Nach der Windlahn

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Stolzer“ Haushalt Gemeinde Schlanders investiert über 12 Millionen Euro. SCHLANDERS - Wie schon in den vergangenen Jahren weist auch der Haushaltsvoranschlag 2021 der Gemeinde Schlanders ein stattliches Investitionsprogramm auf. Über 12 Mio. Euro sind für Investitionen vorgesehen. Das Gesamtvolumen des Haushalts beläuft sich auf ca. 32,5 Mio. Euro. Bürgermeister Dieter Pinggera sprach bei der Ratssitzung am 23. Dezember im Kulturhaus (die Sitzung konnte auch online mitverfolgt werden) von einem erneut „stolzen und umfangreichen Haushalt“, verwies aber auch darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren stark auf die Mittel der Gemeindefinanzierung vorgegriffen hat. Der Großteil dieser Mittel der nächsten 5 Jahre sei aufgebraucht, sodass die Investitionsprogramme der nächsten Jahre magerer ausfallen dürften. Im Haushalt 2021 habe man zwar versucht, etwas zu sparen, zu streichen und zu verschieben, „aber Großprojekte blieben keine auf der Strecke.“ Der Generalsekretär Georg Sagmeister, der das Zahlenwerk vorstellte, erinnerte daran, dass die Gemeinde in den letzten Jahren kaum Schulden gemacht hat, obwohl sehr viele Investitionen getätigt wurden. So

Die Ratssitzung am 23. Dezember fand in Präsenz im Kulturhaus statt und konnte online mitverfolgt werden.

habe die Gemeinde in den vergangenen 5 Jahren ca. 90 Mio. Euro investiert. Viel Geld floss unter anderem - und fließt weiterhin - in den Bau der Glasfaserinfrastruktur. Die Gemeinde baut diese Struktur in Eigenregie und bleibt somit auch Eigentümerin des Netzes. Bisher wurden 5,5 Mio. Euro in die Glasfaserinfrastruktur auf dem gesamten Gemeindegebiet investiert. Ohne einen Vorgriff auf die Mittel der Gemeindefinanzierung wären Investitionen dieser Größenordnung laut Pinggera nicht möglich: „Der Vorgriff schränkt uns bei Großinvestitionen in den nächsten Jahren ein wenig ein, aber wir werden alles dafür tun, die not-

wendigen Projekte zu finanzieren.“ Der Bürgermeister ging auch auf viele weitere Großprojekte und Vorhaben im Detail ein, so etwa auf den Bau des neuen „Musitempls“ in Kortsch, den Neubau der Feuerwehrhalle in Vetzan, die unterirdische Erschließung und Erweiterung der Feuerwehrhalle in Göflan, die Erneuerung des Mittel- und Niederspannungsnetzes in Kortsch, die Neugestaltung der Grüblstraße, die in eine Wohnstraße verwandelt werden soll, die schrittweise Umsetzung des Umstrukturierungsplanes Kasernenareal, die Realisierung 14 neuer Sozialwohnungen seitens des Wobi auf dem Areal neben dem

„Taka Tuka“, den schrittweisen Austausch der Fenster am denkmalgeschützten Rathaus und auf viele weitere Projekte. Ein Betrag in Höhe von 560.000 Euro ist für die Verbesserung bzw. Erneuerung der Struktur zur Ableitung von Regenwasser im Hauptort vorgesehen, wo es besonders im Vorjahr zu teils starken Überflutungen kam. Es sind Eingriffe an neuralgischen Punkten geplant. Völlig beheben lasse sich das Problem laut Pinggera damit zwar nicht, „aber die Situation wird sich verbessern.“ Im Anschluss an eine kurze Diskussion stimmten alle 16 anwesenden Ratsmitglieder dem Haushaltsvoranschlag zu. SEPP

„Tiefe Spuren hinterlassen“ KARTHAUS - „Sie haben tiefe Spuren im Tal hinterlassen, die sichtbar bleiben werden.“ Mit diesen Worten würdigte der Schnalser Bürgermeister Karl Josef Rainer am 8. Jänner im Anschluss an den Trauergottesdienst in Karthaus das Wirken von Michael Grüner und seiner Frau Monika Gamper. Das Ehepaar war am 3. Jänner bei einem Lawinenunglück unterhalb der Kreuzspitze um das Leben gekommen. Das tragische Unglück hatte nicht nur im Schnalstal, sondern landesweit tiefe Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Michael Grüner (65) war Rechtsanwalt, lange Zeit Präsident der Raiffeisen

Landesbank, langjähriger Aufsichtsratspräsident der Schnalstaler Gletscherbahnen und wirkte in vielen weiteren Gremien und Organisationen mit. Seine Frau Monika (52) setzte u.a. als Vizepräsidentin des Kulturvereins Schnals bleibende Zeichen im Tal. „Wir tragen mit an eurem Kreuz“, wandte sich Pfarrer Franz Messner an die Angehörigen von Michael und Monika. „Ihr braucht jetzt festen Boden, in euch, in euren Herzen, Jesus wird euch beide Hände entgegenstrecken,“ versuchte Messner zu trösten, der den Sterbegottesdienst zusammen mit Abt Markus Spanier und dem Kapuzinerpater

Georg Kaser, Evi Tscholl, Reinhart Volgger, Herbert von Leon, Michl Ebner und Heiner Oberrauch darin überein, dass das Schnalstal und ganz Südtirol zwei besondere und wertvolle Menschen verloren haben. Die Tragödie vom 3. Jänner sei immer noch unfassbar. Wie es mehrfach hieß, hätte sich Michael Grüner und Monika Gamper das Ehepaar zur falschen Zeit am falschen Ort befunden. Der gut Albert Piok zelebrierte. Neben dem besuchte Trauergottesdienst fand Bürgermeister würdigten noch unter der Einhaltung der Covidweitere Redner*innen die mensch- 19-Sicherheitsregeln statt. Viele lichen Eigenschaften von Michael verfolgten den Gottesdienst auf und Monika sowie deren Einsatz dem Dorfplatz vor einer Leinwand in der Arbeitswelt und in der Ge- mit und noch mehr im Internet sellschaft. Sinngemäß stimmten (Livestream). SEPP DER VINSCHGER 01/21

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