Land soll seine Versprechen halten

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Alpentiere in Kalenderform

Dieses Kalender-Foto von Thomas Martini kann laut Wolfgang Platter auch als Aufruf an Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und andere Wintersportler gesehen werden, die Wintereinstände der Gämsen bei ihren Freizeit- und Sportaktivitäten im Hochgebirge zu meiden. LAAS - Die Alpentiere bewohnen extreme Lebensräume und müssen sich vor allem im Winter den Besonderheiten des Alpenklimas anpassen. Allerdings ist auch im Alpenraum vermehrt ein Artenverlust festzustellen. Zusätzlich zu diesen zwei Gründen nannte Wolfgang Platter noch einen dritten, warum er sich bereit erklärt hatte, im Kalender 2021 der Raiffeisenkasse Laas auf das Thema Alpentiere einzugehen. Platter hat nämlich Zugriff auf die Aufnahmen von 13 Fotowettbewerben, die der Nationalpark Stilfserjoch zunächst allein und später in Zusammenarbeit mit drei italienischen und einem französischen Nationalpark ausgelobt hat. Aus einem Fundus von ca. 4.000 Aufnahmen von 400 Amateurfotografen und professionellen Fotofragen hat Platter Bilder

von großen und kleinen Alpentieren für den Kalender ausgewählt. Die Palette reicht vom Hermelin, dem Alpenschneehuhn und dem Schneehasen bis hin zum Bartgeier, dem Grasfrosch, dem Birkhuhn, der Wasseramsel, dem Steinhuhn, dem Apollofalter, dem Alpenmurmeltier, dem Rothirsch, dem Mauerläufer und der Gämse. Zu allen Tierfotos, die von den jeweiligen Fotografen übrigens unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden sind, hat Platter kurze Tier-Monographien verfasst. Ein Zusatzblatt ist dem Alpen-Steinbock und seiner Wiederansiedlung gewidmet. Der Steinbock ist laut Wolfgang Platter einer der Verlierer des Klimawandels. Im Nationalpark Stilfserjoch sei der Anteil der Kitze von 30 % an der Gesamtpopulation der Steinböcke im Jahr 2000 auf 16 % im Jahr

Das erste Exemplar des Kalenders 2021 überreichte Raika-Obmann Johann Spechtenhauser (rechts) an den „Kalender-Macher“ Wolfgang Platter.

2010 gesunken. Der Negativtrend halte weiter an. Als eine Erklärungstheorie nennt Platter die Erderwärmung: „Die Gebirgspflanzen treiben im Frühjahr zeitiger aus als früher, die Setzzeit der Steingeißen bleibt aber mit Anfang bis Mitte Juni immer dieselbe.“ Daraus ergibt sich das Problem, „dass die Futterpflanzen ihr Nährwertoptimum schon überschritten haben, wenn die Geißen nährstoffreiche Milch erzeugen sollen.“ Ein weiterer Verlierer des Klimawandels ist der Schneehase. Die größeren Feldhasen steigen nämlich vermehrt in den Lebensraum des Schneehasen auf. Das führt dazu, dass sich Schneehäsinnen vermehrt mit den größeren Rammlern der Feldhasen paaren. Dadurch geht das genetische Gut des Schneehasen durch Hybridisierung zugunsten des Feldhasen verloren. Der Obmann der Raiffeisenkasse Laas, Johann Spechtenhauser, und der Direktor Josef Ruffa bedankten sich bei Wolfgang Platter im Namen des gesamten Raika-Teams für die Gestaltung des neuen Kalenders. Gedruckt wurde der 37. Kalender der Raika Laas bei Medus in Meran. Johann Spechtenhauser sagte, dass die Raika Laas auch in Zukunft an ihrer langjährigen Kalendertradition festhalten wolle. Die heurige Vorstellung fand aufgrund der Covid 19-Situation in engstem Rahmen statt. SEPP

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