Zuständig fürs Wohlbefinden

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VINSCHGER GESELLSCHAFT ist es sehr wichtig, seine Hobbys und Leidenschaften ausleben zu können und ich merke immer wieder, wie sehr mir das Theater fehlt. Stets hoffe ich, dass es besser wird, sodass wir bald wieder mit dem Theater beginnen können, doch leider ist es nicht so einfach. Ich habe auch Theaterproben über Videolektionen miterlebt, doch es ist nicht dasselbe, wie wenn man seine Mitspieler in live sieht. Zweimal wurden Stücke, an denen ich mitgewirkt habe, vor der Premiere abgesagt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man hört, dass etwas, auf das man so lange hingearbeitet hat, auf einmal nicht stattfindet. Doch ich bleibe optimistisch und hoffe auf bessere Zeiten: Irgendwann werden sie kommen. Hauptsache, es geht allen gut!

Fabian Müller

Lisa Marie Telfser

Gabriel Fleischmann

GABRIEL FLEISCHMANN (SCHLANDERS): Ich finde, dass die

Gesellschaft unter der CoronaSituation sehr gelitten hat. Die Menschen konnten sich nicht mehr treffen und waren teilweise alleingelassen. Deshalb finde ich es sehr schade, dass auch das Theater und vieles unserer Kultur verboten wurde, da genau dies die Menschen verbindet und jedem Hoffnung gibt. So schwankt mittlerweile die Hoffnung bei vielen, weshalb es wirklich wichtig wäre, wieder in Richtung Normalität gehen zu können. LARA PEER (EYRS): Ich muss zugeben, für mich persönlich war vor allem der erste Lockdown viel mehr eine Bereicherung als eine Last. Nichtsdestotrotz dauerte es nicht allzu lange, bis mir Theater fehlte. Bereits zwei Produktionen, bei denen ich begeistert dabei war, wurden aufgrund der Pandemie abgesagt. Mir fehlt die Bühne, aber vor allem das Arbeiten im und mit dem Verein sehr – natürlich wird über verschiedenste OnlineMedien stets weitergearbeitet – allerdings hoffe ich, dass wir bald

Lara Peer

Hannes Tscholl

Leonie Seguella

geändert hat, bleibt das vertraute Gefühl der Geborgenheit, wenn ich mich mit den Mitgliedern unterHANNES TSCHOLL (LATSCH): Corona halte. Ich hoffe auf eine baldige hat auch mich sehr beeinflusst. Besserung der Situation und dass Mir fehlt das Theater, die Bühne, wieder Theateraufführungen stattaber vor allem die Menschen. Die finden können. Teamarbeit mit den Mitspielern war für mich vor dem Ausbruch LEONIE SEGUELLA (LATSCH): Für der Pandemie selbstverständ- mich sind Theater und der soziale lich. Dementsprechend lernte ich Umgang sehr wichtig, ich finde gewährend des Lockdowns diese rade wir Jugendliche sollten unsere besonderen Momente zu schät- Kreativität ausüben können. Es ist zen. Die momentane Lage ist für für uns nicht „fein“ von Absagen die Theaterwelt schwierig. Trotz- aufgrund der Pandemie zu hören, dem hat Juvi ständig neue Ideen, wenn man sich schon seit mehrewie man auch in dieser Zeit die ren Monaten auf ein Theaterstück Jugendlichen fördert. Die Um- vorbereitet. Von einem Tag auf setzung dieser Ideen funktioniert den anderen wird einem das Stück gut und es entstehen immer wieder dann entrissen, die ganze Arbeit wundervolle Projekte. Ein Beispiel wird umsonst. Dadurch, dass wir dafür ist der Juvi-Adventskalender, uns nicht mehr live sehen konnten, der im Dezember täglich zelebriert beschlossen wir, online weiter zu wurde. Ich bin stolz auf alle, die proben, natürlich war das kein sich für diesen Verein einsetzen Vergleich zu den Präsenzproben. und gemeinsam an neuen Projek- Juvi hat trotz Corona tolle Projekte ten arbeiten. Obwohl sich einiges gestartet, das fand ich persönlich wieder aktiver geplante Projekte verwirklichen können.

Giulia Nasti

super. Ich hoffe, dass dies bald ein Ende nimmt und die Normalität zurückkehrt. GIULIA NASTI (MALS): Seit ich Theater mache, hat für mich eine Art Wachstum begonnen und ich bin mir auch relativ sicher in Zukunft diesen Weg gehen zu wollen; dies ist einer der vielen Gründe, warum Theater für mich so wichtig ist. Wegen des Coronavirus und den damit verbundenen Lockdowns fühle ich mich, als wäre mein Wachstum unterbrochen worden bzw. als könnte ich nur in sehr kleinen Schritten weitergehen. Aber mit Juvi bleiben wir nicht ganz stehen. Wir geben den Willen nicht auf, die Pandemie hält uns nicht auf. Auch wenn wir momentan nicht die Möglichkeiten haben zu proben oder Projekte bis zum Ende durchzuführen, denken wir immer weiter und versuchen so flexibel und gut wie möglich mit der Situation umzugehen.

Zweitbeste europäische Film-Location GRAUN - Auch im Vorjahr hat Südtirols Filmförderung trotz Corona drei Förderzyklen abgewickelt. Seit einem Jahr ist dafür IDM Südtirol zuständig.

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DER VINSCHGER 09-10/21

Kürzlich hat die Landesregierung Bilanz gezogen. 20 Filmprojekte bei 41 eingereichten Projektanträgen hat das Land über den Dienstleiter IDM im Jahr 2020

mit 3,15 Millionen Euro finanziert. Bei der Rückblende wurde auch an die Netflix-Serie „Curon“ erinnert. Der Reschensee, der Hauptdrehort der Serie, die in

über 190 Ländern der Welt zu sehen war, wurde als zweitbeste europäische Film-Location ausgezeichnet. LPA/SEPP