Es bewegt sich vieles im Bezirk

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VINSCHGER GESELLSCHAFT Zeichnen in Mailand, besuchte die Meisterklasse für Grafik in Wien und studierte Psychologie an der FU Berlin. Verena Kammerer hat in ihrem Leben 6 Psychosen und 4 Psychiatrie-Aufenthalte durchgemacht. Einer der Aufenthalte war „dramatisch und hat mich traumatisiert. Ich fühlte mich ohnmächtig und völlig ausgeliefert.“ Später habe sie erfahren und erlebt, „dass es mit Hilfe von Netzwerkgesprächen möglich ist, schwere Krisen auch ohne Psychiatrie-Aufenthalt zu bewältigen: „In der Begleitung hatte ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin, dass ich Hilfe einfordern darf und dass ich sie auch bekomme.“ Netzwerkgespräche, geführt mit Wertschätzung und auf Augenhö-

rer ist das Recovery-Modell. Dieses Konzept hebt bei psychischen Störungen das Genesungspotential der Betroffenen hervor und unterstützt es. Kammerer leitet selbst Recovery-Gruppen. Auch dem Ex-In-Ausbildungsmodell schreibt sie eine große Bedeutung zu. Das Modell basiert auf der Überzeugung, dass Menschen, die psychische Krisen durchlebt haben, diese persönlichen Erfahrungen nutzen können, um andere Menschen in ähnlichen Situationen zu verstehen und zu unterstützen. Kammerer beendeAriel Trettel umrahmte die Tagung mit passenden Liedern. te ihr Referat mit einem Zitat von Albert Camus: „Mitten im Winter he, könnten für die Klienten sehr unheilbar seien, gelte es energisch erfuhr ich endlich, dass in mir ein hilfreich sein. Der Behauptung, entgegenzutreten. Ein besonderes unvergänglicher, unbesiegbarer wonach psychische Erkrankungen Steckenpferd von Verena Kamme- Sommer ist.“ SEPP

„Eigene Schulung im Visier“ SCHLANDERS -Am Nachmittag

setzten sich die Tagungsteilnehmenden in Arbeitsgruppen mit den Vortragsthemen auseinander. Die Ergebnisse wurden gesammelt und vorgestellt. der Vinschger: Frau Karin Tschurtschenthaler, welches Resümee ziehen Sie aus der „Open Dialogue“-Tagung? KARIN TSCHURTSCHENTHALER: Es

fach der Wunsch geäußert, eine eigene Schulung für die Netzwerkpartner mit dem Experten Kolja Heumann zu organisieren. Ich hoffe sehr, dass wir eventuell im Rahmen eines Interreg-Folgeprojektes eine solche Schulung anbieten können.

notwendig. Wir müssen uns vor allem in der Netzwerkarbeit weiter entwickeln und den „Offenen Dialog“ im wahrsten Sinne des Wortes ausweiten und fördern.

soziale Rückzug junger Menschen bereitet uns besondere Sorgen. Die Corona-Krise hat außerdem dazu beitragen, dass verschiedene psychische Leiden und Erkrankungen, die vor der Krise unter Hat die Pandemie aufgrund der Oberfläche schwelten, offen Ihrer konkreten Erfahrun- ausgebrochen sind.

gen als Direktorin der SozialKönnen Sie sich vorstellen, dienste tatsächlich bei vielen dass das Modell des „Offe- Menschen zu psychischen nen Dialogs“ im Vinschgau Erkrankungen geführt? bzw. in Südtirol konkret Fuß Auf alle Fälle. Die Zahl der fasst? psychischen Erkrankungen hat

hat sich gezeigt, dass das Interesse an der Methode des „Offenen Dialogs“ sehr groß ist. In den Das wäre aus unseres Sicht Arbeitsgruppen wurde mehr- sehr wünschenswert und auch

INTERVIEW: SEPP LANER

zugenommen, nicht zuletzt auch bei Jugendlichen. Der sogenannte

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