Zum Nachahmen empfohlen

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Das Vorhaben, im Abschnitt Forst-Töll-Partschins-Rabland eine großräumige Umfahrungsstraße zu bauen, ordnet Harald Frey der „verkehrsplanerischen Steinzeit“ zu.

als sie als weiteren Referenten Harald Frey am Bildschirm begrüßen konnte, der am Institut für Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Wien lehrt und forscht. Frey nannte die Entwicklung des individualisierten Autoverkehrs während der vergangenen Jahrzehnte als ein ökologisches Desaster: „Das Auto wurde geradezu mystifiziert.“ Die Folgen waren und sind zum Teil immer noch der Bau von Straßen und anderer Strukturen. „Es sind die Strukturen, die unser Verhalten prägen“, so Frey. Während die Strukturen für das Auto jahrzehntelang ausgebaut und gestärkt wurden, gerieten die Fußgänger, die Radfahrer und auch die öffentlichen Verkehrsmittel immer stärker in den Hintergrund. Eine Mobilitätswende im Kopf könne immer nur als Ergebnis einer Änderung von Strukturen verstanden werden. Wenn sämtliche Strukturen nach dem „Maßstab Auto“ ausgerichtet werden, ist eine Wende in Richtung nachhaltige Mobilität kaum möglich. In diesem Sinn sei Verkehrsplanung immer auch Angebotsplanung. Als positives Bei-

spiel eines nachhaltigen Angebots nannte der Referent die Vinschger Bahn. Wenn es gelingt, in den Dörfern anstelle von Fahrbahnen Freiräume und Begegnungszonen zu schaffen, wenn öffentliche Verkehrsmittel schnell und bequem sind, wenn attraktive Rad- und Fußwege errichtet werden und wenn im Gegenzug „autoorientierte“ Strukturen abgebaut werden, könne dem „Mythos Auto“ gegengesteuert werden. Kein Allheilmittel sieht Frey in der Elektro-Mobilität. Diese könne - auch im Kontext mit der Klimakrise - zwar einen Teilbeitrag leisten, „aber was es braucht, ist ein grundlegender Paradigmenwechsel.“ Abfuhr für große Umfahrung Eine klare Abfuhr erteilte Harald Frey dem Vorhaben, im Abschnitt Forst-TöllPartschins-Rabland eine großräumige Umfahrungsstraße zu bauen. Projekte dieser Art seien der „verkehrsplanerischen Steinzeit“ zuzuordnen, „denn sie widersprechen allen Grundsätzen einer nachhaltigen Mobili-

tät.“ Zur Feststellung von Eva Prantl, dass die Bevölkerung diese große Umfahrung wolle, meinte Frey, „dass man trotzdem dagegen kämpfen sollte, denn jemand wird in Zukunft die Rechnung für ein Projekt wie dieses, das so stark in die Landschaft eingreift, zahlen müssen.“ Auch von einem Ausbau der Passstraße auf das Stilfserjoch hält Frey nichts. Im Gegenteil: Der Autoverkehr sollte nicht gefördert, sondern eingeschränkt werden. Zur Südtiroler Klimapolitik hatte Eva Prantl vorausgeschickt, „dass im September 2021 festgestellt werden musste, dass die Ziele des Klimaplans Südtirol bis dahin größtenteils verfehlt wurden.“ Auch für Fragen aus dem Online-Publikum standen Kromp-Kolb und Frey zur Verfügung. Moderiert hat den Abend Markus Lobis. Eva Prantl dankte abschließend der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung. Diese wurde aufgezeichnet und auf der Homepage der Umweltschutzgruppe veröffentlicht (www. umweltvinschgau.wordpress.com). SEPP

Michael Nigg bleibt HGV-Obmann PRAD - Kürzlich fand die Jahresversammlung der Ortsgruppe Prad des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) statt. Dabei stand auch die Wahl des neuen Ortsausschusses auf dem Programm. Michael Nigg vom Gasthof „Stern“ wurde als Ortsobmann bestätigt. Zugleich wurde auch der Ortsausschuss neu gewählt. Diesem gehören nun Alfred Karner vom Hotel „Zentral“, Fabian Rungg von der Pension „Astoria“, Karl Unterberger von der Pizzeria „Sandheim“ und Karin Wunderer vom Camping „Sägemühle“ an. Als primäre Aufgabe und Vorhaben nannte Michael Nigg eine bessere touristische Vermarktung der Ortschaft

Prad und vor allem auch eine konstruktive und fruchtbare Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeindeverwaltung und dem Tourismusverein. Bürgermeister Rafael Alber dankte den Tourismustreibenden für den Einsatz und die gute Zusammenarbeit. Nach dieser sehr belastenden Zeit der Pandemie gelte es wieder positiv nach vorne zu schauen. Alber informierte, dass im Dorfzentrum zwei neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert werden. Bezugnehmend auf die Planung zur Erweiterung der Sportzone gelte es festzuhalten, dass diese infrastrukturell erweitert werde, mit dem Ziel einer übergemeindlichen Nutzung, vor

effizienter zu bewerben. Weiters möchte man dem Dorf durch verschiedene Maßnahmen zu einem besseren Erscheinungsbild verhelfen, berichtete Alber. Tourismusvereinspräsident Alfred Karner mahnte in seinen Grußworten, dass man aufgrund der stetig steigenden Kosten die Preise im Auge behalten sollte. Insgesamt konnte Karner jedoch von einer zufriedenstellenden Ortsobmann Michael Nigg Sommersaison berichten. Verbandssekretär Helmuth Rainer inallem durch die Sportoberschule formierte abschließend in welcher Mals. Mit Bedauern stellte Alber Form und in welchem Umfang der fest, dass das Nationalparkhaus HGV seine Mitgliedsbetriebe in „Aquaprad“ noch immer zu wenig der schwierigen Zeit der Pandean Bekanntheit und Sichtbar- mie unterstützt und beraten hat. keit erreicht hat, dies gelte es RED DER VINSCHGER 41/21

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