Neubeginn in Prad

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

AVIS Südtirol-Vizepräsidentin Martina Knapp (links) Ehrenpräsident Erich Hanni (zweiter v.l.) und Herbert Raffeiner (rechts) übergaben die goldene Ehrennadel (für 50 Spenden) an (v.l.) Hannes Walter Prister, Stefan Alber, Robert Laimer, Walter Georg Janser und Engelbert Chizzali.

Fleißige Blutspender und viele Unstimmigkeiten Auf die Vinschger Blutspender ist Verlass, dennoch gebe es derzeit einige Unstimmigkeiten, so der Tenor bei der Bezirksversammlung. SCHLANDERS - „Erstmals stehe ich nicht hier im roten Hemd“, eröffnete Herbert Raffeiner die Jahreshauptversammlung der Blutspender im Vinschgau. Es war auch keine Versammlung wie jede andere. Es sollte die letzte sein, welche Raffeiner leitete. Im Laufe des Abends machte der Präsident nämlich seinen angekündigten Rücktritt wahr. Zu groß seien die Unstimmigkeiten, zu zahlreich die Probleme, welche es derzeit mit der Landesleitung gebe.

1.509 Spenden Aber der Reihe nach: Vieles sei im Vinschgau nach wie vor beispielhaft. Die Spender fleißig und zuverlässig. Die Blutspendervereinigung AVIS habe vom Bezirk Vinschgau im vorigen Jahr 1.509 Blutbeutel verlangt. „Und genauso viele haben wir geliefert. Das ist eine hervorragende Bilanz“, freute sich Raffeiner. Als Blutspender waren Ende 2018 1.059 Personen aktiv, 713 Männer und 340 Frauen. Dies seien etwa 150 Spender weniger als 2017. Den größten Teil davon mache die Blutgruppe 0 positiv mit 339 Spendern aus, dicht gefolgt von A positiv mit 336 Spendern. 2019 gelte es, 110 Blutbeutel monatlich nach Bozen zu liefern. Besonders fleißige Spender wurden auch in diesem Jahr geehrt. Neun Spender durften sich über die golde-

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DER VINSCHGER 06/19

ne Ehrennadel für insgesamt 50 bisher geleistete Spenden freuen. Krach mit Landesleitung Wo viel Positives, da jedoch auch sehr viel Negatives, stellte Raffeiner klar. Insbesondere mit der Landesleitung von AVIS Südtirol gebe es große Differenzen. „Zu große, um weiter im Amt zu bleiben“, wie Raffeiner erklärte. Bereits vor einem halben Jahr habe er dem Ausschuss seinen Rücktritt angekündigt. An seiner Entscheidung hielt er auch fest. „Das Zerwürfnis mit der Landesleitung ist zu groß“, betonte der scheidende Präsident. Vor allem die Wiedereinstellung der langjährigen Sekretärin Ilse Thoma habe zu Unstimmigkeiten geführt. Fast 38 Jahre lang arbeitete diese für die Vinschger Blutspender. Nachdem sie im letzten Jahr in Pension gegangen war, musste sie auch ihren Dienst für die Blutspender beenden. „Auf ihre Arbeit können wir jedoch nicht verzichten“, betonte Raffeiner. So habe man, trotz Widerstandes von AVIS Südtirol, eine Wiedereinstellung erreicht. „Das lag in unserer Hand. Die Bezahlung jedoch nicht. So wurde mit gekürzten Bezügen, ja monatelang sogar ohne Gehalt, gearbeitet, um das Soll an Blutspenden nicht zu gefährden“, erklärte Raffeiner. Da er hier mit der Landesleitung keine Lösung finden konnte, zie-

Zeit zu gehen: Nach zwölf Jahren erklärte Herbert Raffeiner seinen Rücktritt als AVISBezirkspräsident.

he er sich zurück. „Vielleicht ist unter neuer Führung ein Kompromiss möglich. Ich habe es nicht geschafft. Und die mangelnde Wertschätzung stieß mir sauer auf“, kritisierte er.

Seit fast 40 Jahren im Einsatz für die Blutspender: Sekretärin Ilse Thoma.

Nach zwölf Jahren sei es für ihn nicht einfach, sich zu verabschieden. Er habe das Amt stets als ehrenvolles empfunden und mit großem Einsatz gearbeitet. Dies bestätigte auch Vize-Präsident Hermann Schönthaler. Nun gelte es, in den nächsten Wochen eiMangelnde Ressourcen nen neuen Präsidenten zu finden. Auch im Krankenhaus Schönthaler selbst stehe für das Schlanders sei die Situation für Amt nicht zur Verfügung. Um die Blutspender oft alles andere den oberen Vinschgau mehr mitals einfach. „Wir brauchen bei einzubeziehen, wurde der AVIS der Blutspende eine ärztliche Vinschgau-Vorstand erweitert. Begleitung. Der Arzt Egger tut So verstärken Andreas Felderer hierbei sein Bestes, leider muss aus St. Valentin auf der Haide, er aber auch anderweitig stets Nadine Flora aus Mals, Christian Dienst machen, für uns bleibt Obwegeser aus Schluderns und nicht immer ausreichend Zeit“, Karl Heinz Strimmer nun den übte Raffeiner auch Kritik an der Ausschuss. Ressourcen-Einteilung des Sanitätsbetriebs. Eine Konstante sei- MICHAEL ANDRES en jedenfalls die Krankenschwestern, „die mit viel Engagement ihren Dienst tun“, lobte Raffeiner.