher und dem Land für die Fliri auf die Suche nach einem geeigneten Mitfinanzierung. Standort gemacht. Dieser sollte sich in der Umgebung des Bürgerheims befinden. Kein Nullachtfünfzehn-Bau Lange Baugeschichte

Architekt Lukas Wielander sagte, dass es ihm nicht darum gegangen sei, irgend2012 wurden Verhandlungen und Ge- einen modernen „Nullachtfünfzehn“-Bau „So ein Haus war notwendig“ spräche mit Hans und Ulrich Wielander auf- zu entwerfen, „sondern ein Gebäude, das „Es hat sich gezeigt, dass Schlanders so genommen. Die Familie Wielander erklärte mit seinen Außenfassaden an alte Vinschger ein Haus braucht“, sagte die zuständige sich bereit, rund zwei Drittel des ehemaligen Wohnhäuser erinnert.“ Bei der InnengeGemeindereferentin Monika Wielander Obstmagazins in der Hauptstraße an die staltung habe er Wert darauf gelegt, die Habicher am 7. Dezember bei der Segnung Gemeinde abzutreten. Pinggera blickte Wohnungen individuell zu gestalten und und offiziellen Eröffnung der Seniorenre- auf die jahrelangen, nicht immer leichten gleichzeitig das Element des Gemeinsasidenz. Mit Bürgermeister Dieter Pinggera Vorarbeiten zurück, sowie auf den Bau der men und der Gemeinschaft zur Geltung zu stimmte sie darin überein, dass es notwendig Seniorenresidenz, mit dem am 19. Septem- bringen, zum Beispiel mit der Schaffung war, zusätzlich zu den bestehenden 10 klas- ber 2016 begonnen wurde. Die Baukosten einer großzügigen Gemeinschaftsstube sischen Seniorenwohnungen und den Ange- beliefen sich auf insgesamt 1,68 Millionen im Erdgeschoss. Die Seniorenresidenz mit boten im Bürgerheim auch eine Struktur für Euro. 600.000 Euro davon steuerte das Amt 6 Stockwerken auf der hinteren und 5 auf der vorderen Seite ist an das Fernheizwerk angeschlossen, verfügt über einen Aufzug, ist behindertengerecht ausgestattet und beherbergt neben der Gemeinschaftsstube auch einen Bügel- und Waschraum sowie weitere Gemeinschafsträume. Jeden Tag eine Morgenrunde

Nadia Brenner (links) und Karin Tschurtschenthaler

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DER VINSCHGER 43/19

Lukas Wielander (links) und Dieter Pinggera

Mit der fachgerechten Begleitung bzw. Betreuung der Bewohner ist die Bezirksgemeinschaft Vinschgau beauftragt worden. „Es ist unser Ziel, nur so viel zu helfen wie notwendig und die Bewohner möglichst in