Geben und Nehmen

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Weltliteratur im Vintschger Museum und besitzt die Fähigkeit, sowohl die Hochsprache als auch den Vinschger Dialekt zu sprechen. So konnte er einerseits von den Interviewpartnern des Gasthauses Laganda und des Gasthauses Sonne viel herausholen, andererseits - in seiner Funktion als literarischer Reisebegleiter - hochsprachlich einwandfrei durch den Film führen. Der Film ist ein literarischBeim besonderen Filmabend im „Vuseum - `s Vintschger Museum“ (v.l.): geografischer Einbettungsversuch Regisseur Martin Hanni, Vizepräsidentin Helene Dietl Laganda, in eine Landschaft, die Thomas Judith Rungg vom Gasthaus Laganda sowie Universitätsdozent Bernhard einst liebgewonnen hatte. „Viele Flurnamen und Bezeichund Schriftsteller Toni Bernhart nungen aus der Gegend finden Film behandelten Texte, spielt in die von zwei Brüdern erzählt, die sich in den beiden Texten BernStilfs. „Das Stilfs der Erzählung ist Richtung Ortler gehen. Regisseur hards“, erzählte Martin Hanni, „sie aber ein Vierkanthof in der Ebene Martin Hanni hatte sich im Zuge sind über ihn - wohl auch wegen und hat mit dem extrem steilen der Vorbereitungen auf den Film ihres klanglichen Zaubers - zu LiBedingungen des realen Stilfs bis an Toni Bernhart gewandt, was teratur geworden. Und so mündet auf den Namen wenig gemein“, so sich für ihn als Glücksgriff heraus- die Geschichte im Epilog auch Toni Bernhart. Die Erzählung an stellte: Toni Bernhart beschäftigte folgerichtig, zwischen Sulden und sich empfinde auch er als schwie- sich nämlich schon in seiner Ma- Gomagoi, in einer alten Wiener rig. Leichter zugänglich sei die gisterarbeit mit Bernhards Texten, Veranda, beim Gasthaus Laganda.“ zweite Erzählung „Am Ortler“, trägt fast denselben Nachnamen RED Foto: Vuseum/Alexander Lutt

SCHLUDERNS - Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard (1931-1989) gehört zu den international bedeutendsten Literaten der Neuzeit. Dass ein Schriftsteller dieser Größenordnung öfters in Stilfs weilte und das Dorf sowie das Gasthaus Laganda zu Schauplätzen zwei seiner Erzählungen machte, waren für Regisseur Martin Hanni und Universitätsdozent und Schriftsteller Toni Bernhart Anlass genug, 50 Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches einen Film mit dem Titel „Bernhard & Bernhart“ zu drehen. Der Film wurde am 21. Oktober im „Vuseum - `s Vintschger Museum“ gezeigt. Die anschließende Diskussion machte deutlich, wie schwer fassbar der Schriftsteller Thomas Bernhard heute noch ist und mit welchem Respekt auch Universitätsdozent Toni Bernhart sich diesen Texten nähert. „Midland in Stilfs“, einer der zwei im

Dem Müll den Kampf ansagen

Barackenruine am Fischerteich vorher PARTSCHINS - Die Frage war: Wie berichtet man über eine Tat, die der ganzen Gemeinde zugutekam und an der sich viele junge Menschen beteiligt haben, ohne dass es nach parteipolitischer Selbstdarstellung aussieht? Voraus gegangen war dem Unternehmen „saubere Gemeinde“ ein Vorfall, über den die Gemeinderäte Sabine Zoderer und Christian Leiter nur mehr den Kopf schütteln konnten. Der Alpenverein habe es abgelehnt, sich zu beteiligen, weil er politisch neutral bleiben wolle, berichtete Zoderer.“Da bleibt man mit vollem Müllsack und offenem Mund stehen, wenn man

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Barackenruine am Fischerteich nachher

Abschluss einer erfolgreichen Müll-Sammelaktion im „Spotti.five“

sowas hört. Aber soll man deswegen den Einsatz von mehr als 50 Kindern, Jugendlichen und Eltern aus Rabland und Partschins einfach so übergehen?“ fragten sich die beiden und meinten: „Jetzt erst recht! Wir tun Gutes und reden auch davon.“ Ausgerückt sind die Rablander – genauer gesagt die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr - am Samstag, 23. Oktober schon um 8.30 Uhr. Das Ziel war der Rablander Fischerteich und das Ergebnis nach kürzester Zeit ein recht trauriges. Säcke voller Isoliermaterial, Kleiderfetzen, Metallteile, Dosen und Flaschen

mussten abgeschleppt werden. Eine zweite Rablander Gruppe nahm sich den Schulhof vor und den Waalweg, die dritte Gruppe die Jakobsrast und die Au. Die Partschinser Gruppen standen ab 9.00 Uhr an der Müll-Front. Eine Gruppe befreite den Bolzplatz von Zigarettenstummeln und Tempo-Taschentüchern. Sie zogen vom Mitterweg zum Partschinser Waalweg und in die Partschinser Au. Dort, dem Zielbach entlang bis zur Texelbahn, fanden sie Unmengen von Plastiktaschen, Dosen, entsorgte Liegestühle und Covid-Masken. Eine weitere Gruppe startete vom

Dorf über die Hottlbrugg und sammelte bis zum Amesaurer. Man hatte Sammelpunkte angelegt, wo die Mitarbeiter des Bauhofs den Müll abholen konnten. Nach getaner Arbeit kehrten alle hungrig und durstig im „Spotti. five“ am Sportplatz ein. Da es Menschen gibt, die die Aktion sehr schätzen, durften sich die fleißigen Sammler an Himbeersaft, Pommes und Würstel gütlich tun. Bürgermeister Alois Forcher kam vorbei, um seinen jungen Bürgern für ihren Einsatz zu danken. GÜNTHER SCHÖPF