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VINSCHGER GESELLSCHAFT

75 Jahre GEOS Schlanders Ein Lese- und Bilderbuch zum Jubiläum SCHLANDERS - Es ist nicht die Zeit für große Feiern. So blieb in diesem Jahr auch der 75. Geburtstag der GEOS Schlanders von vielen Menschen unbemerkt. Ein Zeichen zu diesem Anlass hat die GEOS dennoch gesetzt und sich und ihren Mitgliedern ein Lese- und Bilderbuch geschenkt. „GEOS 1946 – 2021“ nennt sich das Buch, das von Martin Trafoier und Walther Waldner koordiniert und gestaltet wurde. Dem 260 Seiten umfassenden Werk fehlen die üblichen Vor- und Grußworte; der Obmann Theo Grasser erhielt in Form von zehn Fragen „das letzte Wort“, in dem er sich über die Zufriedenheit und Identifikation der Mitglieder mit ihrer Genossenschaft besonders erfreut zeigte. Eingeteilt ist das Buch in drei große Kapitel: „Der Betrieb“, „die Geschichte der GEOS“ und „Rund um den Anbau“. Um Zahlen und Fakten, um Personal und Vorstände geht es im ersten Teil, wobei die Stimmen einiger MitarbeiterInnen und HofbesitzerInnen ein sehr wertvoller, persönlicher Beitrag für das Buch sind. Großformatige Bilder und einzelne, groß präsentierte Eckdaten lockern die „trockenen Zahlen“ der Genossenschaft auf, die die Mitarbeiterinnen Barbara Pöhli und Verena Stecher von der GEOS und Barbara Gamper von der VIP geleifert haben. Im Kapitel „Geschichte der GEOS“ kommen Menschen in Interviews zu Wort, die die Geschicke der Genossenschaft maßgeblich beeinflusst und mitgetragen haben. So bezeichnet der ehemalige Geschäftsführer Hansjörg Peschel

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DER VINSCHGER 41/21

Sechs Schlanderser Frauen haben das Buch künstlerisch bereichert: (v.l. sitzend) Angelika Hört, Helga Hinckfuß und Anna Wielander Platzgummer; (v.l.stehend): Gertrud Wellenzohn und Heidi Schöpf; es fehlt Susi Lechthaler

die Jahre in der GEOS als „eine abwechslungsreiche Zeit“, sein Nachfolger Karlheinz Wörnhart als „Meine zweite Heimat“ und der jetzige Geschäftsführer Hannes Spögler seinen Auftrag „Die Welt im Auge zu behalten“. „Die Welt im Auge behalten“ Der ehemalige Obmann Karl Dietl warf einen Blick auf Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Der Autor Martin Trafoier hat sich für dieses Kapitel der Sisyphusarbeit gestellt, sämtliche Sitzungsprotokolle zu durchforsten und das Wesentlichste herauszufiltern. Beleuchtet wird in diesem Abschnitt auch die intensive Baugeschichte der vergangenen Jahre. Reinhard Schwalt berichtet über den Internationalen Austausch bei verschiedenen Studienreisen. Das dritte Kapitel „Rund um den An-

Die Macher der Festschrift: (1. Reihe v.l.): die Autoren Martin Trafoier und Walther Waldner; (2. Reihe v.l.): Obmann Theo Grasser und Geschäftsführer Hannes Spögler

bau“ wurde vorwiegend von Walther Waldner, Chefredakteur der Fachzeitschrift Obst- und Weinbau und langjähriger Obstbauberater, verfasst. Dabei geht es um die Produktpalette der GEOS, die Anbausysteme im Apfelanbau, um Wasser in der Landwirtschaft und Pflanzenschutz. Einen wertvollen Beitrag hat Leonhard Wellenzohn über die Entwicklung des Bio-Obstbaus im Vinschgau geliefert. Mit einem Fotoessay von Gianni Bodini mit verblüffenden Momentaufnahmen schließt das Buch, das nur wenige „bilderfreie“ Seiten aufweist. Sowohl der Fotograf Gianni Bodini als auch Kurt Wieser haben mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und Portraits zum besonderen Erscheinungsbild dieses Buches beigetragen. Einige Bilder stammen von Bernhard Botzner vom Beratungsring und aus dessen Archiv. Die Drohnenaufnahmen

von Johannes Thomann haben die Größe und Schönheit des Betriebes der GEOS hervorragend eingefangen. Neben den Fotografien stechen die künstlerischen Arbeiten mehrerer Schlanderserinnen ins Auge, die sich seit Jahren mit der Vinschger Landschaft und dem hier angebauten Obst in ihrer Bildsprache auseinandersetzen. Helga Hinckfuß, Angelika Hört, Susi Lechthaler, Heidi Schöpf, Gertrud Wellenzohn und Anna Wielander Platzgummer haben mit ihren Arbeiten diese Festschrift aufgewertet. Abschließend sei besonders Karl Grasser erwähnt, der mit seinen unverkennbaren Werken dem Vinschgau und dem bäuerlichen Leben ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Dass sich das Buch so großartig präsentiert, liegt besonders am technischen und grafischen Geschick von Ronny Marchegger der Druckerei Pötzelberger, welche das Buch gedruckt und gebunden hat. Den Autoren und Koordinatoren Martin Trafoier und Walther Waldner ist es hervorragend gelungen, aus dieser Festschrift ein umfassendes, informatives und lebendiges Lese- und Bilderbuch zu machen, das sowohl von Fachleuten als auch von Laien gelesen und betrachtet werden sollte. INGE