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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wo ist das Wasser? Außergewöhnlich niedriger Pegelstand. Materialproben im Hinblick auf Aufschüttungsprojekt entnommen.

OBERLAND - Nicht gerade von

seiner schönsten Seite präsentiert sich seit einiger Zeit der Reschen-Stausee. Der Seeboden gleicht über weite Teile einer Mondlandschaft. Wie berichtet (der Vinschger Nr. 11-12/2021), war der Wasserpegel abgesenkt worden, um an einem Stollen in St. Valentin auf der Haide, über den das Wasser zum Krafthaus nach Glurns geleitet wird, dringende Konsolidierungs- und Abdichtungsarbeiten durchzuführen. „Diese Arbeiten waren der Hauptgrund dafür, dass der Wasser-

stand zurzeit ziemlich niedrig ist“, sagte Bürgermeister Franz Prieth am 16. April. Außerdem sei es aufgrund des Entgegenkommens seitens der Alperia möglich gewesen, an zwei Tagen Mitte April in der Nähe der sogenannten Galerien Materialproben aus dem trockenen Seeboden zu entnehmen. Es wurden mehrere Meter tiefe Löcher in den Boden gebaggert. Die Materialproben werden nun untersucht. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, ob sich das Material für Aufschüttungen eignet. Mit den

Aufschüttungen sollen mehrere Hektar Land gewonnen werden, um die Straße und den Radweg bei den Galerien in Richtung See zu verlegen. Federführend vorangetrieben wird dieses rund 18 Millionen Euro teure Vorhaben vom Land. Franz Prieth: „Es geht in erster Linie darum, diesen Straßenabschnitt vor Lawinenabgängen und Steinschlägen zu schützen.“ Die schadhaften Galerien sollen nach dem Abschluss der Arbeiten abgetragen werden. Die Projektierung der Aufschüttung hat die Gemeinde Graun in die Hand

genommen. Es wird davon ausgegangen, dass es rund 2,5 Millionen Kubikmeter Material brauchen wird. „Das ist eine riesige Menge und es wäre optimal, wenn der Großteil dem Seeboden entnommen werden könnte“, so der Bürgermeister. Gedacht werde an einen möglichst großflächigen Aushub. Dank der Aufschüttung vor Ort können lange Transportwege vermieden werden. Wenn die Beschaffenheit des Materials passt und der Aushub großflächig erfolgt, könnte die Alperia sogar Stauvolumen dazugewinnen. S EPP

Einige Eindrücke davon, wie sich der Reschenstausee am 16. April präsentierte. DER VINSCHGER 15/21

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