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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Nachhaltigkeit im Bausektor“ EYRS/TSCHENGLS - Jahr für Jahr lädt das Frauennetzwerk Wnet zu einem Sommertreffen ein. Das heurige Treffen zum Thema „Nachhaltigkeit im Bausektor“ fand auf Anregung der Obfrau der lvh-Frauen des Bezirks Vinschgau, Rita Egger, im Vinschgau statt, genauer gesagt in Eyrs und in Tschengls. Zum Auftakt wurde die Gruppe am 13. September in der Firma „Schönthaler Baustoffe“ (Betonsteinwerk und Baustoffhandel) in Eyrs von Brigitte Schönthaler und ihrem Bruder Martin durch den Betrieb geführt. Es war Alois Schönthaler, der 1955 mit der Herstellung von Betonsteinen begonnen hatte. Das Produktionssortiment wurde nach und nach erweitert. Mittlerweile werden Pflastersteine, Betonfertigteile, Deckenund Regalsysteme, Betonpfähle, weitere Bauelemente und seit einigen Jahren auch Hanfsteine (Hanfziegel) produziert. Der Baustoffhandel kommt dazu. Ein wichtiger Zweig der Produktion ist die Herstellung von Betonpfählen für den Obstbau. Zu den bisher größten Aufträgen gehörte im Vorjahr die Lieferung von ca. 45.000 Obstbau-Betonpfählen nach Marokko. Für die Produktion von Hanfziegeln wurde die bestehende Maschine in Eyrs eigens adaptiert. „Unten in Eyrs

Werner Schönthaler führt in das Arbeiten mit Nutzhanf ein.

Gruppenbild bei der Firma „Schönthaler Baustoffe“ in Eyrs

haben wir gesehen, wie aus Hanfschäben industriell Hanfziegel hergestellt werden, hier oben bekommen wir einen Einblick in die Handarbeit mit Hanf und in die Vielfalt der Produkte, die man aus der uralten Kulturpflanze Hanf gewinnen kann“, sagte Werner Schönthaler bei einem kurzen Workshop auf dem Castelatsch-Hof in Tschengls. „Wir haben das rund 500 Jahre alte Wohnhaus mit Hanf saniert und arbeiten hier wie vor 500 Jahren.“ Es sei bedauerlich, dass der Hanf im 19. Jahrhundert stark an Bedeutung verloren hat. Erst seit den 1990er Jahren sei das Interesse am Anbau und an der Verwertung von Nutzhanf wieder gestiegen. Im Nutzhanf sieht Werner Schönthaler den Ökorohstoff der Zunkuft: „Es lässt sich alles verwenden, von der Wurzel und den Stengeln bis zu den Sa-

men.“ Entsprechend vielfältig sind die Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten. Die Palette reicht von Baustoffen und Getränken über Textilien, Papier und Seile bis hin zu Öl, Mehl und Kosmetikartikeln. Der Castelatsch-Hof hat sich mittlerweile zu einer Art Aus- und Weiterbildungszentrum im Bereich des Nutzhanfs entwickelt. Es finden laufend Kurse und Workshops statt. Auch Wissenschaftler sind nicht selten zu Gast. Werner Schönthaler ist übrigens ein überzeugter Verfechter der Kreislaufwirtschaft. Unter Kreislaufwirtschaft versteht man ein regeneratives System, in dem Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Energie- und Materialkreisläufen minimiert werden. Abgeschlossen wurde das Som-

mertreffen mit einer Vinschger Marende auf der Tschenglsburg. Die Wnet-Präsidentin Marlene Rinner dankte allen Teilnehmerinnen, die zum Teil auch aus Österreich angereist waren, sowie allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen hatten. Wnet (networkig women) ist ein Südtiroler Netzwerk von mittlerweile 70 Frauen aus Wirtschaft, Management und Dienstleistung, das sich die Frauenförderung im Berufsleben zum Ziel gesetzt hat. Das Leitmotiv lautet: „Karriere möglich machen“. Der Fokus liegt dabei auf dem Engagement, Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern im Berufsleben auf allen Hierarchieebenen zu erreichen. Außerdem soll für die Schaffung entsprechender gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen sensibilisiert werden. SEPP

Chronistentreffen in Kastelbell KASTELBELL - Am Samstag, 21. September findet um 15.15 Uhr im Ratssaal der Gemeinde in Kastelbell das Treffen der Chro-

nistinnen und Chronisten des Vinschgaus statt. Dabei wird Bürgermeister Gustav Tappeiner die Gemeinde vorstellen, Herbert

Raffeiner wird über die Option Der Bezirks- Chronist Wolfgang im Vinschgau sprechen und der Thöni lädt alle Chronistinnen und Chronist Karl Heinz Röggla wird Chronisten zum Treffen ein. RED die digitale Chronik vorstellen.

Acht brillante Männerstimmen in Schlanders SCHLANDERS - Acht brillante Männerstimmen mit weichem, ausdrucksstarkem A-cappella-Klang. Stilgerechte und originelle Interpretation verschiedener Musikrichtungen. Eine Besonderheit, die in Verbindung mit einer Prise Humor und mit energiegeladener Bühnenpräsenz das Publikum in seinen Bann

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DER VINSCHGER 31/19

zieht. Ein Männervokalensemble, das sich mit dem breiten Spektrum des A-cappella-Repertoires auseinandersetzt: Unter dem Motto „a cappella in performance“ bietet das Ensemble Vokalmusik zum Schmunzeln, Zurücklehnen, Lachen und Staunen. Bekannte Hits in erfrischendem A-cappella-Gewand und vokale

Leckerbissen zeigen die musikalische Vielfalt des Programms. Die Stimmen verschmelzen und das Ensemble zeigt alle Facetten vokaler Klangfarben. Die Salzburger Nachrichten schreiben: „Und wenn die jungen Barden dann mit einer Rose im Mund ein spanisches Liebeslied trällern und aberwitzige Figuren dazu

tanzen, gibt es beim Applaus kein Halten mehr.“ Diese acht Männerstimmen werden das Publikum im Kulturhaus Schlanders am Samstag, 5. Oktober 2019 um 19.30 Uhr begeistern. Veranstalter ist „musica viva Vinschgau“ in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus. HS