Geben und Nehmen

Page 8

VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Mit friedlichen Mitteln für Glaube und Heimat“ SPONDINIG/MARTELL - „Wir sind heute da, um der Gefallenen zu gedenken und für den Frieden zu beten.“ Mit diesen Worten eröffnete Engelbert Agethle, der Obmann des Vinschgauer Kameradenverbandes (VKV), am Seelensonntag die Gefallenen-Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof in Spondinig. Er hieß im Namen des VKV und der Vinschger Schützen alle Mitwirkenden und Teilnehmer willkommen. Den Gottesdienst zelebrierte erstmals Pfarrer Werner Mair, der in seiner Predigt den Einsatz der Gefallenen für die Heimat in Erinnerung rief. „Wir als ihre Nachkommen haben die Aufgabe, mit friedlichen Mitteln für die Freiheit, die Heimat, den Frieden und auch den Glauben einzutreten, damit unser Land weiterhin christlich geprägt bleibt,“ sagte Mair. Hannes Holzner, der Major des Schützenbezirks Burggrafenamt/ Passeier, blickte in seiner Gedenkrede auf die Geschichte des Gefallenen-Friedhofs zurück, erinnerte an die Geschehnisse an der Ortlerfront, kam auf den Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) zu sprechen, auf die Italienisierung und den Faschismus in Südtirol und dann sozusagen in einem Atemzug auf die Pandemie. Die Freiheit der Bevölkerung sei seit eineinhalb Jahr massiv mit Lockdowns eingeschränkt worden, und zwar durch italienische Gesetze, die von der Politik in Südtirol übernommen worden seien. Holzners Aussagen klangen zum Teil wie ein Aufruf, sich den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu widersetzen. - Die Ehrensalven im Gedenken an die Gefallenen feuerte heuer das Schützen-Bataillon Ulten unter dem Kommando von Thomas Kuppelwieser ab. Musikalisch umrahmt hat den Einzug und

Nach dem coronabedingten Ausfall 2020 konnte die heurige Gedenkfeier wieder traditionsgemäß abgehalten werden.

die Gedenkfeier die Musikkapelle Prad. Auch Kränze wurden niedergelegt. Zu den Ehrengästen aus der Politik gehörten die Bürgermeisterinnen Roselinde Gunsch und Verena Tröger, ihres Zeichens auch Kapellmeisterin der MK Prad, die Bürgermeister Rafael Alber, Franz Heinisch und Heiko Hauser sowie Landtagsvizepräsident Sepp Noggler. Einen besonderen Dank zollte der VKV-Obmann dem fleißigen Friedhofswart Adalbert Tschenett, der dem Südtiroler Schwarzen Kreuz als Vizepräsident vorsteht. Tschenett seiner-

seits bedankte sich abschließend bei allen, die zum Gelingen der Gedenkfeier beigetragen bzw. an dieser teilgenommen haben. Gedenkfeier in Martell Die traditionelle Gefallenen-Gedenkfeier beim Kirchlein Maria Schmelz in Martell hatte bereits am Vormittag bei Minusgraden stattgefunden. Thomas Winnischhofer, ehemals Mitglied der Schützenbundesleitung, erinnerte in seiner Gedenkrede daran, dass nicht nur die „Großen“ Geschichte

Das Abfeuern der Ehrensalve gehörte zu den Höhepunkten der GefallenenGedenkfeier beim Kirchlein Maria Schmelz in Martell.

gemacht und geschrieben haben, sondern auch jeder einzelne Gefallene, jeder einfache Soldat, jeder Freiheitskämpfer und jede Lehrperson der Katakombenschulen. „Und heute ist jeder Einzelne von uns gefordert, mit Eigenverantwortung, Mut und Liebe für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit im Land Tirol einzutreten“, so Winnischhofer. Auf den Wert des Friedens hatte auch der Liturgieleiter Anton Pirpamer aus Latsch in seiner Andacht verwiesen: „Waffen lösen keine Probleme. Gott will, dass die Menschen in Frieden leben.“ Eine Formation von Schützen aus Latsch, Goldrain und Morter feuerte zu Ehren der Gefallenen eine Ehrensalve ab. Auch ein Kranz wurde niedergelegt. Musikalisch begleitet hat die Gedenkfeier eine Bläsergruppe der Musikkapelle Goldrain-Morter. Der Bezirksmajor Hansjörg Eberhöfer dankte im Namen der Vinschger Schützen allen Mitwirkenden. Zusätzlich zur Ehrenformation hatten noch viele weitere Mitglieder der Schützenkompanien des Bataillons „Martin Teimer“ an der Gedenkfeier teilgenommen. Nicht gefehlt hat auch der Marteller Bürgermeister SEPP Georg Altstätter.

„Bitte bei der Wahrheit bleiben“ NATURNS - Nicht stillschweigend hinnehmen will der frühere Naturnser Bürgermeister Andreas Heidegger eine Aussage des mittlerweile zurückgetretenen Ratsmitgliedes Tobias Gritsch. Dieser hatte in einem Interview mit dem der Vinschger (Ausgabe

8

DER VINSCHGER 37-38/21

35-36/2021) behauptet, dass der Alt-Bürgermeister der Gemeinde „große Schulden“ hinterlassen habe. „Wenn Herr Gritsch nicht einverstanden ist, dass man mich zum Ehrenbürger gemacht hat, so ist das seine Meinung, die ich natürlich respektiere“, so Heidegger.

Nicht hinnehmen wolle und könne er allerdings die Behauptung bezüglich der Schulden: „Fakt ist, dass es der Gemeindeverwaltung, die ich 15 Jahre lang als Bürgermeister geleitet habe, gelungen ist, die Verschuldung der Gemeinde während dieses Zeitraumes

von anfänglich rund 25 auf ca. 5 Millionen Euro zu senken.“ Bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft war Andreas Heidegger u.a. öffentlich bescheinigt worden, die Gemeinde Naturns „in ihrer schwierigen finanziellen Situation konsolidiert zu haben.“ SEPP