Schatzinsel Planeil

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Top Gear wieder zurück am Stilfser Joch Trafoi und Passstraße als Kulisse für den neuen Lamborghini Countach TRAFOI - Das Automagazin Top

Gear, ausgestrahlt vom britischen Fernsehsender BBC Two, gilt als erfolgreichste Sendung der BBC. Das Top Gear Magazine ist die Autozeitschrift Nr. 1 im Vereinigten Königreich und zugleich eine der wichtigsten Auto-Magazine weltweit. Die Auflage beläuft sich auf rund 112.000. Die Zahl der Leser in Großbritannien liegt bei rund einer Million, weltweit auf ca. 10 Millionen. Schon allein diese Fakten zeigen, welche Bedeutung es für einen Ort hat, wenn Top Gear zu Gast ist. In Trafoi und am Stilfser Joch hielt sich das Top Gear-Team heuer bereits zum dritten Mal auf. Organisator vor Ort war wiederum Stephan Gander. „Das erste Mal kam Top Gear 2008 zu uns“, blickt Gander zurück. Damals bezeichnete der Top Gear-Moderator Jeremy Clarkson das Stilfser Joch und die Passstraße in seiner Fernsehsendung als „Greatest road in the world“. Das Top Gear-Video „In search of driving heaven“ („Auf der Suche nach dem Fahrparadies“) wurde bisher über 7,3 Millionen Mal aufgerufen. 2011 kehrte Top Gear mit „Stig“, dem mysteriösen, nicht sprechenden weißen Rennfahrer aus der TV-Sendung, zurück und lud 10 „Super Cars“ zu einem Fotoshooting für das Top Gear Magazine nach Trafoi und zum „Stelvio“ ein. Das Stilfser Joch kam auf die Titelseite und glänzte im Innenteil mit einer 20-seitigen Reportage. 2022 kehrte Top Gear auf Einladung von Stephan Gander wieder zurück nach Trafoi. Dieses Mal mit einem ganz besonderen Auto, nämlich dem neuen Lamborghini Countach, um ihn auf der Stilfserjoch-Straße zu fotografieren und vorzustellen. Die Passstraße war zu diesem Zeitpunkt zwar noch geschlossen, aber dank einer „Spezial-Genehmigung“ seitens der Südtiroler Straßen-Verwaltung war es möglich, das Foto36

DER VINSCHGER 13/22

Gruppenbild im Rahmen des Fotoshootings (v.l.): Roland Grutsch, Klemens Reinstadler, Chistoph Moser, Markus Angerer (Straßendienst Vinschgau), Stephan Gander (Organisator) und Oliver Marriage (Chefredakteur Top Gear Magazine) sowie Marc Riccioni (Fotograf), Mark Ceaston (Filmer) und Marco Risi von Lamborghini, der direkt aus Sant‘Agata Bolognese (Firmensitz) angereist war.

shooting mit Reportage für Top Gear durchzuführen. Vergleich mit Taj Mahal und Chinesischer Mauer Top Gear-Chefredakteur Oliver Marriage, der selbst in Trafoi war, schreibt in seiner 14 Seiten umfassenden, mit starken Bildern ausgestatteten Reportage an seine Leser: „Als Autoliebhaber machen wir uns oft schuldig, diese bemerkenswerten Straßen nur als eine Auswahl von Kurven und Geraden zu sehen, die es unseren Autos ermöglichen, uns glück-

lich zu machen. Ich möchte Sie dazu ermuntern, den ‚Stelvio’ zu fahren, aber auch innezuhalten, zu übernachten und die leckere Küche, die exzellenten Weine zu genießen und das Bauwerk zu bewundern, das gleich beeindruckend ist wie der Taj Mahal oder die Große Chinesische Mauer.“ Oliver Marriage sieht im „Stelvio“ und im Countach zwei „Kunstwerke“ mit vielen Gemeinsamkeiten: „Es sind die technische Meister-Leistung, die Dramatik und die Großartigkeit, die sie verbindet.“ Detail am Rande: Countach bedeutet im piemontesischen Dialekt: „Che meraviglia“ („Was für ein Wunder“). 50 Jahre nach seiner Vorstellung auf dem Genfer Autosalon steht der legendäre Lamborghini Countach mit einer limitierten Hybridserie wieder im Rampenlicht: V12-Motor, Schwenktüren, neues Design, futuristischer Stil, limitierte Auflage (112 Fahrzeuge), 814 PS (Benzin & Elektro-Motor), 355 km/h Höchstgeschwindigkeit und stolzer Preis (2,5 Millionen Euro).

Hoffen auf baldige Eintrittsgebühr Zum Thema Eintrittsgebühr für das Befahren der Passstraße hält Stephan Gander fest, „dass viele Auto- und Motorrad-Begeisterte bereit wären, Eintritt zu bezahlen.“ Nachdem in den vergangenen Jahren Arbeitsgruppen aus Südtirol, der Lombardei und aus Graubünden ein gemeinsames Konzept zur Aufwertung der Stilfserjoch-Straße ausgearbeitet haben, „können wir nur hoffen, dass das Konzept von der neu gegründeten Gesellschaft des Landes Südtirol und der Lombardei endlich umgesetzt wird.“ Dieses Konzept sieht u.a. sogenannte „Museums-Tage“ vor, an denen nur Wanderer, Läufer und Radfahrer auf der Straße unterwegs sein dürfen. Zudem sollte auf der Stilfser Joch-Straße auch ein „Eintritt“ verlangt werden. Die dabei generierten Geldmittel sollen für den Erhalt der Straße, die Produktentwicklung im Gebiet und auch für die selektive Bewerbung der Region SEPP eingesetzt werden.