Nah beim Volk

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Dichtes Programm Gemeinde Graun hat vieles vor. Aufschüttungsprojekt steht. Noch offene Fragen beim Projekt Turm-Areal. GRAUN - Über 5 Millionen Euro will die Gemeinde Graun im Jahr 2022 investieren. „Und rund 2 Millionen Euro dürften im Frühjahr als Verwaltungsüberschuss dazukommen“, kündigte Bürgermeister Franz Prieth bei der letzten Gemeinderatssitzung im Jahr 2021 an. Dass der Haushalt insgesamt gesehen auf soliden Beinen steht, ist nicht zuletzt auf die beträchtlichen Stromeinnahmen zurückzuführen, die sich jährlich auf über eine Million Euro belaufen. Beim Investitionsprogramm für 2022 hat sich der Ausschuss bemüht, möglichst viele Bereiche zu berücksichtigen und in allen 4 Fraktionen Projekte und Vorhaben umzusetzen.

In den Jahren 2023 und 2024, und zwar jeweils im Frühjahr, wird das große Aufschüttungsprojekt entlang der 8 Galerien zwischen St. Valentin und Graun durchgeführt.

Sanierungsarbeiten an und das Dachgeschoss der alten Grundschule wird in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen ausgebaut. Auch Maßnahmen bei der Etschquelle sind geplant. Das größte Vorhaben in St. Valentin a.d.H. ist die Erweiterung der Musikschule. Zu den weiteren Vorhaben gehört Projekte in allen Fraktionen u.a. der Neubau der Brücke über In Graun steht der Neubau des die Etsch, „wobei wir auf eine Hallenbades an, die Neugestal- 90-prozentige Kostenbeteiligung tung des Museums, die Errichtung seitens des Landes hoffen, denn eines Buswendeplatzes und die wir haben es hier immerhin mit Mithilfe bei der Errichtung des Ausgaben in Höhe von ca. 600.000 Fraktionsgebäudes. In Langtaufers Euro“, so der Bürgermeister. wird im Abschnitt Graun-Pedroß der Abwassersammler (erstes Bau- Hallenbad Konsortial GmbH los) errichtet. Im Bereich der Erlebnisschule soll ein kleines ZivilDem Haushalt stimmte der vollschutzzentrum für die Feuerwehr zählig erschienene Gemeinderat und die Bergrettung projektiert ebenso einhellig zu wie der Grünwerden. Als zweites Baulos soll dung der Hallenbad Konsortial später die Erlebnisschule selbst GmbH. Diese Gesellschaft wird erweitert werden. Auch die unter- mit der Umsetzung des Hallenirdische Verlegung weiterer Tele- bad-Projektes beauftragt. Zufonfreileitungen ist in Langtaufers mal eine Konsortial GmbH die vorgesehen sowie das Parkplatz- Arbeiten direkt vergeben kann Projekt Maseben. In Reschen wird und nicht öffentlich ausschreiben die Dorfplatz-Gestaltung fort- muss, erwartet sich die Gemeinde gesetzt. Im Kindergarten stehen erhebliche Einsparungen. „Der

Die letzte Sitzung des Grauner Gemeinderates im Jahr 2021 fand im Vereinssaal in Graun statt.

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DER VINSCHGER 01/22

Kostenrahmen von 7 Mio. Euro muss eingehalten werden,“ präzisierte der Gemeindesekretär Georg Sagmeister. Die Gemeinde ist an der GmbH mit 88% beteiligt, die Schöneben AG und die EGO (Energiegenossenschaft Oberland-Rojenbach) mit jeweils 5%. Weitere Anteile hält auch die BER (Bioenergiegenossenschaft Reschen). Die Gemeinde wird mit dem Bürgermeister im 3-köpfigen Verwaltungsrat vertreten sein. „5 Meter tiefer als im Herbst“ Der Pegelstand des Reschenstausees war im Herbst 2021 außergewöhnlich tief. Die Absenkung war notwendig, um den Druckstollen in St. Valentin sanieren bzw. mit Kunststoffrohren auskleiden zu können. Wie der Bürgermeister ankündigte, wird der See in den Jahren 2023 und 2024 im Zeitraum von jeweils März bis Mai im Zuge von Arbeiten der Alperia an der großen Schleuse auf 1.472 Meter abgesenkt: „Das sind 5 Meter tiefer als im Herbst 2021, sodass der See während

Bürgermeister Franz Prieth

dieser Zeiträume praktisch trockengelegt ist.“ Genutzt werden diese Zeiträume für das große Aufschüttungsprojekt, das mittlerweile steht. Aus fast dem gesamten Seeboden wird Material entnommen und entlang der Galerien zwischen St. Valentin und Graun aufgeschüttet. Die Straße und der Radweg werden in Richtung See verlegt, die Galerien werden verschwinden. „Dieses Projekt, bei dem viele Landesämter und weitere Institutionen und Behörden beteiligt sind, handelt es sich um ein Vorhaben, das nicht nur für unsere Gemeinde, sondern für den ganzen Vinschgau wichtig ist“, sagte der Bürgermeister. Allein für die Aufschüttungs-Arbeiten, mit denen die Wildbachverbauung betraut wird, sind Gesamtkosten in Höhe von ca. 9 Mio. Euro vorgesehen. Variante A oder B? Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Turm-Areals gibt es zwei Varianten, „die wir kürzlich der gesamten Landesregierung vorstellen konnten“, informierte der Bürgermeister. Die Mitglieder der Landesregierung äußerten sich grundsätzlich positiv zum Projekt. Nun sind laut Franz Prieth noch zwei Fragen offen: „Einmal ist zu entscheiden, ob man der Variante A oder der Variante B den Vorzug gibt, und einmal, ob das Land das Projekt in Eigenregie umsetzt oder ob man die Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) wählt.“ SEPP