9-11 Die Welt steht still

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Gemeinsam für die Gesundheit aller KVW-Bezirksversammlung im Zeichen des Sanitätswesens SCHLANDERS - „Unser Sanitäts-

wesen in Südtirol: Was war, was ist und was sein wird“. So lautete das zentrale Thema der Versammlung des KVW-Bezirks Vinschgau. An die 80 Vertreter aus den verschiedenen Orts- und Interessensgruppen waren am 9. März in das Bürgerheim nach Schlanders gekommen. Sie alle hörten aufmerksam hin, als der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer, alles das darlegte, was im Gesundheitssystem bislang gut und was weniger gut funktioniert hat. Problem Wartezeiten Insbesondere die Wartezeiten seien ein Problem und er wolle nichts schönreden, wenngleich an einer südtirolweiten Lösung gearbeitet wird, so Florian Zerzer. Ein Erfolg sei die Facharztausbildung nach österreichischem Modell, die es ermögliche, Südtirols Jungmediziner in der Heimat zu halten. Das Land Südtirol gibt vergleichsweise mehr für die Gesundheitsversorgung aus, als jede andere italienische Re-

und begrüßte die neue Bildungsverantwortliche Stefanie Graiss, die sich kurz vorstellte. Engagement für das Krankenhaus

In den Bildern (v.l.): KVW-Bezirksobmann Heinrich Fliri, der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer, und KVW-Vizeobmann Josef Bernhart.

gion oder Provinz. So kommt der Sanitätsbetrieb derzeit auf ein Budget von 1,3 Milliarden Euro und 10.000 Mitarbeiter. Die drei wesentlichen Zukunftsthemen, so der Generaldirektor, sind die Gesundheitsvorsorge, ein landesweites Krankenhausnetz und die wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Insbesondere was die Hausärzte betrifft, gibt es schon jetzt ein erhebliches Problem an medizinischem Nachwuchs, nicht zuletzt im Vinschgau. Obwohl jeder Mensch selbst der erste Verantwortliche für seine Gesundheit sei, würden vor allem die chronischen Krankheiten aufgrund der

gestiegenen Lebenserwartung zunehmen und innovative Angebote sozio-sanitärer Betreuung notwendig machen. Neue Bildungsverantwortliche Grußworte von politischer Seite überbrachten Landtagspräsident Sepp Noggler und Landtagsabgeordneter Hanspeter Staffler. Verbandsdirektor Werner Atz sprach im Namen der Landesleitung und des Geistlichen Assistenten und ging auf die anstehende Statutenreform ein. Bezirkssekretär Emil Unterholzner informierte über Aktuelles aus dem Bezirksbüro

Bezirksobmann Heinrich Fliri verwies in seinem Bericht über die Verbandsarbeit im Vinschgau auf das intensive Engagement zum Erhalt des Krankenhauses Schlanders. Auch beteiligt sich der KVW seit Jahren an der Gesundheitsplattform „Tu’s einfach“ im Rahmen der Chris-Studie der Eurac und an der Initiative für einen demenzfreundlichen Vinschgau. So sei es mit gemeinsamen Aktionen gelungen, die Politik zu sensibilisieren und erfolgreich zu sein. Ein Beispiel sind die inzwischen auch in Schlanders angebotenen Augenoperationen am Grauen Star. Dazu hat der KVW-Vinschgau eine Benefizaktion mit ORF-Star Chris Lohner im September letzten Jahres organisiert, Spenden für Licht für die Welt gesammelt und zum Ankauf einer zweiten Untersuchungseinheit beigetragen. RED

12 Kühe, 3 Käsesorten SCHLEIS - Am 21. Februar be-

gab sich eine Schülergruppe der WFO/Schlanders nach Schleis bei Mals. Dort befindet sich der Bio-Hof samt Käserei der Familie Agethle. Die Exkursion fand im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts (FÜ „Produkte des Vinschgaus“) statt. Begleitet wurden die Schüler von den Professoren Michele Stevanin und Stephan Dietl. Alexander Agethle hatte die Idee, mit der traditionellen Form der Rinderzucht seiner Eltern zu brechen und stattdessen das „Original Vinschger Braunvieh“ wieder 18

DER VINSCHGER 10/19

Agethle ein System, in dem er die Kunden aktiv an der Finanzierung teilhaben lässt. Eine Art von Crowdfunding. Die Schüler der WFO erhielten einen interessanten Einblick in die Entstehungsphase und in die Höhen und Tiefen eines Hoflebens. Auch konnte der Stall mit den Kühen und ein Teil des Anwesens beauf die Weiden zu bringen und Gemeinsam mit einem befreun- sichtigt werden. Zum Abschluss möglichst in einem natürlichen deten Senner betreibt er die Hof- gab es für die Gruppe noch eine Umfeld zu halten. Der engagierte käserei. Diese war die ehemalige Verkostung der drei Käsesorten, Bauer widmet sich der Milchver- Dorfsennerei von Schleis und auf die sich die Hofkäserei Enedelung seiner 12 Kühe durch die musste erst aufwendig renoviert glhorn spezialisiert hat. schonende Weiterverarbeitung werden. Um dies finanzieren zu der Milch zu Käsespezialitäten. können, entwickelte Alexander ELIAS PAZELLER