Zum Nachahmen empfohlen

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Der demografische Wandel … …. ist eine sehr große Herausforderung. Sozialdienste führen neue Struktur in St. Valentin. GRAUN - In rund 10 Jahren dürfte

jeder dritte Einwohner in Südtirol älter als 60 Jahre sein. Der demografische Wandel bringt große Herausforderungen mit sich, speziell was die Betreuung und Pflege von älteren Menschen betrifft. Einmal mehr gezeigt hat sich das bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Graun, als der Präsident und die Direktorin des Martinsheims in Mals, Konrad Raffeiner und Roswitha Rinner, auf Initiative der Vizebürgermeisterin Hannah Waldner den Sozialbericht 2020 und die „Vision 2030“ des Martinsheims vorstellten. Wie berichtet (der Vinschger Nr. 33-34/2021), ist die Errichtung des neuen Gebäudetraktes beim Martinsheim zum Großteil abgeschlossen. Dank der umfassenden baulichen Maßnahmen wird die Zahl der Zweibettzimmer auf 17 verringert, während jene der Einbettzimmer auf 66 steigt. In Zukunft gibt es somit 100 stationäre Heimplätze: 70 für unbefristete Heimaufnahmen, 20 für Menschen mit Demenz sowie je 5 für Kurzzeit- und Übergangspflege. Neben Mals, Glurns und Taufers im Münstertal gehört auch die Gemeinde Graun zum Einzugsgebiet des Martinsheim. 26 Heimplätze sind für die Gemeinde Graun reserviert, die sich am laufenden Bauprojekt mit Ausgaben in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro beteiligt. Auch über Herausforderungen, die über rein bauliche Maßnahmen hinausgehen, informier-

Der Gemeindesekretär Georg Sagmeister (links) und Bürgermeister Franz Prieth

geeinigt, das Seniorenwohnheim nach dem Gründer des Hospizes in St. Valentin, Ulrich Primale, zu benennen. In einer theologischen und kirchenhistorischen Zeitschrift (Allgemeiner Religions- und Kirchenfreund und Kirchencorrespondent) aus dem Jahr 1838 ist nachzulesen: „Das (Hospital) auf der MalserhaiSeniorenwohnheim „Ulrich Primale“ de wurde im 11. Jahrhunderte, also gleichzeitig mit dem UrVon immer größerer Bedeu- sprunge der Kreuzzüge, von dem tung im Kontext der Betreuung Burgeiser, Ulrich Primale, geälterer Menschen ist das betreute stiftet.“ Ein Hospital war im und begleitete Wohnen. Hierfür Mittelalter die Bezeichnung von hat die Gemeinde im sogenann- kirchlichen oder klösterlichen ten „alten Altersheim“ in St. Va- Herbergen für Pilger, Bedürftige, lentin a.d.H. 5 Wohneinheiten Fremde oder Kranke. geschaffen (siehe der Vinschger Nr. 39-40/2021). Bei der jüngs- Konsortial GmbH ten Ratssitzung wurde formell für Schwimmbad-Bau beschlossen, die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft mit der Eine zügige Vorgangsweise Führung des Dienstes „Begleite- sowie Einsparungen und weites und betreutes Wohnen für tere Vorteile erwartet sich die Seniorinnen und Senioren“ zu Gemeindeverwaltung von einer betrauen. Wie Hannah Waldner noch zu gründenden Konsortial informierte, hat man sich darauf GmbH für die Errichtung des neuen Schwimmbades in Graun. Die Idee, für die Durchführung dieses Projektes eine Konsortial GmbH zu gründen, stammt vom Gemeindesekretär Georg Sagmeister. „Eine Konsortial GmbH muss die Arbeiten nicht öffentlich ausschreiben, sondern kann sie über Direktverhandlungen vergeben“, präzisierte Sagmeister. Im Hinblick auf die Gründung der GmbH wurden im Zuge einer Architekt Iwan Zanzotti stellte den Durchführungsplan der Bilanzänderung vorerst 20.000 Euro als Gesellschaftskapital neuen Erweiterungszone in St. Valentin a.d.H. vor. 18

DER VINSCHGER 41/21

ten Raffeiner und Rinner. Das wichtigste strategische Ziel sei es, die Angebote im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich in Zusammenarbeit mit den Einzugsgemeinden, der Bezirksgemeinschaft und weiteren Partnern auszuweiten.

Konrad Raffeiner und Roswitha Rinner, Präsident bzw. Direktorini des Martinsheims

zweckgebunden. Bürgermeister Franz Prieth sprach von einer „interessanten Variante“ und kündigte an, auch die Schöneben AG mit ins Boot holen zu wollen. Erweiterungszone in St. Valentin Ausführlich vorgestellt wurde dem Gemeinderat der Entwurf des Durchführungsplanes für die neue Erweiterungszone in St. Valentin. Wie der Architekt Iwan Zanzotti ausführte, umfasst die Wohnzone, die als Anbindung an die bestehende anzusehen ist, 4.830 Quadratmeter. Die Baudichte der C1-Zone beträgt 1,5. Vorgesehen sind 7 Einheiten für den geförderten Wohnbau sowie Bauflächen für den freien Wohnbau (40%). Zanzotti sprach von einem „tollen Bauplatz“ mit „super Qualität“. Zum Thema Druckstollen sagte der Bürgermeister, dass der Stollen in diesem Bereich rund 20 Meter unter der Erdoberfläche verläuft, dass oberhalb des Stollens nicht gebaut wird und dass auch dieses Teilstück des Stollens mit internen Kunststoffrohren verkleidet wird. Das Interesse von Bauwilligen ist laut Franz Prieth gegeben: „Es haben sich bereits etliche Interessenten gemeldet.“ Der Durchführungsplan wird jetzt noch verfeinert und mit Gutachten ergänzt. Falls ihn die Landeskommission für Raum und Landschaft gutheißt, wird er dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt. SEPP