Am Limit, aber voll engagiert

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VINSCHGER SPEZIAL

Die eigenen vier Wände Damit der Wohntraum nicht zum Albtraum wird. Das sagt der „Baufuchs“. VINSCHGAU - Den Traum von den eigenen vier Wänden träumen viele. Und es soll meist kein Traum bleiben. Aber freilich, Albtraum soll es auch keiner werden. „Deshalb gibt es einiges zu beachten. An erster Stelle kommt die Planung. Dabei geht es nicht nur um die technischen Aspekte, sondern auch um die Finanzierung“, erklärt Florian Gamper im Gespräch mit dem der Vinschger. Gamper ist jemand, der es wissen muss. Gamper, Publizist und diplomierter Agrartechniker, ist nicht nur Leiter des Pflegezentrums für Vogelfauna auf Schloss Tirol sondern auch Herausgeber von Südtirols bekanntem Bau-, Wohn- und Energiehandbuch, dem „Baufuchs“. Für jeden der Neues errichtet oder Altes saniert sozusagen eine Pflichtlektüre. Zahlreiche Fachartikel geben unabhängige Orientierung, um den oft beschwerlichen Weg zum Eigenheim problemlos zu meistern.

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DER VINSCHGER 09/22

Sie helfen bei allen wichtigen Entscheidungen rund ums Bauen und Wohnen und natürlich auch dabei, den finanziellen Rahmen nicht aus den Augen zu verlieren. Im der Vinschger gibt Florian Gamper einige Tipps dazu. „In der Regel macht man sich mit viel positiver Energie daran, ein neues Eigenheim zu verwirklichen“, weiß Gamper. Jedoch fehlen dabei oft wichtige Erfahrungs- und Vergleichswerte. „Man sollte sich einige Punkte vorab durch den Kopf gehen lassen, sonst endet der Traum von den eigenen vier Wänden oft in einem Albtraum“, so „Baufuchs“ Gamper. In erster Linie spielt die Finanzierung eine Rolle. „Unbegrenzte Geldmittel, um ein Eigenheim zu verwirklichen, stehen nur sehr wenigen Menschen zur Verfügung“, weiß Gamper. Für den Großteil heißt es genauestens auf die Finanzen zu achten und zu sparen. Hierfür gilt es Möglichkeiten und Bedingungen mit den Banken

abzuklären. Diese beraten gerne und professionell. Selbst „mitbauen“? Was es zu bedenken gilt Viele versuchen zu sparen indem sie selbst am Bau Hand anlegen. Hierzu erklärt Gamper: „Das ist gut gemeint, bringt aber nur in seltenen Fällen eine Ersparnis. Selbst wenn handwerkliches Geschick da ist“. Die Eigenleistung beim Hausbau ist vor allem im organisatorischen Bereich wichtig. „Dieser wird oft fahrlässig unterschätzt“, erklärt Gamper. Er liefert gleich eine Art Faustformel für den Zeitaufwand: „Hier können 0,0008 Prozent der Baukosten als benötigte Zeit für die Erledigung der vielfältigen Aufgaben berechnet werden: So ergeben 300.000 Euro multipliziert mit 0,0008 einen Zeitaufwand von 240 Stunden. Somit müssen in diesem Fall rund 30 Tage mit

jeweils acht Stunden eingeplant werden, um allfällige Arbeiten zu erledigen. Das ist eine ganze Menge“. Nur wer dieses Pensum neben seinem Beruf schafft, sollte über andere Eigenleistungen nachdenken. Dabei sollte man auch nie vergessen, dass man alle Arbeiten mit weniger Erfahrung und Fachkenntnissen durchführt als wenn es ein Fachmann mit professionellen Geräten macht. „Man sollte Eigenleistungen nur dann einplanen, wenn auch die notwendige Zeit dafür vorhanden ist und die Arbeiten fachlich ausgeführt werden können“, empfiehlt Gamper. Nicht zuletzt sei die Mitarbeit aus rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen. Experten wissen Rat Ein weiterer Tipp in der frühen Bauphase ist es, Experten um Rat zu fragen. „Gut geplant ist halb gebaut“, betont der „Baufuchs“. Meist werden Experten