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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Aus Disco-Areal wird Wertstoffhof Gemeinde Laas kauft Fix-Gelände für 750.000 Euro. LAAS - Für 750.000 Euro erwirbt die Gemeinde Laas von der Raiffeisenkasse Ritten das Areal der Disco Fix. Die Immobilie (Disco, Ex-Leiten-Ranch sowie ein Großteil des Parkplatzes) wird formell am 30. Juni 2023 lastenfrei an die Gemeinde übergehen. Sofern es die Covid19-Situation erlaubt, möchte der bisherige Betreiber die Disco bis dahin weiterführen. Die Entscheidung, das Areal anzukaufen, um dort den Wertstoffhof zu errichten, fällte der Gemeinderat am 29. Dezember. Wie die Bürgermeisterin Verena Tröger vorausschickte, war schon im Vorfeld im Rahmen zweier informeller Ratssitzungen über den Ankauf diskutiert worden. Die Gemeindeverwaltung habe Vorverhandlungen mit der Raika Ritten geführt, die das Areal unbedingt noch innerhalb 2021 abstoßen wollte. Die Immobilie sei zwar mehrfach dem Discobetreiber zum Kauf angeboten worden, doch dieser habe kein Interesse gezeigt. Der Gemeindeverwaltung sei es gelungen, den Kaufpreis, der ursprünglich viel höher war, auf 750.000 Euro zu senken. Die Mehrwertsteuer ist zwar zu entrichten, kann aber aufgrund der Zweckbestimmung (Wertstoffhof bzw. Gewerbezone) rückgefordert werden. „Uns ist allen klar, dass der Jugend ein Teil des Freizeitangebotes im Vinschgau genommen wird, aber verkauft würde das Areal sowieso und für uns als Gemeinde ist der Erwerb der Immobilie eine einmalige Gelegenheit“, sagte die Bürgermeisterin. 13 Ratsmitglieder sprachen sich für den Ankauf aus. Reinhard Spechtenhauser stimmte dagegen, „weil der gesamten Jugend im Tal ein beliebtes Angebot entzogen wird.“ Andrea Perger und Michael Angerer enthielten sich der Stimme. Dem Strategiedokument und Haushaltsvoranschlag stimmte

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DER VINSCHGER 01/22

platz. Das Ratsmitglied Florian Karnutsch regte an, auch die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus in Erwägung zu ziehen. Die Baukosten und technischen Spesen werden im Vorprojekt auf ca. 2,5 Mio. Euro geschätzt. Die Vizebürgermeisterin hofft, die Ausführungsplanung im Jahr 2022 über die Bühne bringen und im Jahr darauf mit den Arbeiten beginnen zu können. Dank und Lob für Georg Lechner Ein Rendering aus dem Vorprojekt von Simon Laganda für den Neubau des Zivilschutzzentrums Eyrs.

der Gemeinderat einhellig zu. Im Investitionsteil, der rund 2,4 Mio. Euro umfasst, sind neben der Finanzierung zahlreicher kleinerer Projekte auch Ansätze für größere Vorhaben vorgesehen. Dazu gehören u.a. das Trinkwasserprojekt für Tschengls und Eyrs, die Sanierung bzw. der Neubau der „Etschbrücke Badplatzl“, die Gestaltung der Freiflächen beim Bahnhof in Laas, die Neugestaltung der Vinschgaustraße in Laas, Umbauarbeiten im Rathaus und im Josefshaus sowie der Neubau des Zivilschutzzentrums Eyrs. Das Vorprojekt für dieses Zivilschutzzentrum, das die Vizebürgermeisterin Franziska Riedl vorstellte, stieß im Gemeinderat

auf einhellige Zustimmung. Der Eyrser Feuerwehr-Ausschuss hatte 6 Architekten eingeladen, Vorprojekte zu erstellen. Auserkoren wurde vom FF-Ausschuss bzw. der eigenen Arbeitsgruppe das Vorprojekt von Simon Laganda aus Mals. Wie Franziska Riedl ausführte, hat ein Gutachten eines von der Gemeinde beigezogenen Geologen ergeben, dass der Neubau teilweise unterkellert werden kann. Im Untergeschoss sind u.a. Technikräume vorgesehen. Im Erdgeschoss entsteht die Fahrzeughalle mit 4 Zufahrtstoren. Im Obergeschoss ist u.a. ein Schulungsraum vorgesehen. Auf der Seite zur Staatsstraße hin entsteht ein öffentlicher Park-

Zu den besonderen Geschenken, die der Gemeindeausschuss dem scheidenden Gemeindesekretär Georg Lechner überreichte, gehörte auch eine verbeulte Stoßstange. Im Bild (v.l.): Verena Tröger, Georg Lechner, Elfi Kirmaier, Franziska Riedl, Arnold Rieger und Johann Thurner; Julius Schönthaler, der an der Ratssitzung nicht teilnehmen konnte, fehlt im Bild.

Zumal es für den langjährigen Gemeindesekretär Georg Lechner die letzte Ratssitzung vor seiner Pensionierung war, nutzte die Bürgermeisterin die Gelegenheit, ihm für seine über 36-jährige Tätigkeit im Rathaus offiziell zu danken. Sie charakterisierte Georg Lechner als fachlich kompetent, geradlinig, konsequent, zuverlässig und zielstrebig. Nach außen möge er manchmal als „harter Knochen“ gegolten haben, „nach innen aber war er sensibel.“ Aufgrund seines enormen Wissens habe er sich weit über Laas hinaus einen Namen gemacht. Worte des Dankes kamen auch von Markus Riedl im Namen der Bürgerliste und von Reinhard Spechtenhauser (SVP), der über 20 Jahre lang mit Georg Lechner zusammengearbeitet hat. Passend zu seinem Hobby überreichten die Ausschussmitglieder dem Oldtimer-Liebhaber eine verbeulte Stoßstange als Symbol dafür, dass er viel Unheil von der Gemeinde ferngehalten hat, eine Autofelge als Zeichen dafür, dass vieles rund lief, und einen Rückspiegel, damit der Blick zurück nicht vergessen wird. Georg Lechner sagte, dass er seine Arbeit „in tiefer Verbundenheit mit der Gemeinde Laas und den Leuten“ beende. Sein besonderer Dank galt dem Mitarbeiterteam, dem Rat und dem SEPP Ausschuss.