Nach der Windlahn

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VINSCHGER THEMA Feuerwehrhauptmann David Lee: „Am schlimmsten für uns war, helfen zu wollen, aber wegen der Lawinengefahr nicht helfen Das Wunder auf Breita zu können.“ Lee war beeindruckt von der Dass sich die Lawine geteilt und dadurch Schneemenge, als er am Montag mit 20 den Breita-Hof nicht mit voller Wucht Wehrmännern den Breita-Hof erreichte, getroffen hat, können sich Martl und Rein- und entsetzt über das Ausmaß der Schäden hard nicht recht erklären. Ob es nun an an Maschinen und Arbeitsgeräten. der Bodenerhebung am Speicherbecken oberhalb des Stadels (an der Tschöttagond) Bür g e r me i st e r Georg Altstätter: gelegen habe oder gar an zwei vereinzelten, dickstämmigen Lärchen, wissen die Tscholl „Langfristig hoffen nicht genau. Jedenfalls kann sich niemand wir, dass die Forstbehörde weiterhin an ein Ereignis dieses Ausmaßes erinnern. VerjüngungsmaßNur 1986, bei der Schneekatastrophe, seien nahmen im überalLawinen abgegangen, allerdings in sicherer Entfernung. Eindeutig ist, dass die ersten terten Lärchenwald Siedler für das Anlegen des Breita-Hofes oberhalb des Hofes den sichersten Geländevorsprung gewählt vornimmt. Kurzfristig ist eine Art Lawinenhatten. Bis zum Brand im Jahre 1843 gab Verbauung notwendig, um den Breita-Hof es zwei Hofstellen auf Breita. Der Marteller und die Berghöfe darunter abzusichern.“ Chronist und Frühmesser Josef Eberhöfer Martells erster Bürger hatte Landtagsprä(+1864) führt den älteren Namen „Gegraita“ sident Sepp Noggler und Landtagsabgeordan. Altbürgermeister Erwin Altstätter findet neten Franz Locher zum Lokalaugenschein darin die Wortstämme Rauten und Roden. nach Breita begleitet.

Martell hatte die Baufirma Niederwieser mit zwei Greifbaggern zu den Berghöfen und zum Breita-Hof geschickt. Der Familie Tscholl waren die große Solidarität von Gemeinde, Feuerwehr, Nachbarn und Freiwilligen Ermutigung und weckten Zuversicht.

Bauernbundobmann Armin Oberhofer: „Das Bewirtschaften eines Bergbauernhofes ist nicht nur ein Job, sondern eine Aufgabe, die mit Überzeugung und Liebe zur Natur und zu den Tieren ausgeübt wird. Ein beispielhafter Hof hierfür ist der BreitaHof in Martell. Die Familie Tscholl führt den Hof mit Herzblut und engagiert sich zudem noch für ehrenamtliche Tätigkeiten im Tal. Bei einem Lawinenabgang am 5. Dezember 2020 ist am Hof großer Sachschaden entstanden. Um den Bauernhof zu erhalten und weiterführen zu können, ist die Familie auf unsere Unterstützung angewiesen.“

INFO Spendenkonto Marteller Notstandsfond (IBAN-IT16V0811058579000302209276) Raiffeisenkasse Latsch-Martell Kennwort: Lawine Breitahof Martell

GÜNTHER SCHOPF

Neue „Bezirksregierung“ VINSCHGAU - Bereits in der zweiten Dezemberhälfte hat der neu bestellte, 16-köpfige Rat der Bezirksgemeinschaft Vinschgau den Bezirksausschuss einstimmig neu gewählt. Zum Bezirkspräsidenten wurde der Schlanderser Bürgermeister Dieter Pinggera ernannt. Er war bisher Vizepräsident und tritt nun in die Fußstapfen von Andreas Tappeiner. Neuer Vizepräsident ist der Malser Bürgermeister Josef Thurner. Die weiteren Ausschussmitglieder sind Roselinde Gunsch Koch, die Bürgermeisterin von Taufers im Münstertal, Verena Tröger, die Bürgermeisterin von Laas, sowie der Marteller Bürgermeister Georg Altstätter. Der Latscher Bürgermeister Mauro Dalla Barba hatte auf einen Sitz im Ausschuss zugunsten von Georg Altstätter verzichtet, sodass sich dieser im Ausschuss um die Belange und Anliegen rund um den Nationalpark kümmern kann. Zum Thema Nationalpark will sich die Bezirksgemeinschaft künftig geschlossen und verstärkt einbringen. Um das Vorhaben bzw. Konzept „Panoramastraße Stilfserjoch“

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DER VINSCHGER 01/21

Dieter Pinggera, der neue Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau.

sollen sich die Bürgermeister der Gemeinden Prad (Rafael Alber) und Stilfs (Franz Heinisch) kümmern. Sie sind die Delegierten der Bezirksgemeinschaft für dieses Vorhaben. Am 29. Dezember hat die Landesregierung übrigens einige neue Mitglieder für den Führungsausschuss des Nationalparks ernannt, den Georg Altstätter als Vorsitzender leitet. Der Grund dafür sind die Gemeinderatswahlen, die in einigen Gemeinden einen politischen Wechsel zur Folge hatten. Die Gemeinde Stilfs vertritt künftig Bürgermeister Franz Heinisch und die Gemeinde Prad

Bürgermeister Rafael Alber. Für die Gemeinde Latsch ist Vizebürgermeister Christian Stricker neues Ersatzmitglied, der neue Vertreter der Gemeinde Laas ist der Referent Johann Thurner. Vertreter weiterer Nationalparkgemeinden und verschiedener Interessensgruppen waren bereits in der ersten Jahreshälfte 2020 in den Führungsausschuss bestellt worden. Aufgabenbereiche zugeteilt Fest stehen seit kurzem auch die Aufgabenbereiche der Be-

zirksausschussmitglieder. Dieter Pinggera ist für die Bereiche Personal, Finanzen, Energiewesen, Öffentlichkeitsarbeit, Vergabewesen, Ortspolizei, interregionale Zusammenarbeit, Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Krankenhaus Schlanders sowie für Raumordnung und technische Dienste zuständig. Josef Thurner obliegen die Abwasserwirtschaft, die Abwasserentsorgung Stilfs, die Abfallwirtschaft, das Straßennetz und Verkehrswesen sowie die Landwirtschaft und der Zivilschutz. Georg Altstätter ist für den Nationalpark zuständig, die Koordinierung des Vorhabens „Stilfserjoch Panoramastraße“, die EU-Programme, das Radwegnetz, den Tourismus und den Sport. Roselinde Gunsch Koch kümmert sich um die Bereiche Sozialdienste, Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb und Kleingemeinden, Verena Tröger um die Kultur- und Bildungspolitik, die Bereiche Kinder, Jugend, Frauen und Familie sowie um die Eisenbahn Vinschgau, den Handel und das Handwerk. SEPP