Geben und Nehmen

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VINSCHGER SPORT

Das war einfach verrückt NATURNS/ LA REUNION - Verrückt, im positiven Sinne. Verrückt, an diesem Rennen teilnehmen. Und verrückt, ein solches Rennen zu beenden – und zu gewinnen. Daniel Jung hat einmal mehr Südtiroler Ultratrail-Geschichte geschrieben. Auf der fernen Insel La Réunion im Indischen Ozean hat er sich zum „König der Verrückten“ gekürt, wie Medien titelten. Aber der Reihe nach: Der Ultramarathon Grand Raid auf der zu Frankreich gehörenden Insel Réunion zählt zu den härtesten Ultratrail-Rennen der Welt. Die Strecke variiert in jedem Jahr geringfügig, erstmals ausgetragen wurde dieses prestigeträchtige Rennen im Jahre 1989. In diesem Jahr galt es 160 Kilometer und 9400 Höhenmeter zu bewältigen. Mit dabei waren auch die beiden Vinschger Daniel Jung und Luca Ambrosini. Jung, der mittlerweile in Naturns wohnt und Ambrosini, der in Meran daheim ist, sind beide in Latsch aufgewachsen. Der Trail-Lauf verbindet sie heute, immer wieder bestreiten die beiden Südtiroler Trail-Aushängeschilder gemeinsam internationale Rennen.

Foto: ryanthrower

Daniel Jung schreibt Vinschger Sport-Geschichte.

Daniel Jung (links) und Luca Ambrosini.

Der Zieleinlauf auf der Insel: Daniel Jung (rechts) mit Ludovic Pommeret.

Wie eben auf dieser besonderen Insel im Indischen Ozean. Und hier schrieb Daniel Jung einmal mehr Südtiroler Ultratail-Geschichte. Auf der „La Diagonale des Fous“, auf Deutsch: „Die Diagonale der Verrückten“, wie sich das Langstreckenrennen auf Réunion auch nennt, feierte Jung einen seiner schönsten Erfolge überhaupt. Mit einer Zeit von 23:02 Stunden holte er sich gemeinsam mit dem Franzosen Ludovic Pommeret den Sieg. Dabei sah es zeitweise gar nicht mal so gut aus. Einmal kam Jung vom Weg ab, nach 65 Kilometern kämpfte er sich aber wieder ganz nach vorne und lag in Führung. Bei extremen Bedingungen mit Tem-

peraturen von teils über 40 Grad Celsius war er bei Kilometer 107 aber kurz vor dem Aufgeben. Dann kam Pommeret, motivierte ihn neu. Der Naturnser raffte sich auf, gemeinsam mit dem Franzosen lief er nun vorne weg. Die beiden entschlossen sich auch gemeinsam ins Ziel zu laufen und sich den Sieg zu teilen. Jung hat damit nicht nur als erster Südtiroler dieses Rennen gewonnen, sondern auch als erster Starter aus Italien. „Es war ein Traum“, weiß der 37-Jährige. Ohnehin müsse man als Trailrunner „mal bei diesen Rennen mitmachen“, schon allein die Teilnahme sei ein großartiges Erlebnis. In den Genuss dieses Erlebnisses

kam auch Luca Ambrosini. Auch er wusste vollends zu überzeugen und beendete das Rennen mit einer Zeit von 34:54 Stunden auf dem 102. Platz. Etwa 2800 Athleten waren dabei, die Zahl der Teilnehmer ist limitiert rund 1500 kommen von der Insel, der Rest sind Athleten und Athletinnen mit Wohnsitz außerhalb der Insel. Auch diese Zahlen variieren. Viele der Starter schaffen es jedenfalls bei diesem Rennen nicht ins Ziel, allein dies ist schon ein weiterer Erfolg im Leben eines Trail-Läufers. Gänsehaut Für Jung war es der wohl größte Sieg in seiner Laufkarriere. „Es tut gut, so ein großes Rennen zu gewinnen“, gab er zu Protokoll. Die ganze Insel spielt an diesem Tag verrückt. „Ein großes Fest“, so Jung gegenüber dem der Vinschger. Beim Zieleinlauf im Stadion herrsche Gänsehauptatmosphäre. Ein verrücktes Erlebnis halt. MICHAEL ANDRES

Sturmlauf gegen Nervenstärke MORTER - 2. AMATEURLIGA, 9. SPIELTAG, SAMSTAG, 30.10.21 - Die

Malser waren zum Stürmen angetreten. Der Drang nach vorn war unübersehbar und prägte fast über die ganze erste Spielhälfte. Die Truppe um Kapitän Paul Noggler schaffte es immer wieder, für jeden Angriffszug viele Spieler zu mobilisieren. Unterstützt wurde er von Jonas Steck, dem 17-jährigen, ballstarken Verteiler im Mittelfeld. Schon in der 14. Minute musste Torwart Thomas Janser über sich hinauswachsen, um Morter vor einen Rückstand zu bewahren. 10 Minuten später gelang dann Thomas Rainer der Führungstreffer für Mals. Morter zeigte in dieser Phase Nervenstärke und hatte 44

DER VINSCHGER 37-38/21

0:1 für Mals. Wenn Körper sprechen: Thomas Rainer ließ sich von Benjamin Spiess beglückwünschen (in Schwarz), Thomas Janser war genervt, Simon Hanny enttäuscht und Kapitän Manuel Schwienbacher hörte einen Vorwurf (v.r.).

Rettete einen Punkt für den ASV Morter: Max Greis, Standardspezialist

seine Chancen. Die größte hatte Kapitän Johannes Höllrigl. Sein Elfmeter endete aber am Pfosten. Die 2. Spielhälfte war ausgeglichener. Morter spielte weiterhin in die Breite und die Malser Verteidi-

an der Malser Strafraumgrenze. Max Greis setzte seinen „Kunstschuss“ in der 66. Minute knapp unter die Latte zum Ausgleich.

gung hatte weiterhin Zeit, sich zu organisieren. Temperamentvolle Wortmeldungen zwischen Schiri und Trainer und Wehgeschrei gefoulter Spieler ließen Hektik aufkommen. Umstritten war ein Foul

GÜNTHER SCHÖPF