150 Jahre Bierkeller Latsch

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Man darf nie stehenbleiben“ Die Jungbäuerin Nadja Luggin vom Kandlwaalhof im Interview LAAS - Nadja Luggin vom Kandlwaalhof in Laas ist die erste von zwölf Bäuerinnen im diesjährigen Bäuerinnenkalender, der den Titel „verwurzelt und innovativ“ trägt. Diese beiden aussagekräftigen Begriffe passen zur Jungbäuerin vom Kandlwaalhof, die als landwirtschaftliche Unternehmerin ihren Weg gefunden hat und stets bestrebt ist, ihn weiterzuentwickeln und auszubauen. Vom naturbelassenen Apfelsaft über die getrockneten Freiherr-vonHallberg-Apfelringe, das hausgemachte Popkorn bis hin zum holzgereiften Balsamicoessig und aromatischen Marillensenf, hier schmeckt man Herkunft und Handwerk. Am Kandlwaalhof wird konsequent nach ökologischen Ansätzen gearbeitet, und Achtsamkeit und Freude werden großgeschrieben. Die Bezirkszeitung der Vinschger hat Nadja Luggin nach ihren Zukunftsplänen und nach ihrer Motivation gefragt, immer wieder Neues zu wagen. der Vinschger: Gemeinsam mit deinem Bruder Joachim und mit großer Unterstützung eurer Familie veredelst du landwirtschaftliche Produkte mit reinem Geschmack direkt am Hof und stellst spannende Köstlichkeiten her. Wie hat die Erfolgsgeschichte vom Kandlwaalhof begonnen?

NADJA LUGGIN: Vor ungefähr 20 Jahren haben meine Eltern Karl und Gertraud begonnen, getrocknete Äpfel und in Holzfässern gereifter Apfelessig für den Verkauf zu produzieren. Mein Vater besorgte sich Grundsenf in Österreich und begann, diesem Grundprodukt eigene landwirtschaftliche Erzeugnisse beizumengen: Vinschger Marille, Palabirne, Kräuter, Apfelwein und Apfelessig. Später hat er den Senf selbst angebaut und die Produktpalette des Hofes ständig Nadja Luggin an der Lufttrockenanlage erweitert. Nach welchen Kriterien wird Welches sind eure Kunden? am Kandlwaalhof gearbei- Gab es starke Auswirkungen tet? Wie wichtig ist dir der der Pandemie? biologische Anbau? Unsere Kunden stammen aus

Wir sind Mitglied von Bioland, aber uns ist es wichtig, unsere Erzeugnisse so wenig wie möglich zu behandeln, damit ein natürliches Produkt entsteht und die Natur nicht darunter leidet. Weil wir unsere Ernte unmittelbar verarbeiten und veredeln, ist dies leichter möglich.

dem In- und Ausland. Es sind vor allem Menschen, die Naturprodukte lieben, die unsere Spezialitäten probieren wollen und die Wert auf regionale Produkte legen. Die Urlaubsgäste schätzen unsere Erzeugnisse als Mitbringsel oder für sich selbst, und die Hotellerie verwendet unsere Produkte in der Küche oder am Buffet. Die AusIhr seid ein klassischer Fami- wirkungen der Pandemie waren lienbetrieb? Gibt es eine ge- zwar spürbar, hielten sich aber naue Aufgabenverteilung? in Grenzen. Nein, überhaupt nicht. Wir sind als Geschwister gewohnt „Man darf nie stehen bleiben“, Hand in Hand zusammenzuarbei- ist deine Devise. Was moten, es gibt keine Aufgabenvertei- tiviert dich, immer wieder lung, wir packen an, wo es nötig Neues zu wagen? ist. Auch unsere Eltern helfen Es freut mich, glückliche und überall fleißig mit. zufriedene Kunden zu sehen, die

unsere Produkte schätzen. Und außerdem liebe ich die Abwechslung und neue Ideen! Du wärst nicht die Tochter deines Vaters Karl, wenn du nicht ständig an neuen Projekten arbeiten würdest? Was ist euer nächstes Vorhaben?

Mein Bruder und ich sind immer wieder bestrebt, unsere Produktpalette zu erweitern. So spielten wir schon länger mit dem Gedanken, weiter südlich einen Hof zu kaufen, um unter besseren klimatischen Bedingungen Senf und Popkornmais anzubauen. Da ich aber auch eine schöne Gegend für unsere Betriebserweiterung wünschte, gelangten wir bei unserer Suche bis in die Toskana. Dort haben wir nun den idealen Platz gefunden, um Oliven, Hartweizen, Wein, Senf und Mais anzubauen und so die Produktpalette erweitern zu können. Es ist ein schönes Plätzchen und nicht weit vom Meer. Dass der Betrieb zufällig auch nahe der Genossenschaft „Terre dell`Etruria“ liegt, ist ein Glücksfall. Dort hilft man uns mit der Beschaffung von Saatgut und dem Anbau von Oliven. Verarbeiten möchten wir unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse weiterhin am Kandlwaalhof in Laas. INTERVIEW: INGEBORG RECHENMACHER

Hegeschau 2022 des Bezirks Vinschgau SCHLANDERS - Nach dem pandemiebedingten Ausfall in den Jahren 2020 und 2021 kann die Hegeschau des Jagdbezirks Vinschgau heuer wieder stattfinden. Ausgetragen wird die Veranstaltung, die sich an Jäger und Jägerinnen, Naturliebhaber und Interessierte richtet, im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders am Samstag und Sonntag, 19. und

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DER VINSCHGER 05/22

20. März. Am Samstag ist die Hegeschau ab 10 Uhr für alle Interessierten zugänglich. Die offizielle Eröffnung findet am Samstag um 17 Uhr statt, wobei die Latscher Jagdhornbläser „Schworz Wond“ die musikalische Begleitung übernehmen. Am Sonntag ist die Hegeschau ab 8.30 Uhr bis 17 Uhr den ganzen Tag über für jedermann geöffnet. Für Bei der Hegeschau 2019

passende Musik sorgen verschiedene Jagdhornbläsergruppen. Der Bezirksjägermeister Günther Hohenegger, die Jagdhornbläsergruppe „Similaun Schnals“ und die Vinschger Jagdaufseher freuen sich auf eine rege Teilnahme (Eintritt nur mit Green Pass und FFP2 Maske). Der gesamte Reinerlös wird den Kriegsflüchtlingen aus SEPP der Ukraine gespendet.