Nach der Windlahn

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Erst 5, dann 6, dann 7 Ausschuss der Gemeinde Schlanders ist jetzt vollständig. SCHLANDERS - Nach der Einsetzung eines zunächst 5-köpfigen Ausschusses, bestehend aus Bürgermeister Dieter Pinggera, VizeBürgermeister Manuel Trojer und den Referentinnen Maria Pilser, Monika Wielander Habicher und Christine Kaaserer, und der nachfolgenden Ernennung von Thomas Oberegelsbacher aus Kortsch zum 6. Ausschussmitglied wurde bei der Ratssitzung am 17. Dezember auf Vorschlag des Bürgermeisters auch Dunja Tassiello von der Liste „Zukunft Schlanders – Silandro Futuro“ als Referentin in den Ausschuss geholt. Im Vorfeld war Antonino Morabito von der Liste „Zukunft Schlanders - Silandro Futuro“ als neues Ratsmitglied aufgenommen worden. Morabito, der bei den Wahlen 28 Stimmen bekommen hatte, rückte anstelle von Michaela Theiner nach, die zurückgetreten war. „Laut dem Autonomiestatut steht der sprachlichen Minderheit eine Vertretung im Ausschuss zu, wenn sie mindestens zwei Ratsmitglieder stellt, und das ist jetzt der Fall“, begründete der Bürgermeister seinen Vorschlag.

„Wählerwille missachtet“ Kritik kam von Kunhilde von Marsoner, die sich als Vorsitzende der Arbeitnehmer*innen äußerte. Sie habe persönlich nichts gegen Dunja Tassiello, aber es sei mehr als bedenklich, „wenn Personen

Wie Bürgermeister Dieter Pinggera im programmatischen Dokument schreibt, will er die Mittelpunktfunktion der Gemeinde Schlanders (im Bild der Hauptort) laufend pflegen und weiterentwickeln.

kandidieren, gewählt werden und dann zurücktreten.“ Die Wahl werde so zu einem Kalkül. Peter Raffeiner von der Süd-Tiroler Freiheit erinnerte an die Kritik, welche seine Partei bereits vor Monaten zu diesem „Manöver“ vorgebracht hatte. Die Süd-Tiroler Freiheit hatte die Vorgehensweise der Liste „Zukunft Schlanders - Silandro Futuro“ als „höchst undemokratisch und fragwürdig“ bezeichnet und von einer Missachtung des Wählerwillens gesprochen. Bei der Abstimmung sprachen sich 13 Räte dafür aus, Tassiello in den Ausschuss zu holen. 2 Ratsmitglieder enthielten sich der Stimmen, 3 waren dagegen. Nun wird die Gemeinde von insgesamt 7 Ausschussmitgliedern verwaltet. Das war bereits vor 10 Jahren der Fall. An Arbeit fehlt es dem Referentenstab laut Dieter Pinggera nicht: „Wer meint, dass es auch mit weniger Referenten geht, soll es bei den nächsten Wahlen ver-

suchen.“ Übrigens: Hand in Hand mit Aufstockung der Zahl der Ausschussmitglieder steigen auch die Ausgaben. Die Gesamtkosten für ein Ausschussmitglied betragen pro Jahr ca. 25.000 Euro. Einhelliges Ja zum Programm Dem programmatischen Dokument des Bürgermeisters für die Amtsperiode 2020 bis 2025 stimmten alle 17 Ratsmitglieder, die bei der Videokonferenz zugeschaltet waren, zu. Das Dokument, das auch auf der Homepage der Gemeinde einsehbar ist, umfasst 23 Seiten. „Als Bezirkshauptort des Vinschgaus bietet Schlanders die meisten Arbeitsplätze im Tal. Das Bezirkskrankenhaus, der Sitz der Bezirksgemeinschaft, das Oberschulzentrum, das Bürgerheim und die vielen Dienste des Sozialsprengels Mittelvinschgau, die Landesämter sowie die Niederlassungen der Landesverbände

unterstreichen den Mittelpunktcharakter“, schreibt Pinggera einleitend. Schlanders sei ein „erfreulich lebenswerter Ort mit intakter Umwelt, hoher Lebensqualität und allen wichtigen Dienstleistungen und Infrastrukturen, die gute Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung darstellen.“ Diese Mittelpunktfunktion wolle er laufend pflegen und weiterentwickeln. Das Wohlergehen der Schlanderser Bevölkerung „muss das gemeinsame Ziel unseres Einsatzes auch für die nächsten fünf Jahre sein.“ Zusätzlich zu allgemeinen Bemerkungen zu den verschiedenen Bereichen (Kultur und Bildung, Familie, Jugend, Senioren, Gesundheit und Soziales, Arbeit und Wirtschaft, Wohnen und Bauen, Natur- und Umweltschutz, Verkehr und Mobilität, Energie, Sicherheit und Zivilschutz, Sport und Freizeit) sind auch die jeweils ins Auge gefassten Ziele und konkreten Maßnahmen SEPP aufgelistet.

Neue Parkplatzregelung in Naturns vorgestellt NATURNS - Mit einer einheitlichen Parkplatzbewirtschaftung will die Gemeindeverwaltung nun das Verkehrssteuerungs- und Mobilitätskonzept zur Verkehrsberuhigung im Ortszentrum von Naturns umsetzen. Bürgermeister Zeno Christanell stellte bei der jüngsten Ratssitzung das neue Parkplatzkonzept mit Bewirtschaftungen der Stellplätze in der Bahnhofstraße, der August

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DER VINSCHGER 01/21

Kleebergstraße, der Feldgasse sowie beim Friedhof vor. Von der Parkplatzbewirtschaftung nach dem Motto „Im Zentrum teurer, nach außen billiger bzw. gratis“ und von der künftigen Einbahnregelung in der Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof erhofft sich die Verwaltung eine deutliche Reduzierung des Verkehrsaufkommens. Auch das Dauerparken auf den zentrums-

nahen Parkplätzen soll durch diese Bewirtschaftung uninteressant werden. Im Zentrum (Parkplatz beim Bürger- und Rathaus) kostet eine einstündige Parkdauer 2 Euro. Für die Stellplätze in der Bahnhofstraße, Kleebergstraße, Feldgasse und beim Friedhof sind pro Stunde 1 Euro plus 30 Minuten Gratisparken vorgesehen. Für den ganzen Tag sind 2 Euro und für ein Jahresabonnement

150 Euro zu entrichten. Auf dem Parkplatz in der Bahnhofstraße werden in nächster Zukunft die 56 Stellplätze eingezeichnet. „Mit den Einnahmen aus der Bewirtschaftung der rund 560 Stellplätze kann die Gemeinde verschiedene Einrichtungen schaffen“, sagte BM Zeno Christanell. Der Tagesordnungspunkt wurde mit 16 Ja- und zwei Neinstimmen gutgeheißen. OSSI