Zum Nachahmen empfohlen

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Neuer HGVOrtsobmann MARTELL - Bei der Jahresversammlung der Ortsgruppe Martell des HGV wurde Roland Gluderer (im Bild, „Bergfrieden“) zum neuen Obmann gewählt. Er folgt auf Alexander Mair, der die Ortsgruppe seit 2001 geführt hatte und sich nicht mehr der Wahl stellte. Dem neuen Ortsausschuss gehören Alexander Mair („Waldheim“), Barbara Grassl („Martellerhof“), Heidi Oberhofer („Premstl“), Günther Pircher („Burgaunerhof“), Markus Perkmann („Freizeit-Trattla“), Jana Schröter („Stallwies“) und Roman Altstätter („Ortlerhof“) an. Der scheidende Ortsobmann Alexander Mair ging rückblickend vor allem auf den Zusammenhalt unter den Tourismustreibenden ein, der in einer kleinen Tourismusgemeinde von essenzieller Bedeutung sei und wodurch verschiedene Veranstaltungen im Tal erfolgreich abgewickelt werden konnten. Als konkretes Beispiel nannte er u.a. die Erdbeertage und dankte in diesem Zusammenhang auch der Gemeindeverwaltung, allen voran dem BM Georg Alt-stätter. Ziel müsse es mittelfristig sein, das Tal, bedingt auch durch die Biathlonund Langlaufinfrastrukturen, zu einer Ganzjahresdestination zu machen. Der neue Ortsobmann möchte sich um eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und um ein starkes Miteinander innerhalb der Ortsgruppe bemühen. Als Vertreter des Tourismusvereines Latsch-Martell informierte Günther Pircher über einige Projekte. Der Bürgermeister dankte den Touristikern für ihr Engagement und sagte seine weiter Unterstützung zu. Die große Baustelle der digitalen Erreichbarkeit mittels Glasfaser sei mittlerweile weit fortgeschritten. Allerdings fehle die Verbindung zu einigen touristischen Betrieben in den Randgebieten. Zum Abschluss zeigte Verbandssekretär Helmuth Rainer auf, wie und in welchem Umfang der HGV seine Mitgliedsbetriebe in der schwierigen Zeit der Pandemie unterstützt und beraten RED hat.

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DER VINSCHGER 41/21

Durchführungsplan ist neu vorzulegen Replik des Gemeinderates auf eine Stellungnahme des AVS und des Heimatpflegeverbandes

Um die Corona-Regeln einhalten zu können, fand die jüngste Sitzung des Schnalser Gemeinderates im Vereinshaus in Karthaus statt. SCHNALS - Es war im Jänner 2021, als der Gemeinderat von Schnals den Durchführungsplan für die schrittweise Errichtung eines Hotelkomplexes in Kurzras (rund 600 Betten, ca. 70.000 Kubikmeter Bauvolumen auf über 3 ha) einstimmig genehmigte. Bei der Ratssitzung am vergangenen 29. November im Vereinshaus in Karthaus wurde dieser Beschluss einstimmig widerrufen. Wie der Bürgermeister Karl Josef Rainer vorausgeschickt hatte, war im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung festgestellt worden, dass einige Abgrenzungen an mehreren Stellen nicht stimmen: „Dass sich der Bauleitplan mit dem Durchführungsplan nicht vollständig deckt, war für den Gemeinderat bei der Beschlussfassung nicht ersichtlich.“ Es gehe um geringfügige Abstände zum Bachbett. Auch die Abgrenzungen des Hochmoors seien nicht ganz deckungsgleich. Wie berichtet, hat die Landesregierung die Genehmigung des Durchführungsplanes im September verschoben. Nach dem jetzigen Widerruf des Gemeinderatsbeschlusses vom Jänner 2021 kann der Durchführungsplan laut dem Bürgermeister richtiggestellt und von der Schnalstaler Gletscherbahnen AG neu vorgelegt werden. Auch eine neue

Umweltverträglichkeitsprüfung sei vorzunehmen. „Keine neue Piste“ Auf wenig Gegenliebe im Gemeinderat stieß eine Stellungnahme des AVS und des Heimatpflegeverbandes zur Machbarkeitsstudie für ergänzende Eingriffe für die Entwicklung der Skizone „Schnals“. Der Gemeinderat hatte diese Studie am 29. September einhellig genehmigt. Klaus Bliem, AVS-Referent für Natur und Umwelt, und Claudia Plaikner, die Vorsitzende des Heimatpflegeverbandes, hatten in der Stellungnahme eine ganze Reihe von Bedenken und Sorgen im Zusammenhang mit den „ergänzenden Eingriffen“ formuliert. Von einer „Expansion“ in eine bisher anlagenfreie Zone

Bürgermeister Karl Josef Rainer

wird ebenso gesprochen, wie von einer Beeinträchtigung der Ziele des Umweltschutzes und einer Gefährdung der Lebensräume des Alpenschneehuhns. In einer vom Bürgermeister vorgetragenen und vom Gemeinderat einhellig genehmigten Replik auf die Stellungnahme wird u.a. klargestellt, „dass durch das Verlegen der Trasse des Gletscherseeliftes - derzeit befindet er sich in einer lawinengefährdeten Zone - keine neue Piste entsteht. Es ist sogar so, dass zwei alte Sessellifte abgebrochen werden.“ Als Ersatz werde ein neuer Lift errichtet, der zwar etwas länger ist. Eine „quantitative Erhöhung der Skipistenflächen“ werde nicht vorgenommen. Landschaftlich gesehen sei die Verlegung auf jeden Fall „positiv und nicht negativ.“ Durch das Abschmelzen der Gletscher im gesamten Alpenraum „ist auch die Skizone auf dem Hochjochgletscher sowieso nur mehr halb so groß wie einst bei der Eröffnung der Schnalstaler Gletscherbahnen 1975.“ Einige der in der Stellungnahme formulierten Befürchtungen und Bedenken stießen bei der Diskussion im Rat auf Kopfschütteln. Der Grundtenor: „Bestimmte Leute sind grundsätzlich immer gegen alles, mag ein Projekt auch noch so sinnvoll sein.“ SEPP