Neuer Anlauf

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Turmspringen“ im Schloss KASTELBELL - „momentan“ heißt der Titel der heurigen Herbstausstellung im Schloss Kastelbell. „Momentan deshalb, um zu sehen, wo ich derzeit mit meiner Arbeit stehe“, sagte die Malerin Christine Gallmetzer bei der Ausstellungseröffnung am 25. September im künstlerischen Zwiegespräch mit Ursula Schitzer, Kuratorin und Projektkoordinatorin bei Kunst Meran. Anstelle eines klassischen Monologs hatte sich das Kuratorium Schloss Kastelbell dieses Mal für ein Zwiegespräch entschieden, um das Publikum in das Schaffen und in die Werke der Künstlerin einzuführen. Dieses Novum stieß auf viel Zuspruch. Aus dem Gespräch war u.a. zu erfahren, dass die Faszination der

Feine Klänge mit der Gruppe „Feinklang“

„Turmspringerin mit Netzobjekten“

Künstlerin für das Turmspringen auf ein Foto ihres Vaters zurückgeht, der Turmspringer war. „Das Turmspringen ist mehr als nur Sport“, so die Malerin. „Wir haben alle keine Lösung und fragen uns, wo wir hinspringen.“ Zur

Ursula Schnitzer im Zwiegespräch mit Christine Gallmetzer (rechts)

Kunst und Malerei kam Christine Gallmetzer, die in München und Bozen lebt und arbeitet, über den „Umweg“ der Philosophie. Sie hat nicht die klassische Kunstausbildung absolviert, sondern Philosophie studiert. Zur Frage, wie sie

Gerold Tappeiner, Obmann des Kuratoriums

die Corona-Zeit erlebte, meinte Gallmetzer, dass es teilweise eine Katastrophe gewesen sei: „Es war sehr verstörend und keine kreative Zeit.“ Ein Schlüsselbegriff ihres Schaffens ist die Freiheit des Denkens. Das Malen empfindet sie als Lern- und Arbeitsprozess, der nie endet. „momentan“ zeigt sie eine breit gefächerte Werkschau im wunderschönen Ambiente des Schlosses Kastelbell. Noch bis zum 31. Oktober (von Dienstag bis Samstag von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11.00 bis 18.00) kann man in die Welt ihrer Denkbilder eintauchen und sich von der Schönheit der Turmsprünge faszinieren lassen. Musikalisch begleitet hat die Ausstellungseröffnung die Gruppe „Feinklang“ (Latsch/Tschars). Gerold Tappeiner, der Obmann des Kuratoriums Schloss Kastelbell, dankte der Künstlerin und der Moderatorin des Gesprächs, allen, die beim Zustandekommen der Herbstausstellung mitgeholfen haben, und nicht zuletzt den finanziellen Unterstützern: Land Südtirol (Abteilung Deutsche Kultur), Gemeinde KastelbellTschars und Raiffeisenkasse Untervinschgau. SEPP

„Das wird unser Platz“ NATURNS - Die Aufwertung und Neugestaltung des Burggräfler Platzes im Herzen von Naturns war bei der Entwicklung des Konzeptes „Naturns 2030+“ ein sehr oft genanntes Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Im Oktober 2020 hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, anlässlich des Tages der Bildungsausschüsse Vorschläge, Wünsche und Ideen für die Neugestaltung vorzubringen. „Heuer nutzen wir den Tag der Bildungsausschüsse für die Vorstellung des Konzeptes, das die eigens eingesetzte Arbeitsgruppe zusammen mit Studierenden der Freien Universität Bozen erarbeitet hat,“ sagte Astrid Pichler, Gemeindereferentin und Vorsitzende des Bildungsausschusses, am vergangenen 23. September. Caterina Laruccia hatte zusammen mit Andrea Gaidano - sie

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DER VINSCHGER 31-32/21

absolvieren beide das Master-Studium Eco-Social Design an der Uni Bozen - eine Art Leitfaden entwickelt, der die Grundlage für die nun anstehende Projektierung bilden soll. Wie Caterina Laruccia sowie Peter Erlacher im Namen der Arbeitsgruppe ausführten, wurde aufbauend auf die im Vorjahr gesammelten Vorschläge und Wünsche mit potentiellen Nutzern geredet, so etwa mit der Musikkapelle, dem

JuZe, der Schule, mit weiteren Vereinen und Organisationen sowie auch mit der Bevölkerung. Es haben sich viele Trends herauskristallisiert. Die Palette reicht von einem neuen Bodenbelag, der Errichtung eines Brunnens und der Überdachung des Pavillons bis hin zur Schaffung mobiler Strukturen. Als nächste Schritte kündigte Vizebürgermeister Michael Ganthaler die Behandlung des Vorhabens im Gemeinderat

an sowie die Projektierung. Der gemeinsame Wunsch aller Beteiligten ist es, den Burggräfler Platz aufzuwerten und ihm neues Leben einzuhauchen. „Die Menschen sollen das Gefühl haben, dass das ihr Platz wird,“ sagte Astrid Pichler. Einen netten musikalischen Vorgeschmack auf das, was aus dem Platz werden könnte, lieferte das Trio KOM (Sepp Kaserer, Otto Mair und Michl Schaller). SEPP