VINSCHGER GESELLSCHAFT
Artur Werth feiert 60-jähriges Priesterjubiläum LAAS - Das diesjährige Patroziniumsfest am 24. Juni nahm die Pfarre Laas zum Anlass, das 60-jährige Priesterjubiläum ihres langjährigen Pfarrers Artur Werth zu feiern. Pfarrer Werth kann auf 60 Jahre pflichtbewussten priesterlichen Dienst zurückblicken. Sein Einsatz für die Diözese war vielseitig. Er wirkte als Kooperator in Naturns, war Assistent der Jungschar und Sekretär des Bischofs. Des Weiteren war er eine Zeit lang Referent im Verwaltungsamt und Präsident des Diözesaninstitutes für den Unterhalt des Klerus. Bevor er 2002 nach Laas kam, war er als Dekan in Kaltern tätig. Pfarrer Werth hat die seelsorglichen Tätigkeiten mit großem Pflichtbewusstsein
ausgeführt. Seiner Weitsicht ist zuzuschreiben, dass er als erster Priester der Diözese eine Seelsorgeeinheit gegründet hat, nämlich die Seelsorgeeinheit Laas mit den Pfarreien Tschengls, Eyrs und Tanas. Beim Festgottesdienst, den P. Jolly und Dekan P. Mathew zelebrierten, wurde ihm zum 60-jährigen Jubiläum gratuliert, für seinen Dienst gedankt und für die Zukunft Gottes reicher Segen gewünscht. Gratuliert wurde auch Rosl Gorfer, die 50 Jahre lang Pfarrer Werth als Widumhäuserin begleitet und unterstützt hat. Die Pfarrgemeinde dankte auch ihr aufrichtig für die wertvolle Tätigkeit. Mit Ansprachen, Chorund Orgelmusik - Organist Otto Florian Telser ließ zu Ehren des Gefeierten und zur Freude der Gottesdienstbesucher „Die Himmel rühmen“ von L. v. Beethoven erklingen – fand die gelungene HS Feier ihren Abschluss.
32 DER VINSCHGER 12/23
Wie die Hanni eine Unternehmerin wurde Welches Bauernmädel hatte in den 50er Jahren schon 5 Jahre Oberschule hinter sich? LATSCH/GOLDRAIN - Um das Leben einer Frau positiv zu gestalten, empfiehlt das Landesamt für Chancengleichheit 12 Impulse. Der letzte, der 12., lautet „Beginne den Tag mit einem Lächeln.“ Für Hanni Fuchs war der 8. Juni 2023 so ein Tag zum Lächeln, es war ihr 80. Geburtstag. Aber sie wollte keinen großen Zauber daraus machen. Heinz, ihr Mann, musste sie erst überzeugen. Wie er es eigentlich immer getan hatte in den 56 Ehejahren. Allerdings hatte er Mitstreiter bei seiner Überzeugungsarbeit. Da waren 8. Juni 2023: die Unternehmerfamilie Fuchs mit Heinz (vorne), die Kinder, Karoline, Roland und Karoline, Roland, Hanni und Helene (v.l.). Helene. Sollte das nicht reichen, wären die Schwiegerkinder samt Bierkeller. Dort sei irgendwann 25. Hochzeitstag feiern wollten. den 9 Enkeln dran. Sollte die Oma ein groß gewachsener Mann an 1968 ist Karoline geboren, 1969 es immer noch nicht einsehen, ihr vorbeigegangen, sei stehen Roland und 1974 Helene.“ Heinz dass ihre Geburtstagsfeier für geblieben, auf sie zu gegangen und habe immer Visionen gehabt und die Großfamilie wichtig ist, hätte habe sie zum Tanzen eingeladen. sie sei immer 100 % hinter ihm man als letztes Aufgebot noch „So habe ich den Heinz kennen- gestanden. 1980 plante man die die 2 Urenkel schicken können. gelernt.“ Am darauffolgenden Verlegung des Betriebes in die InHanni hat es nicht bereut. Die Sonntag habe er sie abgeholt. Mit dustriezone. Alles sei vorbereitet Stimmung war gut, das Essen im seinem gelb-grünen Volkswagen und vorfinanziert gewesen, aber Latscherhof hervorragend und fast Käfer. „Ich hatte erwartet, dass so eine gesetzliche Bestimmung veralle waren gekommen. Aus ihrem einer mit einem Motorrad kommt.“ hinderte jede Baumaßnahme und Leben erzählen wollte Hanni auf Selbstverständlich mussten die die Zinsen schossen in die Höhe. keinen Fall. Auch dazu musste Eltern um Erlaubnis gefragt und „Uns ging es nicht mehr gut. Wir sie erst überzeugt werden. Dabei die Uhrzeit der Rückkehr festge- haben aber gekämpft und gebaut. gab es zwischen Hanni und dem legt werden. Im Herbst sei Heinz Heinz hatte nie Angst.“ Dann kam Latscherhof eine sehr persönliche nach Genua gefahren, um in einer der 3. Juli 1987. Heinz Fuchs war Beziehung. Aber dazu später. großen Tischlerei eine Lehre an- mit dem Auto verunglückt. Er saß zufangen. Zu Weihnachten war im Rollstuhl, in der Reha-Klinik er wieder zu Hause. „Was habe ich von Bad Häring, als die NachIm gelb-grünen VW mich doch gefreut!“, erinnerte sich richt kam, dass am 24. August die Das Ehepaar Luis und Kreszenz Hanni heute noch. Wasser der Plima sein Lebenswerk Wielander bewohnte mit zwei weggeschwemmt hatten. Das war Söhnen einen kleinen Bauernhof Es geschah im Latscherhof die Stunde der Hanni Fuchs. Mit in Tschars. Das 3. Kind war ein vielen Freiwilligen und dem MitarMädchen, Hanni. Nach ihr kam 1962 sei sie mit ihrer Cousine beiter Martin Raffeiner versuchte wieder ein Bub auf die Welt. Als Erika zum Fußball-Schauen nach sie zu retten, was zu retten war. Die Mädchen 5 Jahre in Meran eine Latsch gefahren. Anschließend Unternehmerfamilie Fuchs überOberschule - zuerst die Kauf- ging es zur Marende im Latscher- stand auch das Katastrophenjahr männische Lehranstalt, dann die hof. Heinz war dabei. Sein Vater 1987; ja, es öffnete sich ein neues, Handelsschule – zu besuchen, war Johann Fuchs war damals Präsi- erfolgreiches Kapitel. Auch dabei nicht ohne. Sie ist immer gepen- dent des SV Latsch. „Da hat es wie- hatte sich Hanni Fuchs mehrfach delt. „Ich war ein Mama-Zotzer. der gefunkt. Wir wurden ein Paar als umsichtige Verwalterin und Mir wäre in Meran derweillong ge- und so bin ich in eine Unterneh- entschlossene Unternehmerin worden“, erklärte sie. Im Sommer merfamilie gerutscht. 1967 haben bewährt. 1960, sie war 17, machte die Fa- wir geheiratet. In Latsch, weil die milie einen Ausflug zum Latscher Schwiegereltern gleichzeitig den GÜNTHER SCHÖPF