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VINSCHGER THEMA

Im Aufwind Ferienregion Reschenpass setzt auf Zusammenarbeit. „Einen Turm haben wir, die anderen müssen wir abbauen.“ GRAUN - Zusammenschauen, zusammenar-

beiten, an einem Strang ziehen, das Gemeinsame in den Fokus rücken und Trennendes abbauen. Das waren die wichtigsten Schlagworte der gut besuchten Vollversammlung der Ferienregion Reschenpass, die kürzlich im Vereinssaal in Graun stattgefunden hat. „Lai mitanonder geaz aufwerts!“ war auch auf der Rückseite einer kleinen Broschüre zu lesen, wie sie erstmals im Vorfeld einer Vollversammlung herausgebracht und an die Mitglieder verteilt worden war. Neben einem Rückblick auf die Veranstaltungshöhepunkte, Initiativen und Tätigkeiten im Tourismusjahres 2018 wird darin auch der Blick nach vorne gerichtet. Die positive Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Ferienregion Reschenpass spiegelt sich auch in den Zahlen und Statistiken wider. Noch nie in der Geschichte konnte die Ferienregion so viele Nächtigungen und Ankünfte verzeichnen wie in den vergangenen drei Jahren. Sattes Plus bei den Nächtigungen Im Vorjahr stieg die Zahl der Nächtigungen im Vergleich zu 2017 um 4,19% auf insgesamt 388.417. Die Zahl der Ankünfte wuchs um 3,33%. Den höchsten Nächtigungszuwachs gab es 2018 in Langtaufers (+8,25%), gefolgt von Graun (+6,39%), St. Valentin a.d.H. (+6,08% und Reschen (+0,61%). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der gesamten Ferienregion belief sich auf 4,1 Tage, die Auslastung auf 144 Tage. Die 65 gastgewerblichen Betriebe verfügen über 1.903 Betten, die nicht gasthofähnlichen Beherbergungsbetriebe über 790. Die besondere Stärke der Ferienregion liegt laut der Präsidentin Deborah Zanzotti Lechthaler und dem Geschäftsführer Gerald Burger, der das motivierte und engagierte Team

Gerald Burger

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DER VINSCHGER 17/19

Heinrich Noggler

und Lagerräumen für die Clubmitglieder sowie sanitären Anlagen auch eine große Terrasse mit interner Bar geben. Auch die örtlichen Kitenschulen sollen im Gebäude eine Heimstatt finden. 30 Dreitauender

Fast 40 Jahre lang hat Agnes Dilitz (rechts im Bild mit der Präsidentin Deborah Zanzotti Lechthaler) für den Tourismusverein gearbeitet.

der Ferienregion seit dem 1. Juni 2018 als Geschäftsführer leitet, in der traumhaften Landschaft und in der Vielfalt der Produktangebote, die zum Teil einzigartig sind. Die Palette reicht von Wandern und Biken über Skifahren und Snowboarden bis hin zum Kiten und Segeln. Sternwarte auf Maseben Zusätzlich zur Weiterentwicklung bestehender Projekte und Initiativen wartet die Ferienregion heuer auch mit etlichen neuen Initiativen bzw. Vorhaben auf. So kündigte Gerald Burger zum Beispiel an, „dass wir ab Juni auf Maseben in Langtaufers in die Sterne blicken können.“ Er meinte das im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf Maseben soll in Form eines Interreg-Projektes eine Sternwarte mit zwei Teleskopen errichtet werden. Er sei überzeugt, dass die Sternwarte sowohl bei Gästen als auch Einheimischen viel Zuspruch finden werde. Dasselbe dürfe man sich auch von der Kite-Station in Graun erwarten. Der Bau der neuen Station hat bereits begonnen und soll heuer im Sommer fertiggestellt werden. In der Kite-Station wird es neben Aufenthalts-

Helmut Wolf

Ein besonderes Augenmerk legt der Tourismusverein im Rahmen der neu herausgebrachten, übersichtlichen Wanderkarte auf die 30 Dreitausender, die es in Langtaufers gibt. Jeder, der 5, 10 oder 15 der Dreitausender erklimmt und dies mit einem Selfie vor dem Gipfelkreuz festhält, bekommt eine Anerkennung. In der Ferienregion Reschenpass gibt es übrigens 62 Wanderwege. Neben genauen Beschreibungen des ca. 200 Kilometer umfassenden Wanderwege- und Tourennetzes enthält die neue Wanderkarte auch Tourentipps rund um die Ferienregion. Für Langtaufers regte der Geschäftsführer die Wiederbelebung bzw. Stärkung des Langlauf-Angebotes an: „Vielleicht gelingt es, das vor Jahren erarbeitete und in einer Schublade verschwundene Projekt ‚auszugraben’ und umzusetzen.“ Der Tourismusverein setze sich jedenfalls schon jetzt dafür ein, dass im November ein Langlaufrennen in Langtaufers ausgetragen werden kann. Nicht unerwähnt ließ Burger auch das Projekt „Turm-Areal“ in Graun, das von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Land und dem Tourismusverein vorangetrieben wird. Die Vorabreiten sind im Gang. „Die Skigebiete Schöneben und Haideralm sind verbunden, jetzt geht es darum, das Turm-Areal als Visitenkarte für das Tourismusland Südtirol neu zu gestalten und aufzuwerten“, sagte der Geschäftsführer. Apropos Turm meinte er: „Einen Turm haben wir, und das ist der Turm von Altgraun. Die anderen ‚Türme’ müssen wir abbauen.“

Lukas Gerstl

Christian Maas