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Foto: Fabian Wallnöfer

VINSCHGER THEMA

Im Bild (v.l.): Lorenz Delle Donne, David Frank, Lena Lazzari und Martin Hauser; Thomas Singer fehlt im Bild.

Herzensprojekt

er darüber, dass sich einige Firmen bereit erklärtet haben, dieses grenzüberschreitenFür David Frank ist „Amazia“ ein Her- de Musikprojekt zu unterstützen. Großen zensprojekt, in das er nicht nur seine ganze Illusionen gibt sich David nicht hin: „Für Begeisterung und Liebe zur Musik hinein- mich ist dieses Projekt wie die Erfüllung gepackt hat, sondern auch Geld. Froh ist eines Traums. Wenn unsere Musik den

Menschen gefällt, freut uns das natürlich sehr. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn schon allein der Spaß und die Begeisterung bei der Umsetzung des Projekts sind Lohn genug.“ SEPP

Erstes Begräbnis ohne Pfarrer TSCHARS - Was vor nicht allzu langer Zeit

noch undenkbar gewesen wäre, ist nun Wirklichkeit geworden. Zum ersten Mal fand am 23. August in Tschars und wohl auch im gesamten Vinschgau ein Begräbnis ohne einen Pfarrer statt. An dessen Stelle leitete Karin Mitterer die Beerdigung. In weißer Albe (liturgisches Gewand) nahm sie die Einsegnung vor, sprach den Angehörigen Trost zu und erwähnte, dass im christlichen Glauben der Tod nicht das Ende sei. Souverän führte sie durch den Wortgottesdienst, las das Evangelium, erinnerte in ihrer Ansprache an das Leben des Verstorbenen und erbat den Segen für die Hinterbliebenen. „Die Teilnehmer am Begräbnis zeigten sich beeindruckt von der einfühlsamen Gestaltung der Feier“, sagte Herbert Blaas, der Präsident der Pfarrgemeinde Tschars, dem „der Vinschger“. Der Unterschied einer solchen Begräbnisfeier zur herkömmlichen Beerdigung mit einem Priester ist, dass anstelle der Eucharistiefeier eine Wort-Gottes-Feier ohne Opferung, Wandlung und Kommunion stattfindet. Ansonsten bleibt der gewohnte Ablauf mit Einsegnung, Einzug in die Kirche, Wort-Gottes-Feier, Auszug zum Friedhof und Verabschiedung gleich wie bei einem Begräbnis mit dem Pfarrer. Gemeinsam mit 16 weiteren Frauen und Männern besucht Karin Mitterer einen

Die Verabschiedung im Anschluss an den Wortgottesdienst in der Kirche.

dafür vorgesehenen, dreijährigen Kurs an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen. Den 1. Teil hat sie bereits absolviert. Die Teilnehmer/innen müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen, u. a. die bischöfliche Beauftragung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern, die Bereitschaft zur Teilnahme an allen Lehrveranstaltungen und ein positiv verlaufendes Bewerbungsgespräch. Ein wichtiger Bestandteil sind die Praxiseinsätze während der Ausbildung, d.h. die Leitung von drei Beerdigungen ohne die Anwesenheit eines Pfarrers. In der Diözese Bozen-Brixen werden als Reaktion auf den Priestermangel seit 2018 erstmals Kurse zur Leitung von

Karin Mitterer in weißer Albe spricht ein Gebet.

Begräbnisfeiern durch Laien angeboten. Nach Angaben der Diözese ist dies die erste Ausbildung zur Leitung von Begräbnisfeiern in Italien, die nicht nur Diakone, sondern auch Laien (Frauen und Männer) zur Leitung befähigt. Bedenken wegen möglicher Diskussionen über „Zwei-Klassen-Beerdigungen“ hat Karin Mitterer nicht: „Verstorbene zu bestatten ist ein Werk der Barmherzigkeit, zu dem jeder Christ durch die Taufe berufen ist.“ Neben Karin Mitterer nimmt auch Marianne Holzeisen Bauer aus dem Dekanat Naturns (bzw. aus dem Vinschgau) an diesem Kurs teil. OSKAR TELFSER

DER VINSCHGER 33/19

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