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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Theater-Special zu Halloween SCHLANDERS - Und wieder lässt sich Juvi (Jugendtheater Vinschgau) etwas Außergewöhnliches einfallen. Im Zuge der diesjährigen Schreibwerkstatt entstanden viele, interessante Geschichten, unter anderem auch diese, die Juvi nun am Abend des 31. Oktober ab 18 Uhr bis Mitternacht in den Straßen von Schlanders mehrfach spielen wird. Der junge Autor Mathias Steiner aus Reschen verfasste das Theaterstück „Gentiane - Die Muse des Wahnsinns“. Nun wird die Schlanderserin Nadia Schwienbacher, diplomierte Schauspielerin und Theaterpädagogin, das Stück inszenieren. Da sind wieder jede Menge neuer Ideen mit auf

dem Plan. Das Theater erzählt aus dem Leben von Gentiane und Pierre, von ihrer Kindheit an bis zum Erwachsenenalter. Ihre Beziehung blüht schaurig schön auf, verstrickt sich. Liebe, Neugierde, Unterwerfung, Perfektion, Dominanz, Akzeptanz - dies alles zusammen endet im puren Wahn und blanken Gefühl. Genau diese Stationen des Lebens der zwei Hauptpersonen werden in verschiedenen Schauplätzen gezeigt, sodass die Zuschauer mit einem Erzähler zum nächsten Ort ziehen können und auch auf ihrem Weg vor gruseligen Überraschungen nicht sicher sind. Auf dieser Freilicht-Theater-Tour werden die Sinne geweckt, ganz neue Szenarien werden geschaf-

fen. Zudem im Preis inbegriffen ist ein kleiner Happen, damit die Spannung abgebaut werden kann. „Pro Tour werden Gruppen

bis zu 15 Personen mitgenommen“, erklärt die Obfrau Nadja Senoner. „Damit ist gesichert, dass es zu keinen Ansammlungen kommt, dass ein besonderes Flair entsteht und jeder direkt dem Geschehen nahe ist. Es wird wieder einmal etwas Besonderes.“ Reservierungen für das Theater am 31. Oktober, das um 18, 18.30, 19, 19.30, 20, 21, 21.30, 22, 23 und 23.30 Uhr gespielt wird, sind unter der Telefonnummer 348 7439724 möglich. Gruppen, die das Abenteuer gemeinsam wagen, werden sich sicher noch schauriger amüsieren! Nicht geeignet für Kinder und zart besaitete Nerven! Weitere Informationen im Internet (Website www.meinjuvi.org). RED

„Viele sollen mitdenken und sich einbringen“ SCHLANDERS - Unlängst tagte die Bezirksleitung der SVP ArbeitnehmerInnen. Vorrangiges Ziel der Sitzung war es, neue und interessierte Bürgerinnen und Bürger für die Mitarbeit bei den ArbeitnehmerInnen vor Ort und im Bezirk zu begeistern. Vor allem jetzt, wo die Covid-19-Krise noch nicht vorbei ist, zeichnen sich deren negative Folgen immer deutlicher ab. Den Leuten brennen viele Themen unter den Nägeln. „Daher gilt es mehr denn je, sich dieser Themen anzunehmen, Vorschläge

auszuarbeiten und nach Lösungen zu suchen“, so der einhellige Grundtenor aller Anwesenden. „Seien es die kostenlosen Nasenflügel-Tests für Erntehelfer und Beschäftigte im Tourismus, was nicht zu rechtfertigen ist, sei es das bezahlbare Wohnen, eine bürgerfreundliche Gesundheitsversorgung, die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel oder seien es die prekären saisonalen Arbeitsverhältnisse – bei allen diesen Themen ist es wichtig, dass viele mitdenken und

sich aktiv einbringen“, fasst die Vorsitzende Kunhilde Von Marsoner (im Bild) zu sammen. Um möglichst vielen eine aktive Mitarbeit zu ermöglichen, werden im Herbst einige Veranstaltungen zu den verschiedenen Schwerpunkten angedacht. Zudem finden im November auch die Wahlen zu den SVP Ortsaus-

schüssen statt und es sei wichtig, diese Gremien ausgewogen zu besetzen. „Unser Ziel ist es jedenfalls, in jeder Gemeinde eine starke Vertretung der SVP ArbeitnehmerInnen zu gewährleisten“, sagt die Vorsitzende. Aus diesem Anlass lädt der Bezirkssozialausschuss am Mittwoch, 13. Oktober, zu einem Diskussionsabend ins Gamperheim in Schlanders ein. Mit dabei sind auch die Landesrätin Waltraud Deeg und die ArbeitnehmerInnen-Vorsitzende Magdalena Amhof. RED

AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (74)

Grüner Pass anno 1821 Dass Südtirol bei den Impfzahlen Italiens Schlusslicht bildet, konnte man in den vergangenen Monaten häufig lesen. Ob in Leitartikeln, Experteninterviews oder dem Smalltalk im Stiegenhaus, die Impf- und Testverweigerer sind ein omnipräsentes Thema. Selber sehen sie sich gerne als Bürger zweiter Klasse und von einem faschistischen Staat Bevormundete. Immerhin nehmen an vielen Schulen die Zahlen derjenigen zu, die sich zwei Mal pro Woche freiwillig testen lassen. Schnell haben die meisten die Vorteile erkannt und damit dem Präsenzunterricht die ihm zustehende Bedeutung bestätigt. Wenn auch oft als Argument ins Feld geführt, die Methoden der Medizin und des Staates seien neu, und der Mensch würde allem Neuen prinzipiell skeptisch gegenüberstehen – ganz so neu ist dies alles nicht. Vor genau 200 Jahren, im Schuljahr 1821/22 wurde ein Stipendium ausgeschrieben. Die Stiftung selbst war schon alt, existierte seit 1694 und vergab jeweils 100 Gulden. Wer sich dafür bewerben wollte, hatte einige

Kriterien zu erfüllen. Er musste männlich und mittellos sein, außerdem gute schulische Leistungen vorweisen. Aber auch das reichte noch nicht. Zusätzlich sollte er ein „Zeugni[s] über die bestandene Kuhpocken-Impfung, oder über die gehabte Blattern-Krankheit“ vorlegen, so schreibt „Der Bote für Tirol“ – 2G im 19. Jahrhundert. Einzelfall ist dies keiner. Fünf Jahre, acht Jahre, ja sogar zwölf Jahre später werden noch dieselben Anforderungen für ein Stipendium verlangt, mit dem besonders Studierende aus dem Vinschgau am Gymnasium in Meran unterstützt wurden. Die „Tiroler Stimmen“ vom 30. Juni 1903 weisen übrigens darauf hin, dass am folgenden Tag zwischen 15 und 16 Uhr eine öffentliche Impfung stattfindet. Also: Z Dasselbe in Grün.

DER VINSCHGER 33-34/21

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