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Alle Aufn. Hans Rungg

VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wir sind systemrelevant und wollen entsprechend bezahlt werden“, April 2019, Kundgebung der Bediensteten des öffentlichen Dienstes in Bozen.

Abhängig, aber nicht ausgeliefert Der Gewerkschafter Hans Rungg über Arbeiter*innen in Corona-Zeiten VINSCHGAU - Der aus Prad stammende Hans Rungg ist seit über 40 Jahren Gewerkschafter, war Bezirkssekretär im Vinschgau und ist derzeit Landessekretär ASGB Gebietskörperschaften. Darunter zu verstehen sind die Bediensteten der Gemeinden, der Bezirksgemeinschaften, Seniorenheime, Sozialgenossenschaften und der Region. der Vinschger: Man weiß, wie es dem HGV geht, dem hds und den Unternehmern im Wirtschaftsring, aber man weiß wenig, wie schwer der erste Lockdown die Arbeiterinnen und Arbeiter getroffen hat. HANS RUNGG: Was sich eigentlich niemand Hans Rungg, Landessekretär ASGB gedacht hätte: Buchstäblich von einem Tag Gebietskörperschaften

auf den anderen stand fast alles still. Ein Großteil der Arbeiter und Arbeiterinnen hatte zu Hause zu sitzen und musste sich fragen: Bekomme ich noch meinen Lohn, wie viel bekomme ich und wann bekomme ich ihn? Viele glaubten, in wenigen Wochen würde der Spuk vorbei sein. Kindergärtenköchinnen und Reinigungspersonal im öffentlichen Dienst, Saisonsbedienstete, Mitarbeiter*innen in Industrie, Handwerk und im Handel Arbeitende in Dienstleistungen wie Friseursalons waren plötzlich ohne Arbeit. Die Auswirkungen waren unterschiedlich. Es gab solche, die zu Hause bleiben mussten und nicht wussten, ob sie am Ende des Monats ihren Lohn weiterhin bekommen. Andere gingen in die Arbeitslosigkeit. Wieder an6

DER VINSCHGER 42/20

(siehe beigefügte Tabelle der ASTAT). Beispielsweise hat allein der Soziale Beratungsring, das Patronat des ASGB, im März in einer Woche 2.500 Arbeitslosengesuche bearbeitet und verfasst. Menschen mit befristeten und saisonalen Verträgen wurden und werden arbeitslos, andere waren und sind im Lohnausgleich und warten teilweise immer noch zumindest auf einen Teil dieser Gelder. Für viele sind es brutto ca. 900 Euro pro Monat, die übrigens im nächsten Jahr zu versteuern sind. Welche Branchen haben damals besonders gelitten, welche leiden wieder?

Gelitten haben ziemlich alle Branchen, vom Handel bis zur Industrie, besonders dere kamen in den Lohnausgleich und sind die Dienstleistungen, aber auch die Landes teilweise bis heute. Manche erhielten wirtschaft. Derzeit vielleicht weniger das ein Übergangsgeld. In Altenheimen wurde Handwerk und die Industrie. Besondere gezittert und geschuftet, teilweise auch frei- Schwierigkeiten haben und hatten Arbeitwillig. Offen blieben vor allem die Geschäfte nehmer*innen in Kleinbetrieben unter fünf Beschäftigten. Während größere Betriebe oft im Nahrungsmittelbereich. den Lohnausgleich vorstreckten, langte es bei Gibt es Zahlen über den Verlust von diesen manchmal nur für die Vorauszahlung Arbeitsplätzen oder haben sich alle des 13. oder auch 14. Monatslohns. in den Lohnausgleich gerettet?

Die Anzahl der Arbeitssuchenden beläuft sich für das zweite Quartal 2020 in Südtirol auf 10.100 Personen; dies entspricht einem Anstieg um 1.300 Personen gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote steigt damit auf vier Prozent

Wie lange reichen die staatlichen Hilfen und die Unterstützungen des Landes als Überbrückung aus?

Die Hilfen, für die, die darauf angewiesen sind, reichen natürlich nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Im Gegenteil,

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Land soll seine Versprechen halten  

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