Äpfel pflücken im Scheinwerferlicht

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VINSCHGER GESELLSCHAFT das Interesse seitens der Schweiz für eine Anbindung an den Vinschgau derzeit nicht besonders groß sei. Als Illusion und völlig unrealistisch bezeichnete Karl Pfitscher die Idee einer Bahnverbindung von Mals nach Landeck (Reschenbahn). Sehr positiv wertet der HGV hingegen die derzeit laufenden Arbeiten zur Elektrifizierung der Vinschger Bahn. Thomas Gruber verwies u.a. darauf, dass die Fahrgastkapazität verdoppelt wird, dass die Bahn künftig im Halbstundentakt verkehren und dass ein Umsteigen in Meran nicht mehr notwendig sein wird. „Nicht überall gibt es genug Betten“ Im Gegensatz zu anderen Gebieten in Südtirol und speziell auch im Burggräfler Raum hinkt die touristische Entwicklung in einigen Gemeinden im Vinschgau laut Hansi Pichler nach: „Während in bestimmten Gemeinden im Burggrafenamt die quantitative Entwicklung die Grenze erreicht hat, gibt es in einigen Gebieten im Vinschgau durchaus noch Luft nach oben.“ Noch deutlicher wurde Karl Pfitscher: „Besonders in Gemeinden im Mittel- und Obervinschgau müssen quantitative Entwicklungen möglich sein.“ Er bezog sich auf die Ausweisung von Tourismuszonen und die Erweiterung bestehender Betriebe. „In Schlanders zum Beispiel ist die Zahl der Gästebetten von seinerzeit fast 2.000 auf nunmehr 1.300 gesunken“, gab der Gebietsobmann zu bedenken. „Es ist kaum zu glauben, aber im Gemeindegebiet von Schlanders haben wir innerhalb einer gar nicht so langen Zeit 10 Hotels verloren“, ergänzte Manfred Pinzger. Zur baulichen Entwicklung im Tourismus auf Landesebene hielt der Präsident fest, „dass es nie so war und nie so sein wird, dass diese völlig ungesteuert erfolgt ist bzw. erfolgen wird.“ Es habe immer klare

Grenzen gegeben „und diese wird es auch in Zukunft geben.“ Es sei in der Vergangenheit darauf geachtet worden, „dort Entwicklung zu fördern, wo sie notwendig war, aber auch gegenzusteuern, wenn Bedarf dazu bestand.“ Mit dem neuen Gesetz für Raum und Landschaft, „das am 1. Jänner 2020 in Kraft treten muss, ist die Ausweisung neuer Tourismuszonen in touristisch entwickelten und stark entwickelten Gebieten stark eingeschränkt worden.“ Jede Gemeinde müsse sich über die touristische Entwicklung Gedanken machen, auch darüber, wie viel man an Entwicklung haben möchte. Dieses müsse Teil des Gemeindeentwicklungsplans sein. Bettenrückgang in 54 Gemeinden Mit detaillierten Fakten zur baulichen Entwicklung im Tourismus wartete Thomas Gruber auf. So habe Südtirol derzeit mit 227.966 ungefähr gleich viele Betten wie 1985. In 54 Gemeinden sei seit 2007 ein Bettenrückgang zu verzeichnen. Laut Gruber müsse die bauliche Entwicklung differenziert betrachtet werden. Laut ASTAT-Daten wurde im Jahr 2017 in Südtirol insgesamt 4.028.836 Kubikmeter verbaut. 38,7 Prozent davon entfielen auf den Bau von Wohngebäuden und 61,3 Prozent auf Nicht-Wohngebäude. „Und im Bereich der Nicht-Wohngebäude hat die die Landwirtschaft 15,6 Prozent verbaut. Auf das produzierende Gewerbe und das Handwerk entfielen 20,9 Prozent, auf Dienstleistungen ohne Tourismus 3,3 Prozent und auf den Tourismus 17,8 Prozent.“ Nicht zu vergessen seien in puncto bauliche Entwicklung auch die nicht gewerblichen Beherbergungsbetriebe, sprich Urlaub auf dem Bauernhof und Privatzimmervermietung. „Diese sind mit rund 50.000 Betten und somit einem Drittel der Betten in Hotelbetrieben eine gewichtige

Berufung wahrscheinlich MALS - Nachdem das Verwal- Urteil zusammen mit dem Rechts-

tungsgericht Bozen die Durchführungsverordnung der Gemeinde Mals über die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Gemeindegebiet als nichtig erklärt hat, weil sie dafür keine Zuständigkeit habe, wird gegen dieses Urteil nun wahrscheinlich Berufung beim Staatsrat in Rom eingelegt. Das bestätigte BM Ulrich Veith (im Bild) am 14. Oktober. Er habe das

anwalt analysiert und gehe jetzt davon aus, dass es beim Staatsrat angefochten wird. Die große Mehrheit der Bevölkerung stehe nach wie vor hinter einer „pestizidfreien Gemeinde“. Klein beigeben werde die Gemeinde auf keinen Fall. Hand in Hand mit dem Bekanntwerden des Urteils hatte LR Arnold Schuler auch auf ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) verwiesen, wonach die geltenden EU-Regeln für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ausreichen, um die Bevölkerung und Umwelt zu schützen. SEPP

Realität im Tourismus in Südtirol“, so der Direktor. Wenn über Steuerungsmechanismen in der Hotellerie entschieden werde, müsse dies auch für den Urlaub auf dem Bauernhof und die Privatzimmervermietung gelten. Stichwort Nachhaltigkeit Für den HGV sei die Nachhaltigkeit laut Manfred Pinzger schon seit längerer Zeit mehr als nur ein Schlagwort: „Bereits seit 2014 beschäftigen wir uns als Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit und messen bereits zum dritten Mal den eigenen CO2-Fußabdruck, der mittels entsprechender Ausgleichsmaßnahmen kompensiert wird.“ Besonders für eine Urlaubsdestination wie Südtirol, „die mit einer herrlichen Kultur- und Naturlandschaft wirbt, muss die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema sein.“ Nicht zuletzt seien es auch zunehmend die Gäste, die Wert auf einen nachhaltigen und klimaverträglichen Urlaub legen. Was der HGV ebenfalls groß schreibe, seien die Themen Regionalität, lokale Produkte und kleine Kreisläufe. Nicht prinzipiell abgeneigt zeigten sich die HGV-Vertreter für neue Infrastrukturprojekte. Zur Anbindung Langtaufers-Kaunertal meinten Pinzger und Pfitscher, dass man grundsätzlich hinter diesem Vorhaben stehe, „allerdings müsste es aber auch vor Ort einen möglichst breiten Konsens für ein derartiges Vorhaben geben.“ Viel zu tun gebe es u.a. noch in Bezug auf die Aufwertung des Nationalparks Stilfserjoch und den weiteren Ausbau der Passstraße auf das Joch als Panoramastraße und damit zusammenhängender Maßnahmen. Viel Potential orten die HGV-Vertreter zudem in der Aufwertung des Areals vor dem Turm im Reschensee. Das hierfür von der Gemeinde Graun und dem Land ins Auge gefasste Projekt sei voll zu unterstützen. SEPP

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