Hollywood made in Schnals

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Eintracht im „Städtchen“ GLURNS - Im Gemeinderat von Glurns herrscht Eintracht. Bei der jüngsten Ratssitzung jedenfalls wurde alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Auf einhellige Zustimmung stieß z.B. das Konzept für die Weiterentwicklung des Ortspolizeidienstes im Vinschgau, das Christian Carli, der Kommandant des übergemeindlichen Polizeidienstes, und der Hauptinspektor Christoph Horrer aus Schlanders vorstellten. Der Kern der Vereinbarung zwischen den Gemeinden und der Bezirksgemeinschaft sei eine Verbesserung und Verstärkung der übergemeindlichen Zusammenarbeit. Von insgesamt 4 Umsetzungsphasen sollen zunächst nur die ersten 2 angegangen werden: die zentrale Unterstützung der Ortspolizeidienste und die Verbesserung des bestehenden Dienstes. Das Gesamtziel des Konzeptes brachte Carli so auf den Punkt: „80 Prozent Prävention und 20 Prozent Repression“. Glurns verfüge zwar nicht über eine eigene Ortspolizeistelle, „aber es ist wichtig, dass auch bei uns nachts und an Wochenenden Streifendienste durchgeführt werden“, sagte Bürgermeister Erich Wallnöfer („Für Glurns“). Dies auch deshalb, weil mit der Präsenz der staatlichen Sicherheitsorgane, sprich Carabi-

Bei der jüngsten Ratssitzung in Glurns wurden alle Beschlüsse einstimmig gefasst.

nieri und Staatspolizei, nur in beschränktem Ausmaß zu rechnen sei. Kein Hehl machte Wallöfer daraus, dass einige Gemeinden mit dem Konzept Bauchschmerzen hätten. Wie in Nachgesprächen zu erfahren war, sind es die Gemeinden Mals, Latsch und Schluderns, die sich mit bestimmten Neuerungen nicht anfreunden können, speziell nicht mir der Kommando-Struktur, wie sie in der weiteren Umsetzungsphase angedacht wird, und auch nicht , was die Kosten betrifft. Einhellig ernannt hat der Gemeinderat auch den neuen Verwaltungsrat der gemeindeeigenen Einrichtung Glurns Marketing. Präsident bleibt weiterhin Elmar Prieth, seines Zeichens auch Angestellter von Glurns Marketing. Als neue Verwaltungsratsmitglieder wurde

Franziska Heiss und Simon Abfalter ernannt. Wie der Referent Armin Windegger (SVP) ankündigte, wird Elmar Prieth im Herbst als Angestellter von Glurns Marketing in den Ruhestand treten, als Präsident aber bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen im Amt bleiben. Laut Ignaz Niederholzer (SVP) sollte Glurns Marketing vermehrt auch neue Akzente setzen, um die Stadt touristisch aufzuwerten und noch besser zu vermarkten. Der Bürgermeister und Armin Windegger verwiesen darauf, dass Glurns Marketing in vielen Bereichen gut arbeite, neue Initiativen aber dennoch willkommen seien. Glurns Marketing führt u.a. den gemeindeeigenen Campingplatz „Im Park“, der jährlich erhebliche Gewinne abwirft, organsiert die Stadtfüh-

rungen und Märkte, betreut die Ausstellungen im Schludernser und Tauferer Torturm und setzt viele weitere kulturelle Akzente. Bezüglich der Nutzung der neuen Freilichtbühne wird laut Armin Windegger zusammen mit der Ferienregion Obervinschgau an einem Konzept gearbeitet. Zur Frage von Valentin Eberhöfer, wie es um das Projekt „Begleitetes und betreutes Wohnen“ stehe, teilte der Bürgermeister mit, dass man derzeit die Ausschreibung der Arbeiten vorbereite. Wie berichtet, hatte sich die Pfarrei zum Hl. Pankratius bereit erklärt, den Großteil des unbewohnten Pfarrhauses und den ehemaligen Pfarrsaal für dieses Projekt zur Verfügung zu stellen. Die Struktur wird in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Glurns errichtet und künftig von der Bezirksgemeinschaft Vinschgau geführt. Das Ausführungsprojekt mit Gesamtausgaben in Höhe von ca. 1,474 Millionen Euro hatte der Stadtrat im Oktober 2021 genehmigt. Der Kostenschätzung für die Einrichtung (rund 330.000 Euro) stimmte der Stadtrat im Jänner 2022 zu. Eberhöfers Vorschlag, das Projekt öffentlich vorzustellen, stieß beim Bürgermeister auf offene Ohren. SEPP

Ab mit dem Winter und der Kälte PRAD - Das „Zusslrennen“ ist einer der traditionellsten Bräuche, die zur Prader Volksseele gehören. Am heurigen Unsinnigen Donnerstag war es nach dem pandemiebedingten Ausfall im Vorjahr wieder soweit: ein Gespann mit 6 weiß verkleideten „Schimmeln“, der Fuhrmann mit seiner Goaßl, der Sämann, Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn, „Zoch“ und „Pfott“ und viele große und auch kleine „Zussl“ zogen vom Ortsteil „Koatlack“ in die Dorfmitte, um dort mit Kuhschellen, mit der Goaßl und dem Werfen von Sägemehl den Winter und die Kälte zu vertreiben. Obwohl das heurige „Zusslrennen“ im Vorfeld aufgrund von Covid-19 absichtlich nicht öffentlich groß angekündigt

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DER VINSCHGER 04/22

worden war, um das Ansammeln großer Menschenmengen zu verhindern, hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden. Eines war

deutlich zu spüren: nach zwei Corona-Jahren haben die Menschen große Lust, endlich wieder zusammen zu sein - zumindest

bei Veranstaltungen im Freien -, Bräuche zu leben und eine fast schon verlernte Gelassenheit zurückzugewinnen. SEPP