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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Mit Frost-Kerzen … … und mobilen Pellet-Öfen gegen die Kälte SCHLANDERS - Frostnächte gab es zwar immer schon, aber derart viele wie in den vergangenen Jahren bislang nur selten. Auch heuer sank die Temperatur während mehrerer Nächte im April auf gefährliche Minusgrade bis zu -5 °C, -6 °C und noch tiefer. Während weite Teile der Obstbauflächen in der Vinschger Talsohle mit der Frostberegnung geschützt werden können, müssen die Eigentümer von Apfelwiesen in Randgebieten, wo es keine Frostberegnung gibt, zu ganz anderen Methoden greifen. Eines dieser Randgebiete ist der Hangfuß am Sonnenberg zwischen Schlanders und Vetzan. Dort - und nicht nur dort - kämpfen die Bauern mit Frost-Kerzen, speziellen Pellet-Öfen und anderen Heizgeräten gegen die Kälte. Auf gleich drei Methoden hat sich

Patrik Gamper aus Schlanders spezialisiert. Er sah aus wie ein Kaminkehrer, als ihn der Vinschger am Morgen nach der „Feuernacht“ auf den 16. April bei der Arbeit störte. Zwischen den Reihen einer seiner Wiesen in der Nähe des Straßenstützpunktes Vetzan brannten nach 7 Uhr noch die Frost-Kerzen. Patrik ist gerade dabei, die 5-KilogrammBehälter, die Paraffin und Wachs enthalten, mit den Deckeln zu verschließen. Sie sind noch nicht zur Gänze ausgebrannt. „Diese Paraffin-Kerzen können rund 14 Stunden lang brennen und Wärme erzeugen. Wenn wir zwei relativ kurze Frostnächte haben, reichen sie also für zwei Tage,“ erklärt Patrik. Die Kerzen müssen in bestimmten Abständen zueinander aufgestellt werden. Bei -3 °C werden zwischen 250 und 300 Kerzen pro

Hektar empfohlen, bei -4 °C bis zu 350, bei -5 °C bzw. -6 °C bis zu 400 und bei -7 °C bis zu 500. Eine Frost-Kerze kostet ca. 13 Euro. „Da ist schnell ausgerechnet, auf welche Kosten man pro Hektar kommt“, so der Landwirt. Rund 200 Euro pro Stück kosten die speziellen, mobilen Pellet-Öfen, die Patrik auf einer anderen Wiese einsetzt. Um einen Hektar zu „erwärmen“, sprich die Temperatur um 2 bis 3 Grad nach oben zu bringen, braucht es zwischen 30 und 40 solcher Öfen pro Hektar. Die pelletsbetriebenen Frostschutzöfen (AntiFrost VOEN) funktionieren laut Patrik zwar gut, sauber und effizient, müssen aber nach einer bestimmten Brenndauer regelmäßig nachgefüllt werden, „was zu einem zusätzlichen Arbeitsaufwand führt.“ Ein grundsätzlich gutes Zeugnis stellt der

Patrik Gamper aus Schlanders hat sich auf gleich drei Methoden spezialisiert, um in Frostnächten gegen die Kälte anzukämpfen. Er setzt Frost-Kerzen ein, spezielle Pellet-Öfen und Frostkübel.

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DER VINSCHGER 15/21