Land soll seine Versprechen halten

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Virtuelle Sitzung mit Tiefgang Erste Videokonferenz aus dem Partschinser Rathaus. Gemeindepolitik beim Teetrinken. PARTSCHINS - Für einige war sie scheinbar selbstverständlich, für andere wurde sie zu einer gewöhnungsbedürftigen Neuerung. Die 1. Gemeinderatssitzung per Videoschaltung ist abgesehen von kleineren Stolpersteinen - „Heart eis mi?“ - recht gut gelungen. Moderatorin Christine Schönweger und Gemeindesekretär Hubert Auer hatten zu tun, ihre Schäfchen vor den Bildschirm zu bekommen und dann am Bildschirm zu halten. Erster Prüfstein der virtuellen Sitzung wurde der 2. Der Gemeinderat Partschins bei seiner ersten Ratssitzung Tagesordnungspunkt „Beschluss- per Videoschaltung am 24. November 2020 antrag bezüglich der geplanten Ortsumfahrung von Rabland“. Landesregierung vorgenommen rückten in den Mittelpunkt, sonwerde. Beim Thema Umfahrungs- dern die thematischen Begleittexstraße sei es um den Kreisverkehr te wurden hinterfragt. Vor allem Die Trasse bleibt und die jeweiligen Ausfahrten ge- die „neuen Mitglieder“ des Ge„Wir bestehen auf die Löschung gangen. Hier warf Bürgermeister meinderates waren nicht bereit, der Variante“, erklärte ohne Um- Luis Forcher ein, dass es noch das Dokument stillschweigend schweife Einbringerin Sabine Zo- viele Sitzungen geben werde, weil abzunicken. Johannes Tappeiner derer (Die Freiheitlichen). Sonst noch mehrere Fragen offen seien. (NBL) hinterfragte die „Relevanz“ könnten die Siedlungsgrenzen Es dürfe nur nicht auf Kosten der der programmatischen Erklärung. nie endgültig gezogen werden Gemeinde Partschins gespart Man nahm zur Kenntnis, dass und das Ober- und das Unterdorf werden. Für die Annahme des Be- sich Bürgermeister Forcher „allernie zusammenwachsen. Refe- schlussantrages stimmten Sabine hand vorgenommen habe“ und rent Ulrich Schweitzer warnte, Zoderer und Christian Leiter (F), man werde das „kostbare Dokues bestehe durch das Löschen 13 waren dagegen, zwei Räte der ment sorgsam aufbewahren“ (Zodie Gefahr, auf der Prioritäten- NBL enthielten sich der Stimme. derer, Pedri und Monika Pföstl). liste des Landesbauprogrammes „Bevor ich zustimme, möchte ich nach hinten zu rutschen. Jutta Neuer Schwung im Rat mir ein genaueres Bild machen“, Pedri (Neue Bürgerliste, abgeerklärte Benjamin Schupfer. Wie kürzt NBL) wollte die Sicht jener Unter Punkt 3 „VII. Maßnahme bindend die Darstellung sei, wollRäte hören, die schon bei der zur Änderung des Haushaltsvor- te auch Adolf Erlacher (SVP) wisEintragung 2009 mitgestimmt anschlages“ informierte Sozialre- sen. Wirtschaftsreferent Ulrich hatten. Benjamin Schupfer (NBL) ferentin Jasmin Ramoser über die Schweitzer und Regina Österfragte, ob Wohnbauzonen in den Neuauflage des SPRAR-Projekts. reicher (SVP) übernahmen es, freien Flächen des Unterdorfes Sie bezeichnete die Unterbrin- Punkte im bürgermeisterlichen möglich seien und ob auch der gung von Flüchtlingen im alten Programm ihrerseits zu erklären Recyclinghof ausgebaut werden Messner-Haus auf der Töll als und zu verteidigen. könne. Karl Moser (SVP) erklärte gelungen und plädierte für eine die Diskussion für verfrüht. Ein Fortsetzung des Projekts der Be- Quer durch die Gemeinde Konzept müsse her, dann könne zirksgemeinschaft. Anschließend Bürgermeister Forcher mussman streichen. Zoderer verwies trug Bürgermeister Luis Forcher auf Betriebe, die sich erweitern sein „programmatisches Doku- te Stellung beziehen zu Bürgerkönnten. Auch Sozialreferen- ment für die Verwaltungsperiode kontakt und Energieautarkie, zu tin Jasmin Ramoser sah keinen 2020-2025“ vor. Kaum hatte er Auwald in Rabland, zu FischerGrund, ohne Konzept die Trasse seine Schlussbemerkungen an- teich und Zielbachmündung, zu streichen. Pedri ersuchte um gebracht und die Anwesenden zur Nutzung des Wasserfalls, zu Informationen zur letzten Sitzung ersucht, „das vorliegende Pro- Strukturen für ehrenamtlich täder Verkehrskommission. Der für gramm zu akzeptieren und zu ge- tige Vereine, zu Erweiterungen die „SS 38“ zuständige Referent nehmigen“, blies im Gemeinderat von Gewerbegebieten, zu landHartmann Nischler bestätig- von Partschins ein neuer Wind. wirtschaftlichen Projekten im te, dass die Streichung von der Nicht die 18 Investitionsvorhaben Allgemeininteresse. Der Bürger-

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meister musste erklären, warum den wichtigen Bereichen wie Tourismus und Gastronomie im Dokument nur vier Zeilen gewidmet wurden. Ob es Notfallpläne für die Gemeinde gäbe. Wohin die Verkehrspolitik führen soll. Ob es Konzepte zur Sanierung des Schwimmbades gäbe. Wie es mit Spielplätzen stehe. Monika Pföstl (NBL) kündigte dem Bürgermeister an, dass man ihn in Sachen Erhaltung des historischen Dorfkernes „fest beim Wort nehmen“ werde. Zum Thema Zivilschutz meldete sich Thomas Schönweger (SVP), seines Zeichens Feuerwehrkommandant der Fraktion Töll. Er hoffe, dass man für die drei Wehren als wichtigste Zivilschutzorganisationen der Gemeinde weiterhin ein offenes Ohr habe. Es gäbe sehr wohl Zivilschutzpläne, entgegnete er Benjamin Schupfer, die Bevölkerung könne ruhig schlafen. Schönweger deponierte mehrere Wünsche, darunter eine Einfädelspur zur Handwerkerzone auf der Höhe der Tankstelle, eine Neudefinition des Aufgabenbereichs der Ortspolizei und einen Spielplatz für die neue Wohnsiedlung auf der Töll. Die letzte Wortmeldung von Jutta Pedri war die Frage, warum ein Beschlussantrag der NBL nicht auf die Tagesordnung gekommen sei. Dass das programmatische Dokument schließlich einstimmig angenommen wurde, war sicher das Verdienst von Bürgermeister Forcher, der Schwächen eingestand und trotzdem sachlich moderierend zu den meisten Punkten glaubhaft Stellung bezog. GÜNTHER SCHÖPF