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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wo ist die Heimat geblieben? SCHLUDERNS - Die Option war

auch für die Vinschger Bevölkerung ein einschneidendes Erlebnis, das bis heute wenig verarbeitet und noch weniger verdaut ist. „Das Thema braucht noch viel Reflexion“, sagte Herbert Raffeiner kürzlich in seinem Vortrag im Vintschger Museum in Schluderns. „In sehr vielen Familien ist das Thema Option irgendwie heute noch präsent“. Und noch heute regt sich in vielen Menschen der Zweifel, ob es richtig war auszuwandern bzw. zurückzuwandern, denn wo ist die Heimat geblieben? Nachdem Südtirol im Friedensabkommen von St. Germain Italien zugesprochen wurde, regte sich bereits erster Widerstand, der besonders dann verstärkt wurde, als die ersten Tiroler Buben im Jahr 1921 zum italienischen Militär mussten. Mit großer Hoffnung schauten alle Südtiroler ins Deutsche Reich. In den Dörfern bildeten sich volkstreue Zirkel und verbotene Zellen, in denen das Deutschtum zelebriert wur-

vergessenes Detail: jene, die für Deutschland optiert hatten und dann nicht ausgewandert sind, haben die italienische Staatsbürgerschaft erst nach ca. 10 Jahren wiedererlangt. In dieser Zeit waren sie staatenlos. Noch bis zum 3. November läuft die Ausstellung „gehen oder bleiben“ im Museum von Schluderns, und wer könnte besser dazu referieren als Herbert Raffeiner? Mit fundamentalem Hintergrundwissen sowie einer Brise Ironie und Humor sprach er vor zahlreichem Publikum über die Auswirkungen der Option auf den Vinschgau. Er zitierte Gemeinderatsbeschlüsse, Herbert Raffeiner bei seinem Vortrag in Schluderns las aus Briefen und erzählte von Menschen und Familien, die in de. Als der Optionsgedanke auf rern versprochen, Wohnungen die Mühlen der Propaganda gediesen Nährboden fiel, hatte es und Arbeitsstellen wurden ver- raten waren. „Ein Riss zog sich der VKS (Völkischer Kampfring mittelt. Es war wohl der Ausbruch durch die Bevölkerung und vielSüdtirol) nicht schwer, von den des Zweiten Weltkrieges, der die fach auch durch die Familien“, so 214.000 optionsberechtigten große Auswanderung verhin- Raffeiner. INGE Südtirolern 180.000 zur Option dert hat, so dass „nur“ 75.000 zu animieren. Ein geschlossener Menschen auswanderten und Siedlungsraum in Polen und in davon 25.000 nach dem WeltBurgund wurde den Auswande- krieg wieder zurückkamen. Ein

Geräumt und gesichert

Das Ufer des Tisentalbaches wurde gesichert. SCHNALSTAL - Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West in der Agentur für Bevölkerungsschutz hat im Tisentalbach im Schnalstal Arbeiten nach Unwetterschäden durchgeführt. Nach Gewittern im Juni hatte der Tisentalbach im Zuge eines Hochwassers Geschiebematerial und große Gesteinsblöcke bis in die Nähe des Vernagter Stausees getragen. Kürzlich hat das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West die im Bachbett verbliebenen Felsblöcke zerkleinert und

die unterspülte Zufahrtsstraße zum Tisenhof und zum Raffeinhof mit einer Zyklopenmauer gestützt. Die Arbeiten wurden unter der Leitung des Vorarbeiters Stefan Kobald durchgeführt. Das Bachbett oberhalb der Brücke zum Raffeinhof wurde auf einer Länge von rund 300 Metern angeglichen und das orographisch linke Ufer mit einem Mauerfuß aus Zyklopensteinen und mit Materialschüttung gesichert. Die Kosten der Maßnahmen beliefen LPA sich auf 18.000 Euro.

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