„Planen, nicht nur schwatzen“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Siegerprojekt ist gekürt Mehrere Wohnungen und ein Gastlokal sollen im „Toni Felix-Haus“ untergebracht werden. TAUFERS IM MÜNSTERTAL - Um

das sogenannte „Toni Felix-Haus“, das in Form einer Erbschaft in das Eigentum der Gemeinde Taufers im Münstertal übergegangen war, sowie das daran angebaute „Metzger-Haus“, das die Gemeinde gekauft hat, einer neuen Nutzung zuzuführen, wurde ein Planungswettbewerb ausgeschrieben. Von den 4 eingegangenen Projekten hat die Jury kürzlich das Siegerprojekt ermittelt. Es handelt sich um das Projekt des Prader Architekten Daniele Capra. Überzeugt hatte sein Vorschlag die Jury vor allem deshalb, weil das äußere Erscheinungsbild erhalten bleibt. Wie die Bürgermeisterin Roselinde Gunsch bei der Gemeinderatssitzung am 10. November ausführte, hatten alle 4 Projekte vorgesehen, das „Toni Felix-Haus“ zu sanieren, das „Metzger-Haus“ abzureißen und im Gebäude nicht nur Wohnungen, sondern auch ein Gastlokal unterzubringen. Der Siegerentwurf von Daniele Capra sieht auch eine kleine Tiefgarage mit 6 Stellplätzen für die künftigen Bewohner vor. Die Eingriffe beim „Toni Felix-Haus“ beschränken sich im Baubestand laut der Projektbeschreibung auf einzelne, gezielte Interventionen, um dem Haus eine erhöhte Wohnqualität zu geben: „So erhält die Wohnung im Erdgeschoss eine überdachte Terrasse auf der Südostseite, sowie eine weitere auf der Nordostseite, über welche ein alternativer Zugang zur Wohnung ermöglicht wird und die Fläche zwischen der St. Johann Straße und der Unteren Gasse neu gestaltet wird.“ „Sehr nahe am gegenwärtigen Bestand“

men, die in Zukunft anstehen, zu befassen, zieht sich der Gemeinderat Anfang Dezember zu einer Klausurtagung in das Bildungshaus Schloss Goldrain zurück. Zu den Schwerpunkten gehört das Gemeindeentwicklungsprogramm. Taufers im Münstertal ist eine von 7 Gemeinden, die vor 3 Jahren im Hinblick auf das neue Am 19. November konnten das Siegerprojekt (im Bild ein Auszug aus Gesetz für Raum und Landschaft dem Entwurf), und die weiteren 3 Projekte, die für die Nachnutzung des als Pilotgemeinden ausgewählt „Toni Felix-Hauses“ eingegangen waren, in der Schulturnhalle besichtigt werden. worden waren. Die Auswertung des Beteiligungsprozesses der geschoss. Dieser Eingriff erfolgt der nachhaltigen Mobilität nicht Bevölkerung liegt mittlerweile vor. über einen Dacheinschnitt. Ins- mehr zeitgemäß seien. So gut wie vorprogrammiert sind gesamt bleibe das Haus „sehr bereits jetzt harte Diskussionen, nahe an seinem gegenwärtigen Eine Mio. Euro speziell mit der Landwirtschaft, Bestand.“ Eine unnötige Zerglie- Zwischenfinanzierung wenn der Gemeinderat in Zuderung der Fassade wird vermiekunft die Siedlungsgrenzen defiden. Der mit Steinmauerwerk Einhellig zugestimmt hat der nieren wird. Als weitere Themen umschlossene südlich gelegene Gemeinderat im Rahmen einer bei der Klausurtagung werden Vorbereich soll den Charakter Bilanzänderung einer Kreditauf- u.a. der Tscheneil-Waalweg, die eines kleinen Dorfangers erhal- nahme in Höhe von einer Million Modellregion Obervinschgau ten. „Zusätzlich zum Gastgarten Euro. Mit dieser Zwischenfinan- und die Nutzung leerstehender könnte eine für die ganze Bevöl- zierung sichert sich die Gemeinde Bausubstanz ins Auge gefasst. kerung zugängliche Erholungs- eine ausreichende Liquidität für fläche entstehen, ein Mehrwert den Neubau der Feuerwehrhal- Kostenlose Beratung für das Dorf und zugleich eine le und des Kindergartens. Die Bereicherung für das Gastlokal.“ Arbeiten sind seit einiger Zeit Die Gemeinde ist an einem InLaut Roselinde Gunsch wäre es im Gang. Das Großprojekt, das terreg-Projekt beteiligt, bei dem für das Dorf ideal, wenn ein klei- zusammen mit der Einrichtung es um das Leerstandsmanagenes Restaurant entstehen könnte. insgesamt fast 5 Millionen Euro ment geht. Gebäudeeigentümer, Falls es dafür kein Interesse gibt, kostet, soll 2023 fertiggestellt die gewillt sind, ihre Liegenschafwird das Gebäude ausschließlich werden. Für 60.000 Euro plus ten zu sanieren, werden kostenlos für Wohnzwecke genutzt. Das Mehrwertsteuer angekauft hat beraten und umfassend inforRatsmitglied Hans Spiess sprach die Gemeinde eine Schneekatze, miert. „Das Angebot reicht von zwar von einer „guten Idee“, be- die dem Sportverein vor allem für Auskünften über Förderungen mängelte aber, dass für das Gast- die Instandhaltung bzw. Präparie- bis hin zu Machbarkeitsstudien“, lokal keine Parkplätze vorgesehen rung der Rodelbahn im Avingatal sagte Roselinde Gunsch. Die Reseien. Das wäre für Arbeiter, die dienen soll. ferentin Angelika Pircher Joos zum Mittagessen kommen, ungut. informierte den Gemeinderat Die Bürgermeisterin konterte, Klausur Anfang Dezember über die vielfältigen Initiativen dass Diskussionen rund um Parkzur Adventszeit in Taufers. Vieplätze vor jedem Gastbetrieb anUm genug Zeit zu haben, sich le Vereine und Personen gaben gesichts des Klimawandels und mit wichtigen Anliegen und The- und geben sich große Mühe für den Advent in Taufers. So wird etwa an jedem Adventsonntag an einem großen Adventkranz auf dem Platz vor der Gemeinde eine Kerze angezündet. Neu ist u.a. das „Tauferer Adventskistl“ mit Tauferer Produkten. Es handelt sich um eine Initiative der Bäuerinnen. SEPP

Durch das Entfernen der Kellertreppe entsteht ein heller Arbeitsbereich. Die Wohnung im Obergeschoss erhält einen kleinen Balkon auf der Südostseite sowie eine große Terrasse Green Pass-Kontrolle kurz vor dem mit schönem Ausblick im Dach- Beginn der Ratssitzung 14

DER VINSCHGER 39-40/21

Bürgermeisterin Roselinde Gunsch