„Die Impfung ist ein Segen“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Thema Wohnen beschäftigt den Gemeinderat Projekt zum „Ex-Ortler-Areal“ kommt in Kürze auf den Tisch. Neue Wohnbauzone in den „Auen“ angedacht. LATSCH - Breiten Raum nahm bei der jüngsten Online-Sitzung des Latscher Gemeinderates das Thema Wohnen ein. Wie Bürgermeister Mauro Dalla Barba informierte, wurde für die Bebauung des Ex-Ortler-Areals auf Initiative des Immobilienunternehmens Pohl in Absprache mit der Obstgenossenschaft MIVOR, der Eigentümerin des Areals, ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Es sei ein innovatives und zukunftsorientiertes Projekt mit neuen Wohnformen erarbeitet worden. Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs sollen dem Gemeinderat in Kürze im Rahmen einer informellen Sitzung vorgestellt werden. Fest steht, dass die schrittweise Bebauung des rund 10.000 Quadratmeter großen Areals einschneidende Auswirkungen auf die künftige Entwicklung von Latsch haben wird, und zwar nicht nur was den Bereich Wohnen betrifft. Bei der informellen Sitzung wird sich der Gemeinderat nicht nur mit dem Ex-Ortler-Projekt auseinandersetzen, sondern mit weiteren Wohnbau-Thematiken im Hauptort und in den Fraktionen.

Neue Wohnzone in den „Auen“? Dass der Bedarf an Wohnraum im Hauptort Latsch und in den Fraktionen Tarsch, Goldrain und Morter zum Teil groß ist, zeigt das rege Interesse für den Erwerb von Wohnungen in der Wohnbauzone „Grafwiesen“ in Latsch, in der Wohnbauzone „Schuster“ in Tarsch und in anderen Zonen. Auch für die Zone „Hallerhof“ in Latsch, wo 3 Wohneinheiten entstehen sollen, gibt es mehrere Interessierte. Um vor allem jenen entgegenzukommen, die sich ein Reihenhaus wünschen, brachte der Bürgermeister die eventuelle Ausweisung einer neuen Zone in den „Auen“ aufs Tapet. Es sei 18

DER VINSCHGER 07-08/21

Die Diskussion, ob in den „Auen“ eine neue Wohnbauzone ausgewiesen werden soll, ist angelaufen

sinnvoll, sich gemeinsam und frühzeitig über diese Option Gedanken zu machen. Die Fraktion Latsch sei grundsätzlich bereit, eine Grundfläche von rund 5.000 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen. Mit einer Verbauung dieser „Lücke“ würde die Zone „Auen“ in gerader Linie vervollständigt (siehe Bild). Außerdem würde die Möglichkeit geschaffen, die Obstbauflächen klarer vom Wohngebiet zu trennen. Bei der Diskussion zeigten sich mehrere Räte mit einer eventuellen Ausweisung dieser zusätzlichen Zone grundsätzlich einverstanden. Joachim Weiss meinte, dass die Fraktionen durch die Ausweisung neuer Zonen im Hauptort nicht irgendwie ins Hintertreffen geraten dürften.

seinerzeit mit großer Mehrheit vom Gemeinderat genehmigt worden ist. Der Hallerhof war 50 Jahre lang dem Verfall preisgegeben „und jetzt, wo die Gemeinde endlich etwas unternimmt, wird polemisiert.“ Würde man die alte Fassade erhalten, könnte nur eine einzige Wohnung untergebracht werden. Die Gemeinde sei nach wie vor bereit, mit dem Denkmalamt zusammenzuarbeiten. Man habe sogar eine baugeschichtliche Untersuchung in Auftrag gegeben, die ca. 6.000 Euro koste. Der neue Hallerhof solle keineswegs ein störendes Element im betreffenden Ensemble sein. Das Projekt sei kein Freibrief, sondern soll zu einem positiven Beispiel dafür werden, wie man Leerstände sinnvoll nutzen kann. „Wir werden es in Latsch in Zukunft mit weiteren Fällen dieser Art zu „Hallerhof“ ist kein Freibrief tun bekommen,“ so der BürgerVerteidigt haben der Bürger- meister. Die Fälle leerstehender meister, das Ratsmitglied Ro- Bausubstanz seien außerdem sehr bert Zagler und weitere Räte das unterschiedlich gelagert. Projekt „Hallerhof “. Der Heimatpflegeverein hatte der Ge- Gestaltungsbeirat meindeverwaltung vorgeworfen, wird eingesetzt den Ensembleschutz mit dem Abriss des Hallerhofes ad abEinhellig zugestimmt haben surdum zu führen. Dalla Barba alle 17 zugeschalteten Ratsmiterinnerte daran, dass das Projekt glieder dem Beschlussantrag der

Bürgerliste „Mitanond - Insieme“, einen Gestaltungsbeirat für Raum und Landschaft einzusetzen. Dieser Beirat soll der noch einzusetzenden Gemeindekommission für Raum und Landschaft beratend zur Seite stehen. Gemäß dem Antrag soll außerdem zeitnah ein Vorschlag für die Arbeitsweise des Gestaltungsbeirates erarbeitet werden. Die Zusammensetzung des Beirates sowie dessen Aufgaben werden definiert, sobald sich der Gemeinderat mit der neuen Musterbauordnung befassen wird, die derzeit noch nicht vorliegt. Laut Josef Kofler („Mitanond - Insieme“) trägt die Einsetzung eines Gestaltungsbeirates auch für mehr Transparenz bei. Corona-Notfallplan stand im Raum Bezüglich der Corona-Situation teilte Dalla Barba mit, „dass wir derzeit in unserer Gemeinde zwischen 45 und 50 Infizierte haben.“ In den Wochen zuvor seien die Zahlen merklich höher gewesen „und ich bekam vom Sanitätsbetrieb die Mitteilung, wonach möglicherweise ein Notfallplan erstellt werden muss.“ Dazu sei es zum Glück nicht gekommen. Der Bürgermeister rief dazu auf, die Regeln einzuhalten. Mit den Sicherheitskräften (Dorfpolizei und Carabinieri) sei vereinbart worden, speziell private Feiern scharf zu kontrollieren. Was die Unterstützung notleidender Menschen betrifft, so wird laut der Referentin Gerda Gunsch eng mit der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, der „Tafel“, der Caritas, dem Vinzenzverein und anderen Hilfsorganisationen zusammengearbeitet. Gunsch: „Wir versuchen, den Leuten zu helfen.“ SEPP