VINSCHGER GESELLSCHAFT mit Versprechen eines weiteren de, sondern es muss eine Lösung Wirtschaftswachstums, gleich- zwischen der Fraktion und dem zeitig aber müsse man feststellen, Bruchbetreiber gefunden werden.“ dass die Gewaltbereitschaft bei Klare Worte fand Kompatscher Jugendlichen wächst, dass viele auch zum Thema Bär und Wolf: Menschen psychisch leiden und „Nur danach schreien, dass man der Alkoholmissbrauch um sich die Schneid aufbringen sollte, ein Dekret zu unterschreiben, greift. das dann am Tag danach vom Gericht annulliert wird, bringt Von Ehrenamt, Marmor, Wolf und Bär uns nicht weiter.“ Der Landeshauptmann kündigte in ErgänBei der Diskussion wurde der zung zum Landesgesetz zu den Landeshauptmann mit vielen Großraubtieren Wolf und Bär, das konkreten Anliegen konfrontiert. 2018 verabschiedet wurde, ein Zum Thema Ehrenamt sagte er, neues Gesetz an. Mit diesem soll dass dieses nichts mit der Auto- erreicht werden, „dass wir vom nomie Südtirols zu tun habe: „Das ISPRA-Gutachten wegkommen Landesregister richten wir wieder und die Dekrete somit nicht mehr ein. Das Ehrenamt bleibt weiter- anfechtbar sind.“ Kompatscher ist hin Zuständigkeit des Landes.“ außerdem überzeugt, dass es mit Dem Staat, der bei der Anpassung dem alleinigen Abschuss von Proder Kriterien über das Ziel hin- blemwölfen und Problembären ausgeschossen habe, sei es darum nicht getan ist: „Wir brauchen allgegangen, viele Pseudovereinen gemeine Entnahmeregeln, sprich in Italien das Handwerk zu legen. Abschusspläne.“ Und genau das Nun sei dem Land in Rom zugesi- wolle man mit dem neuen Gesetz chert worden, „dass die neuen Be- erreichen. Parallel dazu werde auf stimmungen nur für Vereine mit weiteren Ebenen an einer Lösung einem Umsatz von über 500.000 gearbeitet, auch in Brüssel und in Euro greifen sollen.“ Mit dieser Rom: „In Rom konnten wir das Anhebung des Schwellenwertes Thema kürzlich auf die Regiewäre das Problem für die meisten rungsebene bringen.“ Südtiroler Vereine vom Tisch. Zur Frage des Marmor-Abtransportes Luegbrücke: sagte Kompatscher, dass er im „Wohl keine Totalsperre“ Bau einer Seilbahn eine vernünftige Lösung sehe, „zahlen aber kann Im Zusammenhang mit dem nicht das Land oder die Gemein- Neubau der Luegbrücke auf der
Brenner Autobahn in Tirol, der 2025 anlaufen soll, wird auch im Vinschgau eine zunehmende Verkehrsbelastung erwartet. Laut Kompatscher werde es zwar Probleme geben, aber nicht so gravierende wie anfänglich befürchtet: „Wir sind im engen Austausch mit der Tiroler Landesregierung. Wie es derzeit aussieht, soll während der Bauphase an den Wochenenden ein zweispuriger PKW-Verkehrsfluss in beiden Richtung garantiert werden. Beim LKW-Verkehr wird es schwieriger.“ Zu einer Totalsperre werde es wohl nicht kommen. Die Bauarbeiten dürften bis 2026 bzw. 2027 dauern. Zum Thema Raumordnung räumte Kompatscher ein, „dass die Situation teilweise schlimmer geworden ist, als sie vor dem Inkrafttreten des neuen Landesgesetzes war.“ Die Ausrichtung stimme zwar, aber in der Umsetzung habe es gehapert: „Wir haben einige Hausaufgaben im Vorfeld nicht gemacht und diese müssen wir jetzt nachholen.“ Aufs Tapet gebracht wurden auch die langen Wartezeiten im Gesundheitswesen, der schwere Stand des Handels (in der Gemeinde Laas sank die Zahl der Betriebe von einst 24 auf nunmehr 16), die zu langen Wartezeiten an den Bahnübergängen, die nicht ausreichende Zahl öffentlicher To-
iletten und etliche weitere Anliegen. Zur Kritik, dass es immer dann, wenn die Disco „Fix“ sporadisch öffnet, zu Vandalen-Akten und Lärmbelästigungen im Bereich zwischen dem Bahnhof und der Disco kommt, meinte die Bürgermeisterin, dass sich die Gemeinde im Falle eines Weiterbestandes der Disco dafür einsetzen werde, dass die Nightliner-Busse nicht mehr am Bahnhof halten, sondern bei der Disco. Ein Künstler aus Schlanders, der sich in der Kreativwerkstatt auf dem Kasernen-Areal in Schlanders eingemietet hat, wollte Kompatschers Meinung zu den Diskussionen rund um die Nachnutzung der Ex-Drusus-Kaserne in Erfahrung bringen. Für die Kreativwerkstatt der BASIS gebe es keine Planungssicherheit mehr, die Nutzungsverträge sollen zum Jahresende auslaufen. Der Landeshauptmann erinnerte daran, dass die BASIS mit viel öffentlichem Geld des Landes und der Gemeinde ins Leben gerufen wurde. Auch derzeit fließe noch viel öffentliches Geld. Selbsttragend sei die BASIS nicht, „daher ist es richtig, dass das Kasernen-Areal selbst Geldmittel generiert.“ Es wundere ihn, dass die Gemeinde und das Land nun als die „Bösen“ dargestellt würden, „die alles zerstören möchten.“ SEPP
Stehen lassen oder versetzen? LAAS - Zur Sprache gebracht wurde bei der Bürgerversammlung in Laas auch die rund 70 Jahre alte Rosskastanie auf dem Dorfplatz (siehe auch der Vinschger Nr. 8/2023). Birgit Seissl hat kürzlich die Online-Petition „Kaiserlinde und Rosskastanie - Retten wir unsere prächtige Rosskastanie in Laas“ gestartet. Wie Seissl informierte, wurde die Petition bereits von vielen Personen unterzeichnet. Die Bürgermeisterin stellte klar, dass von einem Fällen der Rosskastanie nie die Rede gewesen sei: „Der Baum wird nicht umgesägt, sondern ausgegraben und an einen anderen Ort versetzt.“ Elfi Kirmaier präzisierte, dass man sich im Hinblick der Neugestaltung der Vinschgau-
um die Rosskastanie, „die speziell für Kinder eine Gefahrenstelle sind.“ Ob der Baum ein Entfernen der Ringe überleben würde, sei fraglich. Selbst Fachleute hätte dahingehend Zweifel geäußert. Kirmaier: „Ich bin eine Verfechterin von alten Bäumen, aber hier geht die Sicherheit vor.“ Birgit Seissl warf ein, dass der Baum auch ein Versetzen nicht überleben würde: „Das Wurzelwerk ist mit jenem der Kaiserlinde verzahnt und ungefähr gleich groß wie die Baumkrone. Der Landeshauptmann sagte, dass es abzuwägen gelte, „welcher Baum Rechts im Bild die Rosskastanie, links die Kaiserlinde. für welche Zeit und mit wie viel Geld gerettet werden kann.“ Das straße sowohl in der Arbeits- als befasst habe. Das Problem sei letzte Wort über das Schicksal der auch in der Steuerungsgruppe nicht der Baum an und für sich, Rosskastanie scheint noch nicht eingehend mit der Rosskastanie sondern die Marmorringe rund gesprochen zu sein. SEPP DER VINSCHGER 10/23 23