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VINSCHGER GESELLSCHAFT

„Überspringende Leidenschaft“ Ein besonderes Osterkonzert mit einer besonders hohen Ehrung im Stadt-Saal GLURNS - Bereits mit dem Eröff-

nungsstück „Atlantic Overtüre“ von Thierry Delruyelle forderte Kapellmeister Manfred Horrer „volles Tempo“ von seinen 17 Frauen und 27 Männern. Ebenso ins rechte Licht setzen wollte Horrer seine Musikanten mit zwei Kompositionen von Philip Sparke. „Dance of the Whale“ war dem aussterbenden Blauwal gewidmet und in „Huntingdon Celebration“ pries er eine englische Kleinstadt. Für Moderatorin Lena Stocker war Jan Van der Roost’s Komposition „Singapura Suite“ eine klangliche Darstellung des aufstrebenden Stadtstaates Singapur. Den 2. Konzertabschnitt eröffnete Obfrau Ulrike Strimmer mit der Begrüßung der Ehrengäste, darunter den Obmann des Musikbezirks Schlanders, Florian Müller, mit dem Dank an die Feuerwehr für den Branddienst, an die Stadtverwaltung und an die Raiffeisenkasse Prad-Taufers für die Unter-

stützung beim Instrumentenkauf. Sie stellte Theresa Wellenzohn an der Querflöte und die Marketenderin Melanie Riedl als neue Mitglieder vor und kündigte eine besondere Ehrung an: „Wir übergeben heute das Ehrenzeichen in Gold am Bande für 60 Jahre im Dienste der Kapelle.“ Aus dem Leben und Wirken von Hermann Riedl, dem Bäcka-Hermann, erzählte Karl Pratzner. Der „vorbildliche und leidenschaftliche Musiker“ habe mit allen möglichen Instrumenten nicht nur akustisch eine gute Figur

Der Saxophonist Hermann Riedl bekam ein Erinnerungsbild auf Holz an den Festumzug in Burgeis 2018.

Ulrike Strimmer, Florian Müller, Hermann Riedl, Karl Pratzner und Manfred Horrer (v.l.)

Die Musikkapelle der Stadt Glurns beim Osterkonzert 2019

abgegeben. Pratzner nannte als absolute Meisterleistung Riedls, vor 50 Jahren als Obmann den Mut gehabt zu haben, Mädchen in die Kapelle aufzunehmen. Dafür sei er vom Verband gerügt worden. „Was stünde man aber heute da ohne Frauenpower?“, fragte Pratzner. Bezirksobmann Müller und sein Stellvertreter Manfred Horrer überreichten die zweithöchste Auszeichnung des Landesverbandes der Südtiroler Musikkapellen. Der Bass-Saxophonist Hermann Riedl erhielt minuten-

langem Applaus vom Publikum und von seinen Musikkameraden den Marsch „Alte Kameraden“ von Carl Teike gewidmet. Das Konzert wurde mit den „Impressionen“ des dreiteiligen „Arizona“ von Franco Cesarini fortgesetzt. Fröhlich und schwungvoll ging es mit Jacob de Haans „Sbandiamo“ zum „Gute-Laune-Stück“ „Get up and Go“ von Stefan Schwalgin über. Reine Freude am Musizieren drückte sich im Arrangement „The Best oft the Blues Brothers“ aus. Den Ausflug in die Pop- und Rock-Musik kompensierten die Glurnser Musikanten in der Zugabe mit dem Marsch „In alter Freundschaft“ und der Polka „Guten Abend, gute Nacht“. Den Schlussakzent setzten die Musikanten mit Blumen für Obfrau und Moderatorin. Kapellmeister Manfred Horrer wurde ausdrücklich für seine „auf uns überspringende Leidenschaft“ gedankt. GÜNTHER SCHÖPF

Mals: Abstimmung war rechtmäßig MALS/BOZEN - Der Rechnungshof hat den Malser Bürgermeister Ulrich Veith von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof voll freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte von Veith die Zahlung von über 20.000 Euro verlangt, weil er keine Befugnis gehabt hätte, über die Abhaltung der sogenannten „Pestizidabstimmung“ vor 5 Jahren zu entscheiden. Nun befand der Rechnungshof,

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DER VINSCHGER 15/19

dass die Abstimmung rechtmäßig war und damit auch die dafür ausgegebenen öffentlichen Geldmittel. Laut Karl Zeller, dem Rechtsanwalt von Veith, sprach der Rechnungshof den Malser Bürgermeister von allen Vorwürfen frei, „nicht nur, weil keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, sondern weil Veith völlig schuldlos ist, also auch keine leichte Fahrlässigkeit vorliegt. Daher wurde ihm auch

ein Prozesskostenersatz von 2.000 Euro plus 15 Prozent allgemeine Spesen, Mehrwertsteuer und Fürsorgebeitrag zugesprochen.“ Veith hätte sich seinerzeit auf die Entscheidung einer 3-köpfigen Expertenkommission berufen und damit absolut rechtens gehandelt. Veith selbst sah sich nach der Veröffentlichung des Urteils in seinem Vorgehen bestätigt: „Es handelt sich um ein komplexes und sehr

wichtiges Thema für Mals, Südtirol und die ganze Welt. Das Urteil bestätigt unsere Haltung.“ Der positive Ausgang des Urteils sei ein wichtiges Signal für die Demokratie in Südtirol und eine Ermutigung, auch in Zukunft wichtige Themen anzugehen. Jetzt sei er etwas zuversichtlicher, „was die Verfahren am Oberlandesgericht und am Verwaltungsgericht betrifft.“ SEPP