Fake News

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VINSCHGER GESELLSCHAFT komplizierten Verfahren, man denke etwa an die Vorgaben des Betäubungsmittelgesetzes, zwar etwas gebessert, „aber manchmal scheint es so zu sein, als hätte der Staat Angst vor dem eigenen Mut bekommen, mit dem er vor Jahren bestimmte Maßnahmen in Richtung Liberalisierung setzte.“ Nicht nachvollziehbar ist

es laut Peer, dass die Substanz höchstens für 9 Euro pro Gramm, Mehrwertsteuer inbegriffen, verkauft werden kann. „Wenn die Apotheker 10 oder mehr Euro netto pro Gramm zahlen müssen, liegt es auf der Hand, dass das Interesse, die Substanz anzubieten, gering ist.“ In der Apotheke Peer werde die Substanz in erste Stephan Peer

Linie deshalb angeboten, um den Interessen der Patienten entgegenzukommen. Verdient werde nichts, im Gegenteil. Vielleicht ist es auch auf diese „Preispolitik“ zurückzuführen, dass es in Südtirol derzeit nur rund ein halbes Dutzend Apotheken gibt, die Cannabis überhaupt anbieten. SEPP

„Family Support“ nimmt Fahrt auf SCHLANDERS/NATURNS - Der Alltag junger Familien bringt einige Herausforderungen mit sich. Mit dem Ziel frischgebackene Eltern zu unterstützen wurde das Projekt „Family Support“, eine Initiative der Eltern-Kind-Zentren (Elkis), ins Leben gerufen. Während Elisabeth Schweigl als Fachkraft in Schlanders für das Projekt verantwortlich ist, fungiert Evi Gufler als Fachkraft für das Elki Naturns. Sie koordinieren Freiwillige, welche sich dafür bereit erklären, jungen Familien zu helfen. Der Radius des Schlanderser Elkis reicht dabei von Laas bis Kastelbell-Tschars. Das Elki Naturns ist hingegen von Staben bis nach Partschins

sowie in Schnals aktiv. In den vergangenen Monaten, als sich die Coronavirus-Krise zumindest vorerst etwas beruhigte, nahm das Projekt Fahrt auf. Erste Familien nahmen Hilfe in Anspruch. „Ich bin einfach über meinen Schatten gesprungen“, so eine Mutter in Naturns. Family Support habe ihrer Familie und ihr selbst den Babyalltag etwas leichter gemacht. Auch in Schlanders wurde bereits Hilfe in Anspruch genommen. „Die Freiwillige hilft dort mit, wo es Hilfe braucht“, erklärt eine Mutter aus Schlanders, die ihr drittes Kind bekam und sich bereits in der Schwangerschaft dafür entschieden habe die Hilfe sobald das Neugeborene auf der

Koordiniert das Projekt in der Gemeinde Naturns und Umgebung: Evi Gufler.

Zuständig für den Raum zwischen Laas und Kastelbell: Elisabeth Schweigl.

Welt ist anzunehmen. Die Begleitung dauert maximal rund drei Monate. Die alltagspraktische Unterstützung ist vielfältig. Die Freiwillige geht mit dem Baby spazieren, damit die Mutter sich die Haare waschen kann, sie macht die Wäsche und hört nebenbei der Mutter zu, sie spielt mit den Geschwistern oder begleitet die Familie zu Terminen. Interessierte Familien aus den Gemeinden Naturns, Schnals, Partschins und Plaus können sich bei Evi Gufler unter der Rufnummer 3488078108 melden. Interessierte aus den Gemeinden zwischen Laas und Kastelbell-Tschars können sich bei Elisabeth Schweigl unter 3714589648 melden. AM

RATGEBER WIRTSCHAFT

Eine unglaubliche steuerliche Gelegenheit! Gesellschaften, Unternehmen und kommerzielle Körperschaften können im nächsten Bilanzabschluss wieder Immobilen, Anlagen, Maschinen, aber auch Markenrechte und andere immaterielle Vermögenswerte aufwerten. Damit die Aufwertung steuerlich gültig ist, muss diese bei der Erstellung der Jahresabschlussbilanz berücksichtigt und die vorgesehene Ersatzsteuer im Ausmaß von 3% (!) entrichtet werden. Bei Unternehmen des Hotelsektors beträgt die Ersatzsteuer sogar 0 (Null)! Güter, deren Verkauf der eigentlichen Tätigkeit des Unternehmens entspricht (z.B. Immobilien von Baufirmen), können nicht aufgewertet werden. So günstig war die Aufwertung schon lange nicht mehr: diesmal beträgt die Ersatzsteuer wie gesagt nur 3% (oder eben 0!). Bei der letzten Aufwertung betrug die Ersatzsteuer noch 12% für abschreibbare Güter und 10% für nicht abschreibbare Güter. Außerdem besteht diesmal die Möglichkeit, gezielt einzelne Güter aufzuwerten, ohne alle Güter derselben Kategorie mitaufzuwerten. Die fällige Ersatzsteuer kann in 3 Raten entrichtet werden. Die erste Rate zusammen mit den Steuern aus der heurigen Steuererklärung, die zweite und die dritte Rate zusammen mit den Steuern aus den Steuererklärungen der Folgejahre. Die Aufwertung ist dann für die Berechnung

der steuerlichen Abschreibungen ab dem darauffolgenden Geschäftsjahr und für die Berechnung des Mehrerlöses beim Verkauf ab dem 4. darauffolgenden Geschäftsjahr gültig. Die aufgrund der Aufwertung einzubuchende Reserve (nur bei Unternehmen notwendig, die die ordentliche Buchhaltung anwenden) kann durch Zahlung einer Ersatzsteuer in Höhe von 10% freigestellt und dann im Rahmen der gesetzl. Bestimmungen steuerfrei an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Die steuerlichen Vorteile sind enorm: wertet ein Unternehmen eine Betriebsimmobilie, die in der Bilanz mit einem Wert nach Abschreibungen z.B. von 100.000€ aufscheint, um 500.000€ auf, beträgt die fällige Ersatzsteuer „nur“ 15.000€. Die höheren Abschreibungen betragen dann bis zu 15.000€ pro Jahr. Wenn man von einer Abgabenquote von 50% (Steuern plus Rentenbeiträge) ausgeht, hat sich die Investition in die Ersatzsteuer innerhalb von 2 Jahren amortisiert. Das Unternehmen profitiert aber weitere 31 Jahre (!) von den höheren Abschreibungen. Im Kombination mit weiteren Operationen können die Vorteile nochmals erhöht werden. Es winken also wahrlich traumhafte Renditen. Wer so eine Gelegenheit verschläft, bei dem ist Hopfen und Malz verloren… WALTER GASSER

Walter Gasser gasser@gspeo.com Kanzlei Gasser Springer Perathoner Eder & Oliva Naturns - Lana

DER VINSCHGER 37/20

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