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VINSCHGER GESELLSCHAFT gebe es in Südtirol laut Gauly Handlungsund Nachholbedarf: „In Werbekampagnen von Milchhöfen wird oft von ‚glücklichen’ Kühen gesprochen, doch die Realität sieht nicht selten anders aus.“ Gauly, der auch am Projekt „Tierwohl Südtirol“ beteiligt ist, gab sich abschließend überzeugt, „dass Tiergesundheit und Tierwohl praxisnah, wiederholbar, objektiv und in relativ kurzer Zeit erfasst werden können.“ Tiergesundheit und Tierwohl seien aus Gründen der Tierethik, der Wirtschaftlichkeit und der Vermarktung von zentraler Bedeutung. „Südtirol muss sich beteiligen. Eine Alternative zum ‚Projekt Tierwohl’ gibt es nicht.“ Die investierte Arbeite werde sich auszahlen. Bei der Diskussion wurden u.a. die Themen Laufstall und Anbindehaltung aufgeworfen. Gauly brach zwar grundsätzlich eine Lanze für Laufställe, deren Errichtung entsprechend zu fördern sei, zeigte sich aber auch davon überzeugt, dass es möglich ist, die Anbindehaltung mit gezielten Maßnahmen zu verbessern, wobei sich oft auch mit kleinen Veränderungen viel bewirken lasse. Es sei nämlich nicht so, dass jeder Laufstall super bzw. jeder Anbindestall schlecht sei. Mehrere Diskussionsteilnehmer warfen ein, dass der Bau von Laufställen auf kleinen Betrieben im Berggebiet schwierig sein. Laut dem BRING-Obmann Daniel Gasser sollten

Lauf- und Anbindestalle nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Signale der Kuh Irene Holzmann (BRING) machte in ihrem Referat auf die Signale aufmerksam, die täglich von den Kühen ausgehen und die Auskunft über ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit geben. Von der Körperhaltung, den Verhaltensweisen und anderen äußeren Merkmalen lasse sich vieles ablesen. Werden die Signale richtig erkannt, können Betriebsabläufe verbessert und das Wohlbefinden und die Leistung der Kühe gefördert werden. Als konkretes Beispiel für die Verbesserung des Kuhkomforts nannte sie die Kalkstrohmatratze. Wie Tierwohl in der Praxis funktioniert, erläuterte Johann Zingerle vom Oberhuberhof in Vintl. Dort stehen Tierwohl und Tiergesundheit im Mittelpunkt. Putenschinken aus Schnals Viel Zuspruch fand auch das Referat von Sophia Kienzl vom „Walchhof“ in Katharinaberg. Sie berichtete über ihre Matura-Arbeit an der Fachschule Fürstenburg und die Umsetzung ihres Projektes der Putenhaltung. „Mit dem Projekt möchte ich auf meinem

elterlichen Betrieb ein innovatives, nachhaltiges, attraktives und wirtschaftliches Standbein errichten,“ sagte Sophia. Als Hauptziel nannte sie die Produktion von tiergerecht erzeugtem Putenfleisch. So wurden in Kooperation mit der Metzgerei „Kiem“ zwei Kochschinkenvariationen aus Putenfleisch kreiert. Sophia Kienzl gab sich überzeugt, „dass Putenhaltung über ein großes Potenzial für landwirtschaftliche, kleinstrukturierte Familienunternehmen in Südtirol verfügt.“ Geflügelfleisch werde weltweit konsumiert, die Nachfrage sei stabil. Auch in Südtirol sei dieser Trend zu erkennen. Mit der Putenaufzucht am „Walchof“ wurde im Februar 2019 mit 11 Eintagsküken begonnen. Derzeit wird ein neuer Stall gebaut. In Zukunft sollen zusätzlich zu den Schinkenvariationen weitere Produkte dazu kommen. Abgeschlossen wurde die Tagung mit einem Referat des Direktors der Raiffeisenkasse Obervinschgau, Markus Moriggl, über wirtschaftliche Perspektiven für die Berglandwirtschaft. Ausgehend von einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2007 von Markus Schermer und Christoph Kirchengast beleuchtete Moriggl verschiedene Möglichkeiten und Chancen der wirtschaftlichen Ausrichtung bäuerlicher Betriebe im SEPP Berggebiet.

SKYR MIX: neues Highlight von Mila-Bergmilch Südtirol VINSCHGAU/SÜDTIROL - Wenn Mila - Bergmilch Südtirol im Herbst 2019 ein neues Highlight in die Kühlregale bringt, nämlich SKYR MIX, ist auch Heumilch aus dem Vinschgau mit dabei. Vorgestellt wurde die Produktneuheit am 6. November mit einer Verkostung im Mila Bistro in Bozen. Neben dem Mila Geschäftsführer Robert Zampieri nahmen auch die Leiterin von Marketing und Produktmanagement, Liselotte Pichler, und der Leiter von Qualität, Forschung und Entwicklung, Thomas Bernhart, an der gut besuchten Präsentation teil. Das innovative Produkt mit vielen Proteinen und wenig Fett zeichnet sich durch das harmonische Zusammenspiel aus Mila SKYR und köstlichen Müsli- und Fruchtkombinationen aus. „Ein nahrhafter und zugleich leichter Snack für zwischendurch, zum Frühstück, oder als vollwertige Mahlzeit“, so Robert Zampieri bei der Vorstellung.

Das Entwicklungsteam

Als erster Produzent in Italien hatte Mila - Bergmilch Südtirol vor rund zwei Jahren Mila SKYR auf den Markt gebracht: Eine Milchspezialität, deren ursprüngliche Rezeptur aus Island stammt. SKYR ist aufgrund der vielen positiven Eigenschaften beliebt und begeistert durch den hohen Protein- und niedrigen Fettgehalt besonders ernährungsbewusste und sportlich aktive Menschen. „Der Erfolg von SKYR in Südtirol und Italien hat uns alle positiv überrascht und wir haben damit eine Vorreiterrolle mit einem innovativen Produkt

eingenommen“, betonte Liselotte Pichler. Diesen Weg wolle man nun weitergehen.

gutes Produkt, ganz ohne Aromen zu erhalten. Für die Herstellung des SKYR MIX wird 100% Heumilch aus Südtirol verwendet, die von Kühen stammt, die nach alpiner Perfekte Ergänzung des Sortiments Tradition mit frischem Gras, Heu und in geringer Ergänzung mit Ergänzt mit spannenden Müsli- Getreide gefüttert werden. kombinationen, ist der neue Snack Mila SKYR MIX, das neue Proein reichhaltiger und vollwertiger dukt, in das in den vergangenen Mix aus ausgewählten Inhalts- Monaten viel Herzblut gesteckt stoffen. wurde, ist nun in 4 leckeren und In den einundeinhalb Jahren innovativen GeschmacksrichtunEntwicklung wurde großer Wert gen im Kühlregal zu finden. darauf gelegt, hochwertige Zutaten Mehr Informationen gibt es im zu verwenden um ein natürlich Internet (www.mila-skyr.it). RED DER VINSCHGER 39/19

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