Am Limit, aber voll engagiert

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VINSCHGER KULTUR

„So wie immer – Ihr Franz Wimmer“ Franz Wimmers Buch „Ein Leben in Bewegung“ ist weit mehr als eine Autobiographie. KARTHAUS - Mit „Jo Franz, jo Franz, wos mochschn denn für Tanz‘“ eröffnete Sepp Messner Windschnur die Buchvorstellung in der Goldenen Rose. Es wurde eine besondere Veranstaltung in Karthaus. Der Salzburger Bergbauernbub Franz Wimmer, der froh war, kein Nordtiroler zu sein, hatte zum 70. einen dicken Strich unter sein Leben gezogen und zwischen die Buchdeckel 263 Seiten zu 21 Kapiteln und mit 180 Fotos aus seinem Leben gepresst. Das merkten die vielen „Mander, Weiber und Schnalser“ – wie es Skipionier Leo Gurschler auf S. 65 des Buches ausdrückte – aber erst, als sie es erworben hatten und darin zu lesen begannen. Erst dann schwante ihnen, dass sie eine Kulturgeschichte der Südtiroler Medienlandschaft in den Händen hielten. Zuvor hatten sie sich in Stube und Speisesaal der Rose köstlich amüsiert. Es schmunzelten und lachten mit Wirt Paul und Wirtin Stefania Grüner, Bürgermeister

Franz Wimmer (links) erzählte und Sepp Messmer Windschnur kommentierte singend.

Karl Josef Rainer und Frau Maria, erlaubt, alles zu schreiben, was aus Kurzras Giuliana und Martina drin steht. Es folgte eine Episode Gurschler, Johanna Niederkofler nach der anderen, eine schräge vom Archeoparc, Benjamin Santer Geschichte nach der nächsten. vom Kulturverein, Franz Fliri, der Franz Wimmer kam in Form. An Heimatpfleger aus Naturns. Es Geschichten und Pointen gab es lachten nach Herzenslust ganz keinen Mangel. Zum Teil hätten junge und viele betagte Schnalser. sie sich so zugetragen, zum Teil Es war ein typischer Wimmer-Satz, habe er sie als Wortspiele ausals Franz in Richtung Giuliana gestaltet. So die Schwierigkeit der Gurschler erklärte, sie habe ihm Südtiroler mit dem Nachnamen

Giuliana Gurschler (links) und Tochter Martina aus Kurzras mit Franz Wimmer beim Signieren

Zur Erinnerung an den Schnalser Bürgermeister Karl Josef Rainer mit Frau Maria

Wimmer. Zu fest saßen die Namen Rinner und Sinner im Kopf, bis man nachhakte: „also Wimmer wie Klauber?“, Traubenpflücker natürlich. Darauf stellte sich Franz Wimmer mit „Wimmer wie Klauber und Franz wie Klammer“ vor. Schwerpunkt der Lesung in Karthaus waren die Kapitel „Kurzras, 2011 Meter – 9 Monate Winter, 3 Monate kalt“ und „Leo Gurschlers Aufstieg und tragisches Ende“. Beeindruckend war, wie Wimmer auch daraus das Positive betonte. Für jedes verkaufte Buch gingen 5 Euros an die Initiative „Parkinson aktiv“. Durch die Erinnerungen einer „Hotelzimmermatratze“ aus Zimmer 208 und vielen weiteren Gesangseinlagen von Sepp Messner – darunter der Ohrwurm „Mi son Beppo del Trentin“ – blieben vorwiegend die Lachmuskeln in Bewegung. Die Mahnung im Buchtitel „ein Leben lang in Bewegung zu bleiben“ gehört zu Franz Wimmers wichtigsten Erkenntnissen im Ringen mit der bis heute unheilbaren Krankheit Parkinson. Sepp Windschnur reagierte ironisch mit „Zi was bergsteign? Zi was do auisteign und umanondasteign…“. Nicht mit seinem Abschied als Radiomoderator „So wie immer – Ihr Franz Wimmer“ beendete Wimmer den Abend, sondern mit „Schön, dass so viele gekommen sind und Mahlzeit“. Er ließ eine Gulaschsuppe servieren. GÜNTHER SCHÖPF

Filmfreunde Prad & Stilfs starten wieder PRAD - Nach einer pandemiebedingten Zwangspause nehmen die Filmfreunde Prad & Stilfs ihre Tätigkeit wieder auf. Über zwei Jahre mussten die „Fans“ auf die nächste Darbietung warten. Am Freitag, 20. Mai, ist es wieder so

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DER VINSCHGER 09/22

weit. Gezeigt wird die überarbeitete Fassung des Films von Roland Rieder „Spuren der Vergangenheit“, der bereits 2019 uraufgeführt wurde. Wegen

des „grausigen“ Wetters kamen damals nur wenige Kinobesucher in den Genuss dieses Leckerbissens. Die Vorführung findet wie gewohnt in der

Mittelschule von Prad mit Beginn um 19:30 Uhr statt. Der Eintritt ist wie immer frei. Die Filmfreunde Prad & Stilfs freuen sich auf zahlreiches Publikum. RED